Raphael Haldner von Bank Frick zu Krypto-Assets: „Gerade im Fondsbereich gibt es emittentenseitig eine sehr große Nachfrage“
Bank Frick, Raphael Haldner von Bank Frick zu Krypto-Assets: „Gerade im Fondsbereich gibt es emittentenseitig eine sehr große Nachfrage“

Quelle: Bank Frick

Raphael Haldner von Bank Frick zu Krypto-Assets: „Gerade im Fondsbereich gibt es emittentenseitig eine sehr große Nachfrage“

Kaum eine andere Bank wird so stark mit Krypto-Dienstleistungen assoziiert wie die Bank Frick. Das liechtensteinische Bankhaus mit Fokus auf B2B-Banking hat bereits den ICOs der frühen Stunde als Bankpartner gedient. Um mehr über die Blockchain-Ausrichtung der Bank Frick zu erfahren, haben wir uns vor Ort mit Raphael Haldner, Leiter Fund and Capital Markets bei Bank Frick, zum Interview getroffen.

BTC-ECHO: Bank Frick hat sich als krypto-affines Bankhaus in Europa einen Namen gemacht. Kannst du eure Kerndienstleistungen einmal erklären?

Raphael Haldner: Die Kerndienstleistung ist unsere Custody bzw. Verwahrung von Krypto-Assets: Wir haben eine Storage-Lösung für bestimmte Coins aufgebaut und unterhalten aktive Geschäftsbeziehungen zu etablierten Brokern und Börsen. Zudem können Investoren bei uns traden sowie Fiatgeld in Kryptowährung umtauschen. Durch die Tatsache, dass die Geldflüsse aller Beteiligten innerhalb von Bank Frick stattfinden, minimieren wir das sogenannte Counterparty Risk. Ferner konzentrieren wir uns seit geraumer Zeit immer mehr auf die sogenannte Asset-Tokenisierung, wobei insbesondere im Security-Token-Bereich immer mehr Bewegung reinkommt.

Außerdem bieten wir Unternehmen aus Europa, deren Geschäftstätigkeit einen Blockchain-Bezug aufweist, Konten und andere Bankdienstleistungen an, die für das Tagesgeschäft notwendig sind.

BTC-ECHO: Ihr seid in Liechtenstein ansässig. Wo siehst du regulatorisch die größten Vorteile an Liechtenstein?

Raphael Haldner: Als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) können wir (tokenisierte) Finanzinstrumente mittels „passporting“ auch in die EU tätigen. Das heißt, im Hinblick auf den Vertrieb ist Liechtenstein ein interessanter Standort und gegenüber der Schweiz diesbezüglich im Vorteil, da diese nicht Mitglied in der EU bzw. dem EWR ist. Im Weiteren haben wir kurze Behördenwege. Das heißt, die Konzeption von Finanzinstrumenten bedingt in der Regel die Zustimmung durch die Finanzmarktaufsicht – und die kann hier einfach schneller erfolgen.

BTC-ECHO: Tokenisierung ist ein großes Thema. Sieht du in deinem Bereich, Funds und Capital Markets, eine Zukunft mit Security Token?


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Raphael Haldner: Ich sehe Security Token als sehr wichtige Hülle für Vermögenswerte aller Arten. Ich würde das nicht auf Fremd- oder Eigenkapitalprodukte beschränken. Meiner Meinung nach können Token oder die Blockchain eine ganze Menge an Problemen lösen, die es heutzutage gibt. Allen voran möchte ich auf die Settlement-Prozesse verweisen. Man bedenke etwa die Liefersysteme von Geld und Wertpapieren. Im Weiteren wird das gesamte System deutlich transparenter werden: Eine Emittentin wird dank Blockchain in Zukunft zu jedem Zeitpunkt wissen, welcher Anleger welche Menge eines spezifischen, von ihr herausgegebenen Finanzinstruments hält. Dasselbe gilt natürlich für die emissionsbegleitende Bank, was enorm hilfreich ist, gerade im Bereich der immer strenger werdenden Sorgfaltspflichten.

BTC-ECHO: Wie ist die Nachfrage von euren Kunden?

