Schweden nutzt jetzt offiziell die Blockchain für Grundbucheintragungen

Wie berichtet wurde, hat in Schweden das Grundbuchamt Lantmäteriet seit kurzem angefangen Grundstücke und Eigentümer über eine Blockchain einzutragen.

Schon seit 2016 ist bekannt, dass Schweden an einer Blockchain-Lösung diesbezüglich forscht. Ende Mai wurde dann die letzte Testphase erfolgreich abgeschlossen. Trotz der fortschrittlichen Digitalisierung des Grundbuchamtes, soll die Blockchain zu deutlichen Effizienzsteigerungen führen.

Konkret sollen so um die 100 Millionen Euro eingespart werden können, die für Bürokratie und Betrugsfälle jedes Jahr fällig werden. Das es tatsächlich zu so hohen Einsparungen kommt, bleibt jedoch zu bezweifeln. Darüber hinaus haben aber auch die Banken Interesse an dem Projekt, da sich so in der Zukunft auch Hypothekengeschäfte über eine Blockchain darstellen lassen. Entsprechend wundert es auch nicht, dass zwei schwedische Banken bei dem Projekt involviert sind.

Das Grundbuchamt nutzt die Blockchain von dem Startup Chromaway. Allerdings handelt es sich hierbei um eine private und nicht um eine öffentliche Blockchain. Aus institutioneller Sicht ist dieser Schritt aber durchaus verständlich, möchte doch jede Institution die Oberhand in Puncto Einfluss und Kontrolle haben.

Sicherlich hat Schweden die Blockchain-Technologie viel weniger nötig als die meisten anderen Länder. Gerade in den Ländern, wo die Korruption hoch und die Grundbucheintragungen unvollständig sind, wäre der Einsatz einer nicht manipulierbaren Blockchain-Lösung sinnvoll. Entsprechend kann Schweden den Ländern als Vorlage dienen, die selbst nicht das Know-How aufbringen können.

Vor allem in Zentral- und Südamerika, wo der Bedarf eines Blockchain-Grundbuchamtes sicherlich gegeben ist, wird in einigen Ländern an einer Blockchain-Einführung gearbeitet. So ist von Honduras und Brasilien bekannt, dass sie Blockchain-Projekte in der Richtung verfolgen.

BTC-ECHO

Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO und verantwortet neben der redaktionellen Planung auch den Bereich Business Development. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann hat er Politik und Wirtschaft in Münster studiert und verschiedene berufliche Stationen, etwa in einer der führenden Unternehmensberatungen und im Bundeswirtschaftsministerium, absolviert. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Als Speaker, zuletzt etwa auf dem St. Petersburg International Economic Forum 2017, referiert er über das makroökonomische Potential der Blockchain.

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