Proof of Adoption? Amazon erhält Krypto-Patent

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Der US-amerikanische Onlineversandhändler Amazon hat ein Patent erhalten, das Spekulationen um eine Öffnung des Konzerns für Kryptowährungen befeuert. Dabei geht es um einen Proof-of-Work-Algorithmus, der auf der Erstellung von Merkle Trees basiert. Darüber hinaus referenziert das Patent auch einen Antrag des Blockchain-Unternehmens Blockstream.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Christopher Klee

Der e-Commerce-Riese Amazon erhielt in dieser Woche mit die Zulassung für einen 2016 eingereichten Patentantrag und sorgte damit für Aufhorchen im Krypto-Space. Darin beschreibt der Online-Retailer ein System, das die Erstellung sogenannter Merkle Trees (auch: Hash-Baum) als Grundlage eines Proof of Work (PoW) verwendet. So lautet der Abstract des Patents:

Ein Proof-of-Work-System, bei dem eine erste Partei (z. B. ein Client-Computersystem) Zugang zu einer Computerressource beantragen kann. Eine zweite Partei (z. B. ein Dienstleister) kann eine Herausforderung festlegen, die zur Erfüllung des Antrags gestellt werden kann. Die Herausforderung kann eine Nachricht und einen Seed beinhalten, sodass der Seed zumindest teilweise verwendet werden kann, um kryptographisch Informationen abzuleiten, die verwendet werden können, um eine Lösung für die Herausforderung zu generieren. Der Hash-Baum kann ab dem Erzeugen der Lösung erzeugt werden.

Kommt die Amazon-Blockchain?

Das Dokument gibt wenig konkreten Anlass, um von einer Kryptowährungsadaption seitens Amazon zu sprechen. Proof of Work bzw. der unter anderem in Bitcoin verwendete SHA256-Algorithmus sind älter als Kryptowährungen; allerdings findet sich unter den Referenzen ein Patent des Blockchain-Unternehmens Blockstream, in dem es dediziert um Blockchain-Technologie und Kryptowährungen geht. Der ebenfalls 2016 eingereichte Antrag behandelt die „Übertragung von Ledger Assets zwischen Blockchains über festgelegte Sidechains“. Als Erfinder führt der Blockstream-Antrag den prominenten Kryptographen Adam Back an. Adam Back gilt als der Erfinder des PoW-Algorithmus Hashcash. Er gehört damit zu den wenigen Referenzen, auf die sich das Bitcoin White Paper bezieht.


Es ist nun schwer zu sagen, was Amazon mit dem PoW-Patent wirklich vorhat. Die Referenz des Blockstream-Patents unterfüttert Spekulationen, dass Amazon sich in Richtung Blockchain- oder zumindest Enterprise DLT bewegt. Ferner heißt es im Amazon-Patent:

Die Umgebung in einer Ausführungsform [des Patents] ist eine verteilte und/oder virtuelle Computerumgebung, die mehrere Computersysteme und Komponenten verwendet, die über Kommunikationsverbindungen über ein oder mehrere Computernetzwerke oder Richtungsverbindungen miteinander verbunden sind.

Krypto-Enthusiasten könnten dies als Beispiel einer Distributed-Ledger-Technologie interpretieren; allerdings ist die Aussage so vage formuliert, dass sie einige (juristische) Hintertüren offen hält. Kein wirklicher Grund also für überschwänglichen Enthusiasmus à la Anthony Pompliano:

Breaking: Amazon hat in den USA ein Patent für ein Proof-of-Work-System angemeldet, das Kryptographie nutzt.

Es gibt kein großes Unternehmen auf der Welt, das nicht an der Revolution teilnehmen wird.

Der Virus verbreitet sich.

Der Co-Founder von Morgan Creek Digital hat allerdings recht, wenn er behauptet, dass sich immer mehr Großunternehmen der Distributed-Ledger-Technologie zuwenden. Vor diesem Hintergrund ist eine Amazon-„Blockchain“ indes alles andere als unvorstellbar.


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