US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive
SEC, US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive

Quelle: MONTREAL, CANADA - NOVEMBER 7, 2017: SEC webpage under magnifying glass. The U.S. Securities and Exchange Commission is an independent agency of the United States federal government. via shutterstock

US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive

Die SEC veröffentlicht auf ihrer Homepage ein überraschend deutliches Statement zu „potenziell rechtswidrigen Online-Plattformen beim Handel digitaler Assets“. Der Streit um eine Regulierung von ICOs und Handelsplattformen in den USA schwelt seit Längerem. Nun läutet die SEC die nächste Runde ein.

Für Experten liest sich das Statement als Aufforderung zur Regulierung von digitalen Währungen und Initial Coin Offerings (ICOs). Eine Registrierung bei der Börsenaufsicht ist verpflichtend für den Handel von Produkten, die nach der Definition der SEC Wertpapieren entsprechen. Dies gilt, solange keine expliziten Ausnahmen erteilt wurden. Für die Bestimmung, ob ein Produkt ein Wertpapier darstellt, folgt die US-Börsenaufsicht dem Howey-Test aus dem Jahr 1946. Gemäß dem Urteil des Obersten Gerichtshofs muss es sich um eine (Geld-)Zahlung handeln, durch dessen Investition ein Gewinn erwartet wird. Die Investition erfolge dabei in ein gewöhnliches Unternehmen. Der Gewinn muss außerhalb des Einflusses der Investoren erzielt werden. Trifft dies zu, spricht die SEC von einem Wertpapier.

Die SEC konzentriert sich in dem Statement auf Handelsplätze und Initial Coin Offerings. Auch Kryptowährungen und Anbieter von Wallets sind nicht aus dem Schneider. Die SEC verweist ausdrücklich darauf, dass sich diese im Zweifel bei anderen staatlichen Behörden registrieren müssen. Zwar beschränkt sich der Fokus der Regulierung zunächst auf die USA, die Auswirkungen sind jedoch weit über die Grenzen hinaus spürbar.

Am Ende der Veröffentlichung verweist die Behörde auf eine inzwischen recht lange Liste von Fällen, in denen die SEC rechtliche Schritte gegen Anbieter eingeleitet hat. Dazu gehört auch der Betrug bei der AriseBank.

Handelsplätze werden genauer unter die Lupe genommen


US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Die SEC veröffentlicht in dem Statement eine Liste von 13 Fragen, die privaten Investoren bei der Entscheidung zu investieren helfen sollen. Dabei erscheint die Antwort auf die Frage, wie „die Preise auf der Plattform bestimmt werden“, schwer. Auch die folgende Frage ist weit gefasst: „Werden alle Nutzer der Plattform gleich behandelt?“.

Ferner sei die Verwendung des Begriffs „Exchange“ irreführend, argumentiert die SEC. Sie befürchtet, dass Verbraucher mit dem Begriff eine klar regulierte Börse verbinden. Außerdem seien die Aussagen der Anbieter über die Sicherheitsstandards und Handelsprotokolle mit Vorsicht zu genießen. Plattformen sprechen zwar oft von ausgereiften und sicheren Systemen, einer Überprüfung unterliegen diese Richtlinien allerdings nicht. Zwar gibt es auf vielen Plattformen professionell wirkende Orderbücher, eine „Integrität“ wie bei von der SEC bestätigten Anbietern sei aber nicht zwangsläufig zu erwarten.

Analysten rechnen nun mit einer Reihe von Vorladungen der verantwortlichen Plattformbetreiber. Wie realistisch eine entsprechende Zulassung bei der SEC ist, lässt sich schwer einschätzen. Einige Betreiber werden überlegen, ihr Geschäftsmodell vorsorglich anzupassen, um einen Konflikt mit den Behörden zu vermeiden.

Die Plattformen müssen sich entweder bei der „National Securities Exchange“ registrieren lassen oder eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Zwar gibt es eine Reihe theoretischer Ausnahmen, diese sprechen allerdings nicht von einer Regulierung frei. Sie unterstellen die Anbieter nur einer anderen Aufsichtsbehörde und nicht direkt der SEC. Aus Sicht der Börsenaufsicht geht es darum, die Anbieter von einer anerkannten Stelle überprüfen und überwachen zu lassen.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive

Bereit für den nächsten Karrieresprung?

