Abverkauf als Kontraindikator? 

Bitcoin-ETFs brechen Negativrekord: längste Abflussserie seit Handelsstart

Bitcoin-ETFs verzeichnen zehn Tage in Folge Abflüsse. Analysten sehen darin ein mögliches Signal für eine Bodenbildung am Krypto-Markt.

Johannes Dexl
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Eine Bitcoin-Münze vor einem schwarzen Hintergrund mit fallendem roten Kurschart

Beitragsbild: Shutterstock

| Die Bitcoin-ETFs lassen weiter deutlich Federn

Bitcoin-ETFs verzeichnen die längste Abflussserie seit ihrem Start in den USA. Seit dem 15. Mai zogen Anleger an zehn Handelstagen in Folge Kapital aus den Spot-Produkten ab. Insgesamt belaufen sich die Nettoabflüsse auf mehr als 2,97 Milliarden US-Dollar.

Nach Daten von SoSoValue lagen die täglichen Abflüsse in diesem Zeitraum zwischen 70 Millionen und 733 Millionen US-Dollar. Den stärksten Tagesabfluss gab es am Mittwoch mit 733,43 Millionen US-Dollar.

Die gesamten Nettovermögen der Spot Bitcoin ETFs sanken demnach von 104,29 Milliarden US-Dollar am 15. Mai auf 94,17 Milliarden US-Dollar am Freitag. Das entspricht einem Rückgang von rund 10 Milliarden US-Dollar binnen zwei Wochen.

Bitcoin-ETFs brechen Negativrekord

Die aktuelle Serie übertrifft den bisherigen Negativrekord von acht aufeinanderfolgenden Abflusstagen. Dieser war Anfang des vergangenen Jahres registriert worden, als Anleger insgesamt 3,2 Milliarden US-Dollar aus den Produkten abzogen.

Seit ihrer Zulassung in den USA gelten Spot Bitcoin ETFs als wichtiger Gradmesser für die institutionelle Nachfrage nach BTC. Starke Zuflüsse werden häufig als Zeichen wachsender Risikobereitschaft gewertet. Deutliche Abflüsse deuten dagegen auf Vorsicht, Absicherungen und sinkende Nachfrage hin.

Für den Krypto-Markt kommt die Entwicklung in einer angespannten Phase. Bitcoin steht weiter unter Verkaufsdruck, und die ETF-Daten zeigen, dass institutionelle Investoren zuletzt Risiko aus ihren Portfolios genommen haben.

Zeichen für Bodenbildung?

Die Krypto-Analysefirma Santiment Intelligence sieht in den anhaltenden Abflüssen jedoch nicht nur ein Warnsignal. Historisch hätten extreme ETF-Abflüsse häufig als Kontraindikator funktioniert, schrieb das Unternehmen auf X.

Wenn in kurzer Zeit große Summen aus Bitcoin-ETFs abfließen, könne das auf “Peak Fear”, Frustration oder eine besonders starke Risikoaversion unter Anlegern hindeuten. Genau solche Phasen fielen in der Vergangenheit teils mit lokalen Tiefpunkten zusammen.

Auch Spot Ethereum ETFs verzeichneten zuletzt eine längere Abflussserie. Seit dem 11. Mai kam es an 14 Handelstagen in Folge zu Nettoabflüssen. Die täglichen Rücknahmen lagen dabei zwischen 5,65 Millionen und 130,62 Millionen US-Dollar. Der stärkste einzelne Abfluss wurde am 12. Mai mit 130,62 Millionen US-Dollar registriert.

Auffällig ist dagegen die Entwicklung bei Spot Hyperliquid ETFs. Die HYPE-Produkte verzeichneten seit ihrem Start am 12. Mai an jedem Handelstag Zuflüsse. Bis zum 28. Mai stiegen die kumulierten Nettozuflüsse auf mehr als 100 Millionen US-Dollar. Das verwaltete Nettovermögen legte von 1,87 Millionen US-Dollar zum Start auf 122,20 Millionen US-Dollar zu. HYPE konnte so sogar Solana nach FDV überholen.

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