Optionen, Futures und Co. Sind Derivate die Zukunft des Bitcoin-Marktes?

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Ende 2019 lag das Handelsvolumen des Bitcoin-Derivate-Marktes erstmals über dem des Spot-Marktes. Liegt die Zukunft des Bitcoin-Marktes im Handel mit Optionsscheinen, Futures, Swaps und Co.?

Nach Angaben der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIS) betrug der globale OTC-Handel (OTC: over-the-counter, außerbörslicher Handel) mit Derivaten im Jahr 2019 640 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: das weltweite Bruttoinlandsprodukt war im gleichen Jahr mit 140 Billionen US-Dollar etwa fünf mal kleiner. Derivate sind Finanzinstrumente, dessen Wert von einem ihm zugrundeliegenden Anlageobjekt oder einer Gruppe von Anlageobjekten abhängt. Klassische Derivate sind etwa Optionen, Swaps, Futures oder Forwards. Aufgrund ihrer mitunter komplizierten Struktur entfällt ein Großteil des Derivate-Handels auf institutionelle Finanzdienstleister wie Banken oder Hedgefonds – das gilt insebesondere für den OTC-Markt.

Wer braucht schon Bitcoin Futures?


Privatinvestoren beäugen den Derivate-Markt mitunter argwöhnisch – zu undurchsichtig, zu riskant. Und überhaupt, ist hodln bei hochvolatilen Assets wie Kryptowährungen nicht ohnehin die Strategie der Wahl? Dabei übersieht man jedoch oft, dass Derivaten in liquiden Märkten wie dem Krypto-Markt eine wichtige Rolle zukommt. So ermöglichen sie Short-Positionen, also etwa die Wette auf fallende Kurse, reduzieren Volatilität und sorgen für eine effizientere Preisfindung. Gerade bei neuen Assetklassen wie BTC ist letzteres ein notwendiger Schritt, damit die Kryptowährung ihren Weg in traditionelle Portfolios finden kann.

Und das tut sie. Denn nach Angaben von bitcointradevolume.com überholte das Derivate-Volumen Ende 2019 erstmals das Bitcoin-Spot-Volumen. Dieser Tage hält es sich indes die Waage.

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Beim Handel mit Bitcoin-Derivaten spielt Platzhirsch BitMEX eine besondere Rolle. Schließlich beträgt das tägliche Handelsvolumen aktuell etwa 1,8 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Binance erzielte 2019 eigenen Angaben zufolge im Durchschnitt 2,8 Milliarden US-Dollar an täglichem Handelsvolumen.

Immer beliebter werden soggenante Optionsscheine. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Art Termingeschäft, bei dem man der Gegenpartei das Recht, aber nicht die Pflicht, einräumt, ein bestimmtes Asset zu einem genau festgelegten Termin zu einem vorher beschlossenen Kurs zu handeln. Erst im Januar vermeldete die Chicago Mercantile Exchange (CME), Bitcoin-Optionsscheine anzubieten. Selbige gibt es bei LedgerX übrigens bereits seit 2017.

Derivate-Handel will gelernt sein

Bei aller (nicht immer berechtigten) Kritik an Derivaten, gilt es doch festzuhalten, dass das Trading mit Optionen, Futures und Co. hochriskant ist. Zwar ermöglicht Bitcoins Volatilität gepaart mit Hebeln bis zum Faktor 100 (BitMEX) wahre Traumgewinne. Handeln mit Fremdkapital, also Hebeln, können mitunter aber auch den Totalverlust des eingesetzten Kapitals zur Folge haben.

Und so ist es am Ende Fluch und Segen, dass Bitcoin-Derivate nicht nur der kapitalstarken Finanzelite vorbehalten sind, sondern auch Privatinvestoren zugänglich sind. Denn mit klugem Hedging können Trader das Risiko am Bitcoin-Markt durchaus minimieren. Doch das will gelernt sein.

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