Studie: Bots stecken hinter 75 Prozent der EOS-dApp-Transaktionen

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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Quelle: Shutterstock

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Etwa 6 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen verschickten intelligente Bots im ersten Quartal 2019 auf dezentralen Anwendungen (dApps). Dies ermittelte eine Studie des KI-Security-Unternehmens AnChain.ai. Der Report ist die bislang am größten angelegte Studie zu schädlichen Bot-Aktivitäten auf der EOS-Blockchain. Sie offenbart, dass 75 Prozent aller Transaktionen nicht von Menschen ausgeführt wurden.

Eine Studie von AnChain.ai liefert Erkenntnisse zu dem Einfluss von KI und Bot-Systemen bei dezentralen Anwendungen (dApps). Das Unternehmen, welches KI-Produkte und dApps zu Sicherheitszwecken für Unternehmen entwickelt, publizierte den entsprechenden Report am 22. Mai 2019.

AnChain kommt zu dem Ergebnis, dass im ersten Quartal 2019 Transaktionen mit einem Wert von etwa 6 Millionen US-Dollar auf das Konto von schädlichen Bots gehen. Danach führt AnChain 51 Prozent der Accounts und 75 Prozent der Überweisungen auf KI-Systeme zurück.

Bots entdecken mit KI

Anders als übliche Apps laufen dApps über ein Peer-to-Peer-Netzwerk. Sie basieren auf der Blockchain und bieten Zahlungsvorgänge in Kryptowährungen an. Für die Studie untersuchte AnChain die Transaktionen auf den zehn bedeutendsten EOS-dApp-Plattformen. Diese repräsentieren 65 Prozent des Gesamtvolumens an Überweisungen im EOS-Ökosystem.

Um die Millionen relevanten Transaktionen in die Materialaufnahme mit einzubeziehen, setzte AnChain-CEO Victor Fang selber auf Künstliche Intelligenz. Mithilfe von KI gelang es AnChain, verdächtige Vorgänge auf den Plattformen zu identifizieren. Sich ständig wiederholende Transaktionshandlungen und Hyperaktivität deuteten auf nicht-menschliche Steuerung hin. „Dies ist das erste Mal, dass ein Unternehmen Deep-Learning für eine gründliche Durchleuchtung der wichtigsten Transaktionen im Ökosystem nutzt und die Frage nach dessen Gesundheitszustand stellt. Die Leute werden realisieren müssen, dass dies ein Problem ist, dem entgegenzuwirken ist“, so Fang.

Bot-Aktivitäten als Beweis für die Anonymität von dApps

Die Autoren des Reports vermuten, dass die anonymen Bot-Strukturen in erster Linie dazu programmiert wurden, die Konkurrenzfähigkeit und Profitabilität der dApps zu erhöhen. Auch gezielte Angriffe auf dApps mit Sicherheitslücken kommen als Motiv für die Erstellung künstlicher Accounts und Transaktionen in Frage. Aus einem Fehler im System konnten Kriminelle so beispielsweise durch eine hohe Anzahl an identischen Transaktionen in kurzer Zeit große Gewinne machen.

Dennoch appelliert AnChain dazu, die Vorteile von Bots in dApps sehen. Schließlich offenbart sich in ihnen, dass dApps im Gegensatz zu herkömmlichen zentralen Zahlungsanwendungen wirkliche Anonymität garantieren.

Obwohl Künstliche Intelligenz im Internet auch abseits von Krypto-Anwendungen weiter verbreitet ist als geglaubt, stellt die dezentralisierte Natur von Blockchain größere Herausforderungen an die Architektur von Sicherheitssystemen. Dennoch prognostiziert Fang: „Langfristig werden Blockchains sicherer.“

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