Krypto für alle Square macht Bitcoin (BTC) massentauglich
Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Ein Mann hält eine Bitcoin-Münue neben ein Smartphone, auf dem das Logo der CashApp zu sehen ist.

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Bitcoin habe auf lange Sicht das Zeug zur globalen Leitwährung, das sagte Square-Gründer und -CEO Jack Dorsey bereits im Jahr 2018. Für dieses Szenario stellt sein Zahlungsdienstleister Square nun offenbar die Weichen und hat jüngst recht überraschend im großen Stil Bitcoins gekauft. Warum zunehmend große Unternehmen auf den jungen Krypto-Markt schielen.

Im Krisenjahr 2020 festigt sich die Welt der digitalen Währungen. Nicht zuletzt PayPals neuer Kryptodienst ist das jüngste Beispiel, wie der Einstieg in die Krypto-Welt massentauglich gemacht wird. Es herrscht ein Umbruch am Markt. Auch bei Wettbewerbern wie Robinhood Markets oder Square, Inc. ist der Handel mit Bitcoin und Co. schon länger möglich. Letzterer ist die zweite Firma des Twitter-Mitgründers Jack Dorsey, der den Mobil-Bezahldienst 2009 gegründet hatte, nachdem er zeitweise bei Twitter herausgedrängt worden war. Er ist der größte Aktionär mit einem Anteil von 24,4 Prozent. Das in San Francisco ansässige Unternehmen vertreibt Lesegeräte für Smartphones und Tablets, mit denen Händler Kartenzahlungen auf den mobilen Geräten annehmen können. Nun hat Square rund 4.709 Bitcoins im Gesamtwert von etwa 50 Millionen US-Dollar gekauft, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Damit übernimmt der Zahlungsvermittler nach dem Unternehmen MicroStrategy in Sachen Bitcoin eine Vorreiterrolle.

Der Wachstumsmarkt Bitcoin: Ein cleverer Schachzug 

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Den Schritt begründete das Unternehmen damit, dass es an das Potenzial des Bitcoins glaube, in Zukunft weiter zu wachsen: „Angesichts der schnellen Evolution von Kryptowährungen und der beispiellosen Ungewissheit von makroökonomischen und währungspolitischen Gegebenheiten, glauben wir, dass es für uns der richtige Zeitpunkt ist, unser zum größten Teil in US-Dollar angegebenes Balance Sheet zu erweitern und ein bedeutendes Bitcoin-Investment zu tätigen”, heißt es in der Mitteilung. 50 Millionen US-Dollar Investment ist definitiv kein kleines Volumen für den Zahlungsdienstleister. Auch nicht, wenn Square inzwischen auf einen Umsatz in Höhe von 5,8 Milliarde US-Dollar kommt. Der Wert entspräche sogar rund 1 Prozent der Bilanzsumme, die Square zum Ende des zweiten Quartals ausgewiesen hatte. Doch Square „glaube, dass der Bitcoin in Zukunft das Potenzial einer omnipräsenten Währung hat“, so Square-Finanzchefin Amrita Ahuja. An der wachsenden Akzeptanz der Digitalwährung wolle man maßgeblich partizipieren und davon lernen.

Darüber hinaus erachtet man Bitcoin bei Square als „Instrument zur Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit“, das Menschen auf der ganzen Welt die Teilnahme an einem globalen Währungssystem ermöglicht. Dies stehe im Einklang mit dem Zweck, den Square als Unternehmen erfüllen will.

Square ist ein insgesamt sehr innovatives Unternehmen und Bitcoin gehört zu einer neuen Infrastruktur, die einen klaren Wachstumsmarkt darstellt. Dass Square jetzt selbst in Bitcoin investiert, hat möglicherweise weitere, spekulativere Gründe. Trotzdem ist die generelle Akzeptanz für Randbereiche und andere Währungen ein womöglich wertvoller Schritt in Richtung weiteres Wachstum. Letztlich kann Square von jeder Transaktion profitieren, die abgewickelt wird. Entsprechend macht es Sinn, auf junge Märkte zu setzen, die potenziell viel weiteres Wachstumspotenzial besitzen können. Als aktuelle Leitwährung unter den Kryptowährungen besitzt Bitcoin ein großes Potenzial an Transaktionsvolumen. Das kann sich positiv auf das operative Geschäft von Square auswirken.

