Unocoin erhöht Transaktionsgebühren drastisch

Unocoin, Indiens beliebteste Bitcoin Wallet, hat ihre Transaktionsgebühren drastisch erhöht. Obwohl damit zu rechnen war, haben wir es hier mit einer problematischen Entwicklung zu tun.

Immer wieder ist davon die Rede, dass Bitcoin-Transaktionen kostenfrei seien. Doch das stimmt nicht ganz. Transaktionen ohne Gebühren durchzuführen, ist generell nicht verboten. Es wird aber aus guten Gründen empfohlen, Transaktionen nicht komplett kostenlos anzubieten. Zum einen gehen solche Gebühren als eine Art “Entschädigung” an die Miner, die trotz des rechenintensiven Prozesses des Minens motiviert werden sollen, weiterzuminen. Zum anderen dient die Gebühr als Schutz gegen Nutzer, die Transaktionen senden, um das Netzwerk zu überlasten.

Stetig steigende Transaktionsgebühren

Die Gebühren für Bitcoin-Transaktion sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Bereits zu Beginn des Jahres hatte BTC-ECHO auf diesen Zustand hingewiesen. Lange haben die Bitcoin-Börsen häufig die Kosten für die Rücknahmegebühren im Namen der Nutzer getragen. Mit steigenden Transaktionsgebühren sind die Benutzer nun gezwungen, die Kosten selbst zu tragen. Eine logische Entscheidung, auch wenn sie nicht jeder schätzt. Unocoin hat nun bekannt gegeben, dass sie ihre Auszahlungsgebühren fast verdoppeln.

Obwohl die aktuelle neue Gebühr immer noch sehr niedrig ist, etwa 0,0009 BTC pro Transaktion, darf erwartet werden, dass sie im Laufe der Zeit immer teurer wird. Genauer gesagt werden Bitcoin-Transaktionen nicht billiger, bis die Einführung von SegWit einen neuen Höchststand erreicht. Bis dahin werden wir nichts gegen hohe Transaktionsgebühren tun können.

Es wird erwartet, dass andere große Bitcoin-Börsen einem ähnlichen Ansatz folgen werden. Bitcoin-Benutzer zahlen nicht gerne mehrere Euro für Abhebungen. Es ist der Preis für die Nutzung zentralisierter Dienstanbieter. Wenn sie ohne Auszahlungsgebühren arbeiten könnten, würde das ganz anders aussehen. Unglücklicherweise wird das wahrscheinlich nie passieren, bis wir einige große Änderungen auf der Protokollebene sehen. Selbst dann können Gebühren wie diese noch für einige Zeit bestehen bleiben.

Unocoin meint, höhere Gebühren seien erforderlich, um schnelle Bestätigungen zu garantieren. Es ist offensichtlich, dass dies nicht der einzige Grund ist. Eine höhere Gebühr ist während der Netzüberlastung positiv. Im Moment kann es nützlich, aber in einer Woche schon obsolet sein. Wenn die Miner zu Bitcoin zurückkehren, sieht alles ziemlich solide aus. Wie sich diese Situation entwickeln wird, muss jedoch noch bestimmt werden. In der nahen Zukunft könnte es mehr Netzwerkstaus geben.

BTC-ECHO

Über Tanja Giese

Tanja GieseTanja Giese ist seit August 2017 als Lektorin für BTC-ECHO tätig und schreibt seit Oktober 2017 auch eigene Artikel. In Potsdam hat sie Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie studiert und mit dem Magister abgeschlossen. Berufliche Erfahrungen hat sie vor allem in Start-ups und einer Digitalagentur gesammelt. Im Fokus ihres Interesses an der Krypto-Welt steht der gesellschaftliche Nutzen und der Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.