Kein Kavaliersdelikt: Musterschüler muss wegen Bitcoin-Diebstahl ins Gefängnis

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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In den USA erhielt ein 21-jähriger Krypto-Dieb eine langjährige Haftstrafe. Durch SIM-Swapping hatte Joel O. die Wallets seiner Opfer um Kryptowährungen im Gegenwert von 7,5 Millionen US-Dollar erleichtert. Nun muss der ehemalige Jahrgangsprimus für zehn Jahre ins Gefängnis.

Joel O. aus Boston genießt die zweifelhafte Ehre, als einer der ersten Krypto-Diebe, die SIM-Swapping verwenden, rechtskräftig verurteilt worden zu sein. Der 21-Jährige hat insgesamt 7,5 Millionen US-Dollar von 40 Opfern erbeutet – 5,2 Millionen davon ergaunerte sich O. von einem einzigen Unternehmer im Silicon Valley. Das geht aus einer Bekanntmachung der Bezirksstaatsanwaltschaft des kalifornischen Santa Clara hervor.

SIM Swapping

SIM Swapping ist eine Straftat, die sich vor allem bei jüngeren Generationen wachsender Beliebtheit erfreut. Gemeint ist die Aneignung einer fremden Mobilfunknummer. Das geschieht, indem der Täter den Mobilfunkanbieter unter dem Vorwand kontaktiert, seine PIN zur Entsperrung seiner SIM-Karte verloren zu haben. Lässt sich der Mobilfunkanbieter täuschen – etwa indem der Täter ihm in sozialen Netzwerken zusammengeklaubte Informationen über den eigentlichen Besitzer der Rufnummer durchgibt – kann die Telefonnummer auf die SIM-Karte des Täters übertragen werden.

Dies öffnet dem Täter Tür und Tor für weitere Straftaten, da er nun über die Möglichkeit verfügt, auf diverse Accounts seiner Opfer zuzugreifen, die durch Zwei-Faktor-Authentifizierung („2FA“, Beispiel: Bestätigungs-SMS) geschützt sind. Da auch zahlreiche Bitcoin-Börsen und Wallets über 2FA verfügen, überrascht es nicht, dass SIM-Swapper hier ein besonders reizvolles Betätigungsfeld vorfinden.

„Das sind keine Robin Hoods“

Dass SIM-Swapping ein wachsendes Problem ist, hat man in Kalifornien bereits 2018 erkannt. Um dem „Trend“ etwas entgegenzusetzen, hat Santa Clara die REACT Taskforce ins Leben gerufen. Diese war es auch, die O. im Juli 2018 dingfest machte. Die Bezirksstaatsanwaltschaft Santa Clara betont in ihrer Mitteilung, dass es sich bei SIM-Swapping nicht um ein Kavaliersdelikt handelt.

Das sind keine Robin Hoods. Das sind Verbrecher, die einen Computer statt einer Waffe benutzen. Sie stehlen nicht nur eine ätherische, experimentelle Währung. Sie stehlen College-Gelder, Hypotheken, das finanzielle Leben der Menschen.

Staatsanwältin Erin West

Dementsprechend deutlich fällt mit zehn Jahren auch das Strafmaß aus. Mehr zum Fall Joel O. und den Umständen seiner Ergreifung (inklusive Gucci-Tasche) erfahrt ihr hier.


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