Studie: Tausende Pump and Dumps auf Telegram

Quelle: Shutterstock

Studie: Tausende Pump and Dumps auf Telegram

In einer interdisziplinären Studie fanden Forscher heraus, dass es auf Messengern wie Telegram und auf Discord etliche Pump-and-Dump-Schemata gibt. Im unregulierten Bitcoin-Markt ist es leicht, schnell Gewinne einzustreichen, ohne mit Konsequenzen zu rechnen.

Die Herausgeber der Studie „The Economics of Cryptocurreny Pump and Dump Schemes“ fanden heraus, was wenige überraschen dürfte. Sie untersuchten die Plattformen Telegram und Discord und fanden heraus, dass sich darauf eine ganze Menge der beliebt-betrügerischen Methode befinden, um schnell an Geld zu kommen.

Wie funktioniert Pump and Dump?

Die Funktionsweise der Schemata funktionieren nach dem Prinzip des „greater fools“. Es geht darum, rechtzeitig in einen Coin zu investieren, während er ansteigt (Pump). Dann geht es darum, zum besten Kurs wieder zu verkaufen, also kurz bevor alle wieder aussteigen und der Kurs fällt (Dump). Die Teilnehmer solcher Gruppen sind sich dessen bewusst. Im Prinzip weiß jeder, der Mitglied einer solchen Gruppe ist, dass die Initiatoren der Gruppe am meisten davon profitieren. Die Hoffnung ist dann, zum einen schneller als die restlichen Mitglieder zu sein, zum anderen dass ein rapider Kursanstieg dazu führt, dass „Outsider“ darauf aufmerksam werden und zusätzlich Kapital investieren.

Die Telegramgruppen sind meist reine Lesechannel: Man kann dort lediglich die Ankündigungen der Initiatoren lesen. Zunächst kündigen diese im Voraus das genaue Datum und die Börse des anstehenden Pump and Dump an. Dann, kurz bevor es losgeht, wird das Startsignal gegeben: Der Coin wird benannt. Wer dann rechtzeitig investiert und wieder aussteigt zockt dem nächstgrößeren Idioten das Geld ab.

Fehlende Regulierung begünstigt Zockerei

Die Forscher der Studie fanden nun heraus, dass sich auf Telegram-Gruppen insgesamt 3.767 verschiedene Gruppen tummeln, auf Discord insgesamt 1.051. Insgesamt identifizierten die Forscher 300 verschiedene Kryptowährungen, die für diese Methoden benutzt worden sind.


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Letztlich kamen die Forscher zu dem Schluss, dass es im Normalfall kleinere und unbekanntere Währungen seien, die gepumpt und gedumpt werden. Bei den Großen wie Bitcoin, Ethereum, Ripple und Konsorten sei dies weniger profitabel.

Dass ein solcher Betrug letztlich möglich ist, liegt an der mangelnden Regulierung: Es ist schlichtweg nicht verboten, daran teilzunehmen. Der nächste große Pump and Dump soll am 23. Dezember auf Binance um 17:00 GMT stattfinden. Von einer Teilnahme ist jedoch stärkstens abzuraten.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.

Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Szene

Nach Visa, PayPal und ebay ist auch MasterCard aus Facebooks Libra Association ausgetreten. Das Kreditkartenunternehmen nahm dies zum Anlass, um einmal über die Zukunft der Krypto-Welt nachzudenken. Von einem Abschied aus der Branche ist MasterCard indessen meilenweit entfernt.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.

Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Kursanalyse

Bisher konnte sich der gleitende Mittelwert der letzten hundert Tage als stabiler Support beweisen. Jedoch kann die kurzfristige Entwicklung des Bitcoin-Kurses als Bärenflagge gedeutet werden. Jenseits von Bitcoin gab es, trotz eines eher sorgenvollen Berichts der G7-Staaten, positive Neuigkeiten um Stable Coins. 

CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
Regulierung

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington in den USA hat einen neuen Krypto-Fraud hochgenommen. Seit Dezember des Jahres 2017 läuft das zwielichtige Programm Circle Society, denen die CFTC nun das Handwerk gelegt hat. Insgesamt sollen die betrügerischen Anbieter rund 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftet haben.

Angesagt

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Szene

Nach Visa, PayPal und ebay ist auch MasterCard aus Facebooks Libra Association ausgetreten. Das Kreditkartenunternehmen nahm dies zum Anlass, um einmal über die Zukunft der Krypto-Welt nachzudenken. Von einem Abschied aus der Branche ist MasterCard indessen meilenweit entfernt.

iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
Blockchain

Eine neue App verspricht mithilfe der Blockchain vollste Transparenz bei der Kaffeeproduktion. Das Produkt der kolumbianischen Firma iFinca möchte Farmern eine stärkere Stimme verleihen. Endverbraucher, die den entsprechenden QR-Code auf ihrem Kaffee scannen, sehen dann, wie viel der Bauer an der Herstellung verdient hat. Es ist nicht das erste Projekt in der Kaffee-Branche, welches die Technologie von Bitcoin & Co. nutzt. Schließlich ist das Kaffee-Business eines der undurchsichtigsten weltweit.