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Kryptowährungen sind jedoch nicht der einzige Bereich, dem Square aufgeschlossen gegenübersteht. So unterstützt das Unternehmen beispielsweise auch die Cannabis-Industrie, was ebenfalls ein gigantisches Wachstum beim Transaktionsvolumen nach sich ziehen könnte. Auf junge, wachstumsstarke Märkte zu setzen könnte daher ein insgesamt cleverer Schachzug sein.

Squares Cash App ermöglicht Bitcoin-Kauf

Für den bekennenden Krypto-Fan Jack Dorsey und sein Unternehmen ist es bei weitem nicht der erste Vorstoß in die Welt der Digitalwährungen. Über die Peer-to-Peer-App „Cash“ können Nutzer in den USA bereits 2018 Bitcoins kaufen, halten und verkaufen. Darüber hinaus unterstützt Square den Bereich der Kryptowährungen seit 2019 mit einem unabhängigen Team an Open-Source-Projekten zur Weiterentwicklung des Bitcoin-Netzwerks. Erst im September gab der Zahlungsvermittler zudem die Gründung der „Crypto Open Patent Alliance” (COPA) bekannt, einem gemeinnützigen Konsortium zum Schutz des Open Source-Charakters von Kryptowährungen, welches die Patente der einzelnen Mitglieder bündelt und sie für diese in einer Krypto-Datenbank zur Verfügung stellt. 

Ein Schutzschild vor Krypto-Patenten?

Das Angebot der Crypto Open Patent Alliance dürfte vor allem für kleine Firmen oder Krypto-Start-ups verlockend klingen. Größere Firmen, die bereits viele eigene Patente besitzen, dürften hingegen weniger Vorteile genießen. Daher stellt sich die Frage: Was hat Square davon? Der Zahlungsdienstleister könnte bei seinem gemeinnützigen Projekt durchaus ein paar Hintergedanken hegen. Es wird spekuliert, dass das Unternehmen womöglich gemerkt habe, dass es kein skalierbares Produkt mit hohem Durchsatz bauen könne, ohne dabei über eine Innovation zu stolpern, die durch ein Patent geschützt ist. Daher hoffe Square nun möglicherweise, dass Unternehmen zur Crypto Open Patent Alliance beitreten werden, deren Patente für sie selbst nützlich sein könnten. Ob dies wirklich eintreten sollte, wird sich zeigen.

Der spekulative Top Pick

Die Aktie von Square hat in den letzten Monaten einen fantastischen Lauf: Seit dem Krisentief im März hat sich der Kurs mehr als verfünffacht und am 13.Oktober bei 190 US-Dollar ein neues Allzeithoch markiert. Zwar konnte sie dieses Niveau zunächst nicht halten und musste im Wochenverlauf einen 7,5 Prozent der Gewinne abgeben. Dennoch setzt sich die Aufwärtsbewegung seit Freitag langsam wieder fort. Der Kurs springt um rund 2,4 Prozent nach oben und markiert gegenwärtig bei 176,77 US-Dollar. 

Square-Aktie performt besser als der Markt

Insgesamt hat die Square-Aktie im Kalenderjahr 2020 eine Rendite von 238 Prozent erzielt. Damit hat die Aktie den Technologie-Index NASDAQ, der immerhin ebenfalls um 47 Prozent (Stand: 31.12.2020) zulegen konnte, deutlich outperformt. Neben dem starken Chartbild und fundamentalen Wachstumstrends des „Überperformers“ stimmen auch die Offenheit für neue Technologien wie den Bitcoin und das Potenzial für eine globale Expansion langfristig optimistisch. Schließlich kaufte Square nicht zuletzt einige kleinere Start-up-Unternehmen auf. Darunter ist beispielsweise die Webhosting-Firma Weebly aus San Francisco, das 2018 aufgekauft wurde. Investierte Anleger bleiben daher mit nachgezogenem Ziel und Stopp dabei, Neueinsteiger können an schwächeren Tagen zugreifen.

Pro/Contra Square Inc. Aktie (WKN: A143D6)

Das spricht für ein InvestmentDas spricht dagegen
Setzt auf junge Wachstumsmärkte wie Bitcoin oder die Cannabis-IndustrieMangel an umsatzstarkem, internationalem Geschäft
Potenzial für eine globale Expansion Höheres Kreditrisiko als bei Visa 
Clevere Investments in junge Wachstumsmärkte stärkt WettbewerbsfähigkeitDie Aktie ist mit einem KGV von knapp 80 nicht gerade günstig
Starkes Wachstum

Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 11/2020 des Kryptokompass, dem ersten Börsenbrief für digitale Assets. Die Kursdaten wurden auf den Stand vom 31. Dezember 2020 aktualisiert.


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