Upgrade Ripple: Neues XRPL Update ist ein „Gamechanger“

Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Dana Hajek

Dana absolviert ihr Masterstudium in Journalismus, Medien und Globalisierung an der City University in London. Sie ist überzeugt, dass Blockchains ein gewaltiges Nutzungs- und Transformationspotenzial aufweisen und in nur wenigen Jahren die Welt auf den Kopf stellen werden.

RIPPLE (XRP)-Kryptowährung; physikalische Concept-Rippelmünze auf dem Hintergrund des Diagramms

Quelle: Shutterstock

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Jüngst gab Fuggers Open-Source-Protokoll, Ripple, ein neues Feature für XRPL bekannt: die negative Unique Node List. Sie ermöglicht es dem Netzwerk trotz eines Ausfalls weiter voranzukommen und ist somit ein echter „Gamechanger”, so Ripples CTO David Schwartz.

Vor knapp einer Woche hatte Ripples CTO, David Schwartz, einen Artikel über die Vorteile des XRP-Ledgers veröffentlicht. Darin argumentiert er, dass der XRP–Ledger eine kostengünstigere und sicherere Lösung zu den Proof-of-Work-basierten Blockchains bietet, da er auf einem Netzwerk unabhängiger Validierungsknoten basiert, die ihre Transaktionsaufzeichnungen ständig vergleichen.

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Nun gab Ripples CTO David Schwartz ein zusätzliches XRPL Feature bekannt, das er als den „absoluten Gamechanger” bezeichnet. Jeder Server im XRPL verfüge dabei über eine sogenannte „Unique Node List“ (UNL), die fehlerhafte Validatoren auflistet und auch dann verfügbar ist, wenn die Validatoren offline sind.

Negative UNL funktioniert trotz Ausfall

Somit ist eine besondere Wesenseigenschaft der Negative UNL des XRP–Ledger-Konsensprotokolls, das es dem Netzwerk ermöglicht trotz eines Ausfalls weiter zu funktionieren. Langfristig gesehen könne es somit die nachhaltige Instandhaltung des Netzwerks fördern, heißt es auf der Website. Das heißt das Update betrifft vor allem jene Validatoren, die fehlerhaft arbeiten und aufgrund von externen Umständen offline sind. Darunter zählen zum Beispiel Internetprobleme, Hardware-Reparatur oder Hacker-Angriffe. Auf XRPL.org heißt es folgendermaßen:

Die „Negative UNL” ist eine Liste von vertrauenswürdigen Validierern, von denen angenommen wird, dass sie offline sind oder nicht funktionieren. Das wiederum wird durch einen Konsens der übrigen Validierer erklärt. Validatoren in der „Negative UNL” werden bei der Feststellung, ob eine neue Ledger-Version einen Konsens erreicht hat, ignoriert.

Die Negative UNL hat indes jedoch keinen Einfluss darauf, wie das Netzwerk Transaktionen verarbeitet oder welche Transaktionsergebnisse erzielt werden.

XRPL Update noch in der Testphase

Laut Schwartz wird das Update derzeit noch im Testnetzwerk Rippled 1.6.0 auf weitere Fehler überprüft. Somit steht es bislang noch nicht online zur Verfügung. Das Update ermögliche es einfach und schnell Validatoren anhand einer komplexen Liste von Auswahlkriterien zu finden und an das Netzwerk anschließen zu können. So heißt es:

Bei der Auswahl eines Validators ist die Leistung nicht das einzige Kriterium. Jurisdiktion, institutionelles Engagement, Netzwerkredundanz, Engagement für das Netzwerk und viele andere Faktoren müssen berücksichtigt werden. Der größte Vorteil des negativen UNL-Ansatzes besteht darin, dass er es viel einfacher macht, zu mehr verschiedenen Validierern ‚Ja‘ zu sagen. Und das, selbst wenn sie über eine einzige Hausverbindung mit einer winzigen Maschine im Wohnzimmer von jemandem laufen.

UNL verringert Risiko für die Integration neuer Validatoren

Über die Unique Node List verringere sich laut Schwartz das Risiko für die Integration neuer Validatoren mit dem Netzwerk drastisch. Wenn beispielsweise mehr als 20 Prozent der vertrauenswürdigen Validatoren offline gehen oder mit dem Rest des Netzwerks nicht mehr kommunizieren können, stoppt das Netzwerk die Validierung neuer Ledger, da es kein Quorum erreichen kann. In besonderen Fällen, wenn Validierer ein oder zweimal offline gehen, können die verbleibenden Validierer die UNL nutzen, um ihre aktiven UNLs schrittweise anzupassen. Somit benötigt das Netzwerk folglich nur noch 80 Prozent der Online-Validierer, um ein Quorum zu erreichen.

Dezentralisierung schafft Risiko

Das XRP–Ledger setzt Schwartz zufolge generell bei einem der Grundprinzipien von Bitcoin an, und zwar der Dezentralisierung. Keine zentrale Autorität zu haben, die die Regeln diktiert, denen die Netzwerkteilnehmer folgen, schafft Komplexität und Risiko, so Ripples CTO. Dies liege daran, dass sich die Teilnehmer nicht auf die Regeln einigen können, auf denen die Blockchain basiert. In seiner Publikation mit dem Titel „Beyond Proof of Work: the XRPL Consensus Solution“ beschreibt er es wie folgt:

Das XRPL-Konsensus-Schema mit Validatoren bietet eine billige, zuverlässige, dezentralisierte und schnelle Lösung für das Problem der doppelten Ausgaben. Sein Design erlaubt es auch, das Netzwerk aufzurüsten, wenn die Teilnehmer dem zustimmen, ohne das Risiko einer zufälligen Divergenz.

Somit hebe das XRPL die energetischen Vorteile hervor, die im Kontrast zum massiven und kostenineffizienten Nutzung von Elektrizität PoW-basierter Netzwerke stehen. Denn im Gegensatz zu Bitcoin ist XRPL nicht auf einen Mining-Prozess zur Überprüfung von Transaktionen angewiesen. Somit zeichnet sich das digitale Asset XRP auch im direkten Vergleich zu Bitcoin besonders durch seine Skalierbarkeit und Schnelligkeit beim Transfer aus. Darauf haben bereits mehrere Führungskräfte von Ripple hingewiesen, darunter auch deren CEO, Brad Garlinghouse. Schwartz zufolge sei das Konsensus-Protokoll von Bitcoin somit eine technologische Sackgasse.

Ripple-Swell-Global-Konferenz über CBDCs

Im Rahmen der diesjährigen Ripple-Swell-Global-Konferenz versammelten sich die führenden Köpfe aus den Bereichen Finanzdienstleistungen und Blockchain-Technologie in einem Livestream. Unter den anwesenden Speakern waren unter anderem David Mills vom Federal Reserve Board (FRB) und Ulrich Bindsell von der Europäischen Zentralbank (EZB). Diskussionen und Voträge der Swell 2020 drehten sich vor allem um die digitalen Währungen der Zentralbanken. Hier räumten die Vertreter der Weltbanken ein, dass ihre Organisationen hinter den Zentralbanken Chinas, Schwedens und der Bahamas zurückbleiben. Insbesondere wenn es um tatsächliche Fortschritte in Richtung einer digitalen Zentralbankenwährung (CBDC) geht. Somit bestehe nun die Aufgabe der EZB und der FRB darin, Innovation voranzutreiben und gleichermaßen mit der bestehenden Infrastruktur in Einklang zu bringen.

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