Raphael Haldner: Gerade im Fondsbereich gibt es emittentenseitig eine sehr große Nachfrage. Konkret arbeiten wir seit geraumer Zeit an einer tokenisierten Version eines europäischen Alternative Investmentfonds (AIF). Es gibt einzelne Kunden, für die wir bereits Transaktionen durchgeführt haben, etwa mit Anleihen und strukturierten Produkten.

Die Nachfrageseite hinkt allerdings noch etwas nach. Wir begründen das damit, dass institutionelle Anleger mit der Materie noch nicht sehr vertraut sind und Retail-Investoren aufgrund der Erfahrungen mit ICOs noch zurückhaltend sind.



BTC-ECHO: Wie schätzt du die Gefahr für Wertpapierdienstleister ein, dass die Blockchain-Technologie die Marge für bestehende Finanzdienstleister senkt?

Raphael Haldner: Es wird auf jeden Fall Dienstleister in der Wertschöpfungskette geben, deren Daseinsberechtigung durch die Blockchain-Technologie infrage gestellt wird. Ich sehe die Technologie aber als große Chance an, Prozesse in der Finanzindustrie weiter zu optimieren. Insbesondere für Start-ups und KMUs, die gewöhnlicherweise keine zwei- oder dreistelligen Millionenbeträge am Kapitalmarkt suchen, sehen wir hier künftig einfachere Möglichkeiten, ihre geplanten Finanzierungen erfolgreich abzuschließen.

Auf der Anlegerseite sehen wir insbesondere in der Etablierung von Sekundärmärkten ein unglaublich großes Potential – gerade in solchen Token, deren Basiswerte semi-liquid oder illiquid sind (wie etwa Immobilien, private Debt oder andere „Alternatives“). Sowohl die Zugänglichkeit als auch die Liquidität zu bzw. in den einzelnen Anlagen dürfte sich durch die Tokenisierung erhöhen.

Insgesamt glauben wir, dass diese Entwicklungen der Kapitalmarktunion, die auf europäischer Ebene angepriesen wird, zuträglich sind. Am Ende profitieren von der Tokenisierung beide Seiten – Anleger und Emittenten.

BTC-ECHO: Für die großen Banken wäre die Blockchain-Technologie aber ein Problem, oder?

Raphael Haldner: Ich glaube, große Banken, die vor allem im Investmentbanking tätig sind, haben einen großen Vorteil: Durch die enorme Platzierungskraft, über die sie (bspw. aus der Tätigkeit im Asset Management) verfügen, können situativ per „Knopfdruck“ in ein Offering alloziert werden. Das heißt, wenn Sie als Emittentin hingehen, und Sie suchen 500 Millionen Euro, die Sie am besten bis zum Ende des Monats auf dem Konto haben, dann kommen Sie nicht um eine Investmentbank herum.

Es wird aber sehr wahrscheinlich Kooperationen zwischen FinTechs und Banken geben, damit das technologische Know-how auch bei großen Banken ankommt. Der Vorteil von der Tokenisierung ist, dass die Chance besteht, dass kleine Banken in Zukunft eine größere Rolle spielen werden.

Bei uns läuft das nicht anders. Die Gesellschaft 21.finance AG, die im Mehrheitsbesitz von Bank Frick steht, soll künftig beispielsweise eine „Investor Onboarding Landingpage“ für uns betreiben. Wichtig ist, dass jeder seine Rolle kennt und seine Stärken mit einbringt – ob FinTech oder Bank.

BTC-ECHO: In welcher Rolle siehst du die Bank Frick in den nächsten Jahren?

Raphael Haldner: Wir sehen uns als bevorzugte Anlaufstelle für Blockchain-Banking in allen Ausprägungen, wobei wir unser Dienstleistungsspektrum fortlaufend weiterentwickeln werden. In diesem Zusammenhang sind auch Kooperationen mit FinTechs und Branchenspezialisten geplant bzw. bereits im Aufbau.

Was meinen Bereich betrifft, wollen wir vor allem unseren Namen im Bereich der Emissionsdienstleistungen für tokenisierte Finanzinstrumente und andere Vermögensgegenstände weiter behaupten und stärken.

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