Sichere dir deinen Vorsprung durch Wissen und werde zum Blockchain & Krypto Experten

z.B. "Blockchain Basics Kurs"

Inklusive personalisiertes Teilnahmezertifikat
Zum Online Kurs

Ähnliche Artikel

SEC, US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive
Zentralbank Indiens hält an Krypto-Verboten fest
Regulierung

Die Zentralbank Indiens hat ihre ablehnende Haltung gegenüber den Handel mit Kryptowährungen bekräftigt. Zuvor hat die „Internet and Mobile Asssociation of India“ eine Petition eingereicht, in der eine Lockerung der Gesetzgebung gefordert wurde.

SEC, US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive
Putins neuer Ministerpräsident will Steuern für Bitcoin & Co.
Regulierung

Die Krypto-Welt operierte in Russland bislang in einer rechtlichen Grauzone. Eindeutige Rechtsurteile und Bestimmungen stehen noch aus, Bitcoin & Co. haben keinen rechtlich festgeschriebenen Status. Mit Michail Mischustin ernannte Putin jedoch einen erklärten Bitcoin-Gegner zum Ministerpräsident. Was bedeutet dieser Machtwechsel für Russlands Krypto-Branche?

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

SEC, US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive
Zentralbank Indiens hält an Krypto-Verboten fest
Regulierung

Die Zentralbank Indiens hat ihre ablehnende Haltung gegenüber den Handel mit Kryptowährungen bekräftigt. Zuvor hat die „Internet and Mobile Asssociation of India“ eine Petition eingereicht, in der eine Lockerung der Gesetzgebung gefordert wurde.

SEC, US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive
Weltwirtschaftsforum in Davos klärt die Zukunft der Blockchain-Technologie
Insights

Die Welt blickt nach Davos. Inmitten der Alpenlandschaft tauscht sich die Elite aus Wirtschaft und Politik auf dem Weltwirtschaftsforum über dringliche Herausforderungen ökonomischer Entwicklungen aus. Auch das Kryptoversum hält Einzug.

SEC, US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive
Kann Bitcoin seine positive Entwicklung fortsetzen?
Kursanalyse

Nach der jüngsten Kursrallye ist der Bitcoin-Kurs etwas ins Straucheln geraten. Aktuell befindet er sich an einem Scheideweg. Langfristig zeigen die Indikatoren dennoch eine bullishe Entwicklung an.

SEC, US-Börsenaufsicht SEC geht bei Regulierung in die Offensive
Putins neuer Ministerpräsident will Steuern für Bitcoin & Co.
Regulierung

Die Krypto-Welt operierte in Russland bislang in einer rechtlichen Grauzone. Eindeutige Rechtsurteile und Bestimmungen stehen noch aus, Bitcoin & Co. haben keinen rechtlich festgeschriebenen Status. Mit Michail Mischustin ernannte Putin jedoch einen erklärten Bitcoin-Gegner zum Ministerpräsident. Was bedeutet dieser Machtwechsel für Russlands Krypto-Branche?

Angesagt

Bitcoin-SV-Kurs pumpt – Hard Fork angekündigt
Märkte

Der Bitcoin-SV-Kurs überzeugt weiterhin mit starken Zuwächsen. Zwar ist er von seinem kürzlich erreichten Allzeithoch wieder etwas abgekommen. In den letzten 24 Stunden legte er dennoch wieder im zweistelligen Prozentbereich zu. Darüber hinaus steht eine Hard Fork im Netzwerk an. Wie sind die Zukunftsaussichten?

FinTech Raiz verwandelt Kleingeld in Bitcoin
Invest

Das Start-up Raiz hat die Genehmigung der australischen Finanzaufsichtsbehörde erhalten und bietet Kunden demnächst Bitcoin-Fondsoptionen an. Über eine App können Nutzer künftig auch kleine Geldbeträge in den Fonds investieren.

Südkorea will 20 Prozent Bitcoin-Steuer erheben
Regulierung

Die südkoreanische Regierung will den Handel von Digitalwährungen mit Auflagen versehen und besteuert zunächst die Gewinne ausländischer Kunden. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Korea Times hervor.

Alles meins: China will geistiges Eigentum mittels Blockchain schützen
Blockchain

China will alsbald einen digitalen Prototypen testen, mit dessen Hilfe geistiges Eigentum wie Patente vor Diebstahl geschützt werden können. Dabei soll die Blockchain-Technologie zum Einsatz kommen.