Die Krypto-freundliche Erebor Bank steht vor der nächsten milliardenschweren Finanzierungsrunde. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Damit soll der Unternehmenswert der Bank auf mindestens 8 Milliarden US-Dollar steigen – nahezu eine Verdopplung gegenüber der letzten Finanzierungsrunde im Dezember. Damals sammelte Erebor 350 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 4,35 Milliarden US-Dollar ein.
Die Verhandlungen befinden sich laut Bloomberg zwar noch in einem frühen Stadium. Eines ist jedoch sicher: Das Unternehmen, das unter anderem von Tech-Investor Peter Thiel und Oculus-Mitgründer Palmer Luckey unterstützt wird, ist rasant gewachsen. Die Kundeneinlagen stiegen seit Ende März von rund 1,1 Milliarden auf 4,05 Milliarden US-Dollar. Zudem gewann die Bank innerhalb von drei Monaten fast 400 neue Kunden hinzu. Nach Angaben des Unternehmens soll die Bank bis zum Jahresende profitabel arbeiten.
Kritik wegen Banklizenzen
Auch im Krypto-Geschäft baut Erebor ihr Angebot aus. Geplant sind Einlagen und Zahlungsdienste für US-Dollar-Stablecoins. Die Nachfrage nach kryptobesicherten Krediten sei bislang jedoch geringer ausgefallen als ursprünglich erwartet. Die Bank erhielt im Februar die endgültige Zulassung als nationale US-Bank, nachdem das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) bereits im Oktober 2025 eine vorläufige Genehmigung erteilt hatte.
Das schnelle Wachstum des Instituts stößt zugleich auf politische Kritik. Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren äußerte laut Bloomberg “ernste Bedenken” hinsichtlich des zügigen Zulassungsverfahrens und hinterfragte, ob politische Verbindungen zur Trump-Regierung den Prozess beschleunigt haben könnten. Erebor selbst äußerte sich zu diesen Vorwürfen nicht.
Auch aus der Bankenindustrie selbst kommt Kritik an den schnellen Zulassungsverfahren. Im März hatte bereits das Bank Policy Institute (BPI), eine der größten Lobbygruppen der USA, mit einer Klage gedroht. Mehr dazu hier: Krypto vs. Banken: Jetzt droht die nächste Eskalation in den USA
