Circle macht USDC beim FC Chelsea sichtbar. Was der Sponsoring-Deal über die Expansionsstrategie des Stablecoin-Anbieters verrät.
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Ein Stablecoin ist ein digitaler Vermögenswert, der seinen Wert durch Besicherung oder technische Mechanismen an eine externe Referenzgröße bindet. Meistens ist das der US-Dollar, seltener der Euro, Gold oder ein Währungskorb. Diese Konstruktion unterscheidet Stablecoins grundlegend von Bitcoin oder Ether, deren Preise sich frei durch Angebot und Nachfrage bilden. Bitcoin kann innerhalb kurzer Zeit stark im Wert schwanken; ein Stablecoin soll dagegen möglichst nah am Zielkurs bleiben.
Der zweite wesentliche Unterschied besteht zur CBDC, also digitalem Zentralbankgeld: Stablecoins werden von privaten Unternehmen wie Tether Limited oder Circle ausgegeben. Es gibt keine staatliche Garantie und keine Zentralbank im Hintergrund. Bei zentral emittierten Stablecoins können Halter einen Anspruch gegenüber dem Emittenten haben; die konkrete Rechtsposition hängt vom Stablecoin und seiner Ausgestaltung ab.
Bei fiat-besicherten Stablecoins wie USDT oder USDC hält der Emittent Bargeld, kurzfristige Staatsanleihen und andere liquide Reservewerte. Die Reserven sollen den Wert der ausgegebenen Token decken.
Krypto-besicherte Stablecoins werden durch on-chain hinterlegte Sicherheiten gedeckt; ein bekanntes Beispiel für dieses Modell ist DAI, wobei das System mittlerweile auch andere Sicherheitenarten umfasst. Wer solche Token erzeugen möchte, hinterlegt Krypto-Assets als Sicherheit. Weil Kryptowährungen stark schwanken, muss die Sicherheit den ausgeliehenen Betrag deutlich übersteigen, was man Überbesicherung nennt. Fällt der Kurs der Sicherheit zu stark, liquidiert das Protokoll automatisch.
Das dritte Modell, die algorithmische Variante, versucht den Kurs ohne direktes Backing über Marktmechanismen zu halten. TerraUSD zeigte 2022, wie fragil dieses Prinzip ist: Innerhalb weniger Tage verlor der Token seine Dollar-Bindung vollständig, und rund 40 Milliarden US-Dollar an kombinierter Marktkapitalisierung von UST und LUNA wurden vernichtet. Der Kollaps zeigte insbesondere die Risiken unbesicherter algorithmischer Stablecoin-Modelle.
| Modell | Besicherung | Beispiele | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| Fiat-besichert | Dollar-Reserven, US-Staatsanleihen | USDT, USDC | Emittentenrisiko, Reservetransparenz |
| Krypto-besichert | On-chain Krypto-Assets (überbesichert) | historisch DAI; Sky-Protokoll heute stärker diversifiziert | Zwangsliquidation bei Preisrückgang |
| Algorithmisch | Keine direkte Besicherung | TerraUSD (gescheitert) | Verlust der Kursbindung; im Extremfall Kollaps |
Tether (USDT) ist nach Marktkapitalisierung der weltweit größte Stablecoin. Das dahinterstehende Unternehmen Tether Limited verwaltet ein Reserve-Portfolio aus Bargeld, US-Staatsanleihen und anderen Instrumenten. Tether veröffentlichte jahrelang quartalsweise Reserve-Attestierungen. Im August 2026 legte das Unternehmen erstmals einen von KPMG U.S. vollständig geprüften Jahresabschluss für 2025 mit uneingeschränktem Prüfungsurteil vor. USDC, ausgegeben von Circle, geht einen anderen Weg. Circle veröffentlicht monatliche Attestierungen nach AICPA-Standards durch eine unabhängige Prüfungsgesellschaft und positioniert sich aktiv als regulierungskonformes Unternehmen. In der EU ist Circle über seine europäische Gesellschaft als E-Geld-Institut zugelassen und kann USDC damit als MiCA-konformen EMT anbieten; mehrere europäische Börsen haben USDT unter Berufung auf MiCA ausgelistet.
USDT und USDC sind auf zahlreichen Blockchains verfügbar, wobei sich die jeweils unterstützten Netzwerke unterscheiden.
In der Europäischen Union ist MiCA (Markets in Crypto-Assets) seit 2024 die verbindliche Grundlage für die Ausgabe von Stablecoins. Die Verordnung unterscheidet zwei Kategorien: E-Money Tokens (EMT) sind an eine einzelne Fiat-Währung gebunden und dürfen nur von zugelassenen E-Geld-Instituten oder Kreditinstituten ausgegeben werden. Asset-Referenced Tokens (ART) unterliegen eigenen umfangreichen Anforderungen unter anderem an Zulassung, Reserven, Eigenmittel und Governance.
Tether passte sein Produktangebot für den Europäischen Wirtschaftsraum an, nachdem mehrere Börsen USDT unter Berufung auf MiCA ausgelistet hatten. In den USA wurde im Juli 2025 der GENIUS Act verabschiedet, der erstmals klare Lizenzierungspflichten für Stablecoin-Emittenten schafft. Die Regelungen treten voraussichtlich im Januar 2027 in Kraft; ein früheres Inkrafttreten ist möglich, wenn zuvor finale Umsetzungsregeln veröffentlicht werden.
Für Anleger in Deutschland bedeutet MiCA vor allem, dass für das öffentliche Angebot und die Zulassung zum Handel von Stablecoins im EWR umfangreiche regulatorische Anforderungen gelten. Nicht MiCA-konforme Token können von europäischen Börsen ausgelistet werden.
Stablecoins bieten einen praktischen Weg, Kapital innerhalb der Krypto-Infrastruktur zu parken, ohne in eine Fiat-Währung zurückzuwechseln. Sie sind das Rückgrat dezentraler Finanzprotokolle (DeFi) und ermöglichen schnelle grenzüberschreitende Zahlungen, oft günstiger als traditionelle Überweisungsdienste.
In Ländern mit instabilen Landeswährungen halten viele Menschen ihre Ersparnisse bewusst in dollar-gebundenen Stablecoins. Die Risiken sind jedoch real. Ein Depeg, also der Verlust der Kursbindung, kann bei allen drei Modellen eintreten: durch Probleme beim Reservemanagement des Emittenten, durch starke Marktbewegungen bei besicherten Varianten oder durch einen Vertrauensverlust, der selbst verstärkend wirkt.
Hinzu kommt das Kontrahentenrisiko gegenüber dem Emittenten und die regulatorische Unsicherheit, die dazu führen kann, dass ein Token kurzfristig vom Markt genommen wird.