Tracking und Tracing Rüstungskonzern Thales implementiert Blockchain-Lösung für Lieferketten

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

Thales Firmengebäude

Quelle: Shutterstock

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Die Nachverfolgung von Lieferketten mit Hilfe der Blockchain-Technologie bewährte sich bereits in zahllosen Sparten und Branchen. Es gibt indes wenige Bereiche, in denen der Schutz vor Fälschung so wichtig ist wie bei der Militärtechnik. Das hat nun auch der Rüstungskonzern Thales erkannt.

Der Rüstungskonzern Thales setzt bei der Produktion künftig verstärkt auf Digitalisierung. Das französische Unternehmen gab so die Inbetriebnahme einer Fabrik in Spanien bekannt, die den Anforderungen von Industrie 4.0 entsprechen soll. Blockchain und Big Data sind die Schlüsseltechnologien bei der digitalen Transformation des Produktions- und Wartungszentrums.


Durch einen solchen Schritt erhofft sich Thales zunächst eine verbesserte Datengrundlage, die zur Erhöhung der Produktionsqualität sowie schnelleren Fertigungen und Reparaturen beitragen soll. Die Blockchain–Technologie kommt dabei zum Nachverfolgen von Lieferketten zum Einsatz.

Lieferketten-Tracking sichert Compliance

Thales gibt an, die Lieferketten aller Teile und Produkte nachverfolgen zu wollen, die in dem Produktions- und Wartungszentrum Verwendung finden oder hergestellt werden. Das Blockchain–Tracking sichert die Produktion vor Fälschungen und Manipulationen ab.

Dadurch sollen die Richtlinien der NATO und anderer militärischer Partner eingehalten werden. Zu den Produkten, bei denen dieses „fortgeschrittene Verwaltungssystem“ zum Einsatz kommt, zählen neben einem System für die Radiokommunikation auch Luft- und Seefahrtausrüstung.

Die Ankündigung lässt unerwähnt, welche Blockchain bei der Tracking-Lösung zum Einsatz kommt. Presseberichte legen jedoch nahe, dass die Sicherheitsmodule von Thales Hyperledger Fabric und Ethereum unterstützen. Sie beziehen sich dabei auf technische Dokumentationen des Rüstungskonzerns.

Tatsächlich kündigte Thales bereits vor zwei Jahren eine entsprechende Blockchain-Lösung an. Gemeinsam mit Accenture präsentierte das Unternehmen auf einer britischen Flugshow im Jahr 2018 einen Prototypen. Das dort vorgeführte Tracking-System nutzte neben Hyperledger Fabric auch das Internet der Dinge.

Eine Untersuchung von Accenture aus dem selben Jahr ergab, dass bis zum Jahr 2021 ganze 86 Prozent der Luft- und Verteidigungsindustrie auf die Blockchain–Technologie zurückgreifen werden. John Schmidt, der bei Accenture für eben diesen Industriezweig zuständig ist, sagte damals:

Die Blockchain-Technologie bietet eine neue, elegante und sichere Möglichkeit für die Branche, unzählige Komponenten zu verfolgen und nachzuweisen und gleichzeitig Fälschungen zu verhindern und die Wartungsmöglichkeiten zu verbessern. In Kombination mit Technologien wie digitalen Zwillingen und digitalen Fäden könnte die Blockchain-Technologie letztlich eine spielverändernde Innovation für diesen Sektor darstellen.

Blockchain in der Verteidigungsindustrie

Dass sich eine derartige Prognose bewahrheiten könnte, liegt nicht allzu fern. Greift doch der weltweit größte Rüstungskonzern Lockheed Martin seit 2020 ebenfalls auf die Blockchain–Technologie zurück. Das Unternehmen nutzt eine Lösung von Guardtime Federal für den Schutz der eigenen Lieferkette vor Software-Fälschungen und Cyberangriffen.

Des Weiteren ist auch die US-Amerikanische Luftwaffe seit 2019 auf der Blockchain zu finden. Das Unternehmen Simba Chain erarbeitete für die Air Force eine eigene Tracking-Lösung.

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