Das große Ziel, Bitcoin bis Ende des Jahrzehnts auf eine Bewertung von einer Million US-Dollar pro Coin zu treiben, steht womöglich vor einer “unüberwindbaren mathematischen Hürde”. Laut Markus Thielen, Forschungsleiter der Analysefirma 10x Research, ist das erforderliche Kapital für diesen Kursanstieg unter normalen Marktbedingungen schlicht nicht vorhanden. Seine Einschätzung stützt sich auf einen Vergleich der historischen Kapitalzuflüsse. Erliegen viele Bitcoin-Anhänger also einem bloßen Wunschdenken?
In den vergangenen 15 Jahren flossen rund eine Billion US-Dollar in Bitcoin, was die Marktkapitalisierung bei einem Kurs von derzeit knapp 64.000 US-Dollar auf etwa 1,28 Billionen US-Dollar anheben konnte. Um aber die Marke von einer Million US-Dollar zu erreichen, müsste das Bitcoin-Netzwerk Thielen zufolge in den kommenden vier Jahren zusätzliche 15 Billionen US-Dollar an Nettozuflüssen anziehen – etwa einem Viertel des Gesamtwerts des US-Aktienmarktes. Gegenüber Cointelegraph betont der Krypto-Experte, dass eine derart massive Kapitalumschichtung in ein einzelnes digitales Asset innerhalb von vier Jahren jeder historischen Grundlage entbehrt.
Die Bitcoin-Marktkapitalisierung bremst exponentielle Kurszuwächse aus
Mit steigender Marktkapitalisierung verteuere sich jeder prozentuale Zugewinn drastisch. Derselbe Betrag an Kapital, der in früheren Zyklen eine Kurssteigerung von 10 Prozent auslöste, bewirke auf dem aktuellen Niveau einen deutlich kleineren Effekt. Deshalb sollten Investoren nicht davon ausgehen, dass Bitcoin seine Erholungsphasen früherer Zyklen im selben Zeitrahmen wiederholen könnte. Thielen erklärt, dass das Erreichen des bisherigen Allzeithochs von 126.000 US-Dollar Zeit benötigt. Selbst eine Rückkehr in den Bereich von 100.000 US-Dollar wäre bereits ein großer Erfolg.
Bitcoin-Prognosen von Branchengrößen wie Cathie Wood, Brian Armstrong oder Jack Dorsey dienen nach Einschätzung des 10x-Forschungsleiters primär der medialen Aufmerksamkeit. Große, runde Zahlen würden von Medien bevorzugt zitiert werden, schaden jedoch Kleinanlegern, da sie unnatürliche Erwartungshaltungen schüren. Ein Erreichen der Millionen-Marke pro Bitcoin sei zwar nicht völlig ausgeschlossen, setze jedoch extreme makroökonomische Schocks wie einen kollabierenden Kreditmarkt und den vollständigen Zusammenbruch des bestehenden Finanzsystems voraus.
