Bitcoin-Diebstahl SIM-Swapping: Teenager soll eine Million US-Dollar erbeutet haben

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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Quelle: Shutterstock

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Ein Teenager aus New York soll aus seiner Wohnung heraus eine Million US-Dollar in Kryptowährungen ergaunert haben. Der Jugendliche nutzte hierfür das sogenannte „SIM-Karten-Swap“ und zog so 75 Menschen über den Tisch. Für den Scam brauchte der 19-Jährige offenbar nur seinen Computer und mehrere iPhones. Ermittler beklagen: Fälle derartiger Betrugsmaschen häufen sich.

Ein 19-jähriger mutmaßlicher Internet-Scammer wurde in Kalifornien wegen unterschiedlicher Betrugsvorwürfe verhaftet. Dem jungen Mann wird vorgeworfen, mithilfe des sogenannten SIM-Swapping eine Million US-Dollar in Kryptowährungen gestohlen zu haben. Am 5. Dezember verhaftete die Polizei den Teenager in Corona, CA, nachdem sie zuvor sein New Yorker Apartment durchsucht hatte und lieferte ihn an seinen Heimat-Bundesstaat New York aus. Verschiedene US-amerikanische Medien, unter anderem die NY Post, berichteten nun über den Fall.

Der Beschuldigte muss sich jetzt vor dem Manhattan Supreme Court verantworten. Die Behörden werfen ihm vor, in 75 Fällen die sogenannte „SIM-Karten-Swap“-Betrugsmethode angewandt zu haben. Am 18. Dezember erhob die New Yorker Staatsanwaltschaft Anklage wegen Identitätsdiebstahl, Computermanipulation und ähnlicher Delikte. Dennoch bleibt Selassie vorerst auf freiem Fuß, nachdem er seinen Pass abgeben musste. Am 10. Januar beginnt seine Gerichtsverhandlung. Der Teenager aus Brooklyn plädiert auf „nicht schuldig“.

Beim SIM-Swapping machte sich der Mann die 2-Faktor-Authentifizierung zunutze. Hierbei übertrug er zunächst die Telefonnummern seiner Opfer auf seine eigenen iPhones. Anschließend setzte er die Passwörter ihrer Accounts zurück. Zu diesen gehörten beispielsweise ihre Gmail-, Yahoo- und Dropbox-Zugänge. Innerhalb der Accounts suchte er dann nach Zugangsdaten zu Krypto-Wallets und räumte diese leer. Währenddessen gingen die iPhones der Betroffenen plötzlich offline, der Täter konnte sich unbehelligt an den privaten Daten bedienen.

Scammer suchte gezielt vermögende Opfer


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Zu den 75 Betroffenen des Scams gehören Personen aus 20 verschiedenen Staaten. Während des vier Monate andauernden Betrugs zwischen Januar und Mai 2019 legte Selassie es offenbar insbesondere auf gut betuchte Opfer an. Den Verfolgungsbehörden zufolge machte er demnach gezielt Personen aus, die in lukrativen Branchen arbeiten und mit hoher Wahrscheinlichkeit in Bitcoin & Co. investieren. „Er suchte sie [die Opfer] sich gemäß der Wirtschaftssparten aus, in denen sie sich bewegten“, sagte der Staatsanwalt des Bezirksgerichts in Manhattan, Cyrus R. Vance Jr., dazu.

Die Fahnder durchsuchten das Mobiltelefon des jungen Mannes und fanden hierbei Verbindungen zu den Opfern. Anschließend tauchte auch eine handgeschriebene Notiz auf, die den Teenager belastete. Nach der Durchsuchung seiner Wohnung zog Selassie zunächst an die Westküste der USA, vermutlich um einer weiteren Verfolgung zu entgehen. Von seiner Beute soll der arbeitslose Mann sich Luxusgüter, wie etwa zwei Rolex-Uhren und eine Gucci-Brieftasche, gekauft haben. Einen Großteil der Kryptowährungen fanden die Ermittler allerdings auf seiner Wallet, zu der sie sich den Zugang verschaffen konnten.

Dritter SIM-Karten-Swap in wenigen Monaten

Die Betrugsmasche SIM-Swapping erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. So monierte Staatsanwalt Vance Jr., dass dies bereits der dritte größere Fall der Betrugsmethode in seinem Verwaltungsgebiet innerhalb weniger Monate sei. Einige Monate zuvor, im April dieses Jahres, verurteilte ein Gericht einen 21-Jährigen aus Boston für den Diebstahl von 7,5 Millionen US-Dollar in Bitcoin & Co. zu zehn Jahren Gefängnis. Auch er eignete sich mit dem SIM-Karten-Tausch die Passwörter seiner Opfer an.


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