Am 23. März kam es im Bitcoin-Netzwerk auf Höhe von Block 941.880 zu einer kurzfristigen Aufspaltung der Blockchain. Mehrere Mining Pools fanden nahezu gleichzeitig gültige Blöcke, wodurch zwei parallele Chains entstanden.
Antpool und ViaBTC arbeiteten zunächst auf einem Zweig weiter, Foundry USA baute jedoch eine alternative Chain auf und erzeugte anschließend sechs Blöcke in Folge. Damit setzte sich dieser Strang als längste Blockchain durch und wurde zum gültigen Zustand des Netzwerks. Die Blöcke des konkurrierenden Zweigs verloren ihre Gültigkeit, die enthaltenen Transaktionen wurden zurück in den Mempool verschoben.
Reorganisation des Protokolls
Nach Einschätzung der Analysten von b10c handelt es sich um ein eher seltenes, aber protokollkonformes Ereignis.
Eine Reorganisation entsteht, wenn zwei gültige Bitcoin-Blöcke nahezu gleichzeitig gefunden werden und kurzfristig zwei konkurrierende Chains existieren. Am Ende setzt sich die längere Kette durch, während die Blöcke der kürzeren verworfen werden und deren Transaktionen erneut bestätigt werden müssen.
Bitcoin Miner unter Druck
Für die Miner ViaBTC und Antpool bedeutet der kurzfristige Chainsplit finanziellen Druck. Denn: Die Produktionskosten für einen Bitcoin liegen mit rund 88.000 US-Dollar deutlich über dem aktuellen Kurs von etwa 71.000 US-Dollar. Sinkende Hashrate und Difficulty sowie ein niedriger Hashprice zeigen, dass sich viele Mining-Betriebe nahe an der Rentabilitätsgrenze bewegen.
Börsennotierte Mining-Unternehmen reagieren bereits mit Diversifikation. Firmen wie Marathon Digital oder Cipher Mining investieren verstärkt in Rechenzentren für KI und High-Performance-Computing. Ziel ist es, stabilere Einnahmequellen zu erschließen. Warum Bitcoin Mining in Zukunft noch herausfordernder wird, lest ihr hier: Wie gefährlich wird der Miner-Exodus für Bitcoin?

