Dream big Uniswap-Erfinder ratlos: Wohin mit 500 Millionen US-Dollar?

Moritz Draht

von Moritz Draht

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Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Via Twitter richtete sich der Uniswap-Erfinder Hayden Adams an die UNI-Gefolgschaft und holte ein Meinungsbarometer zum Verbleib von einer halben Milliarde US-Dollar ein.

Kaum ein DeFi-Projekt versteht es so gut, Anleger medienwirksam zu umgarnen, wie Uniswap (UNI). Spätestens seit dem Airdrop vergangenen Jahres, bei dem Frühnutzer UNI-Token für teils mehrere tausend US-Dollar “frei Haus” erhielten, blickt die nach Handelsvolumen größte dezentrale Börse (DEX) auf eine immer größer werdende Nutzerbasis. Mittlerweile hat sich UNI auf Platz 24 der größten Kryptowährungen vorgekämpft und der UNI-Kurs am 18. Januar ein neues Allzeithoch von 9,78 US-Dollar erreicht.


Höchste Zeit also, ein Meinungsbild der treuen UNI-Gefolgschaft, die als Token-Inhaber Stimmrechte über die Protokollentwicklung haben, über die Verwendung der Governance-Community-Treasury einzuholen. Per Twitter hat der Uniswap-Gründer und Ethereum-Entwickler Hayden Adams um Vorschläge gebeten und das öffentliche Brainstorming mit dem folgenden Hinweis versehen: Dream big.

Adams erhielt eine Vielzahl unterschiedlichster Anregungen. Während der User “The Antagonist” die Gelder in die Entwicklung des Protokolls durch Bug-Bounty-Programme und Hackathons investiert haben will, regt “Avi” einen Token-Burn an, um den Supply zu reduzieren und dadurch den Kurs zu steigern. “Samuel Shadrach” schlägt indes vor, mit den Mitteln einen Großteil des SUHI-Supply zu kaufen, um die Konkurrenz zu schädigen.

“Icebergy” spricht hingegen das aus, was sich wohl nicht wenige UNI-Anleger wünschen: einen zweiten Airdrop. Der Product Manager bei der New York Stock Exchange, “Cihan”, denkt jedoch weiter. Mit den Mitteln ließe sich eine Venture-Capital-Gesellschaft gründen, über die in neue Krypto-Projekte investiert werden könne. Seien die 500 Millionen US-Dollar durch geschickte Investments auf 500 Milliarden US-Dollar angewachsen, könne man schließlich Space Shuttles kaufen und Weltraumreisen für “glückliche Uniswap-Nutzer” organisieren.

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Uniswap-Nutzer uneins

Insgesamt lassen sich die Wünsche der Uniswap-Visionäre grob in drei Gruppen aufteilen. Die erste will das Projekt auf Netzwerkebene reifen lassen und die Mittel primär in die Entwicklung des Protokolls anlegen. Eine zweite Gruppe hat eher die ökonomischen Aspekte der DEX im Blick und fordert verbesserte Handelsmöglichkeiten und Anbindungen.

Eine dritte Gruppe blickt jedoch über den UNI-Tellerand hinaus. So wie “Simona Pop” wünscht sich eine Reihe weiterer Uniswap-Nutzer die Verwendung der Gelder für Bildungsprogramme. Mit einer “UNIversität” könne auf breiter Basis Aufklärung geleistet, dadurch das Krypto-Ökosystem dem Mainstream zugänglich gemacht und entsprechende Netzwerke, in denen sich Kryptonauten untereinander austauschen und finden, aufgebaut werden.

Die Umfrage hat einen konstruktiven Meinungsaustausch angeregt. Auch wenn die Wege unterschiedlich sein mögen, verfolgen die meisten Ideen das Ziel, das Uniswap-Protokoll zur nächsten Entwicklungsstufe zu führen. Ob ein zweiter Airdrop aber dem Dream-big-Gebot von Adams genügt, darf bezweifelt werden.

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