Ponzi-System-Betrüger in Indien festgenommen

Alexandra Kons

von Alexandra Kons

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Alexandra Kons

Alexandra Kons hat Orient- und Asienwissenschaften, Deutsch als Fremdsprache und Arabistik studiert. Seit einigen Jahren widmet sie sich hauptberuflich dem Thema Kryptowährungen.

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Die indische Polizei hat einen australischen Krypto-Verbrecher in einem Hotel in der Nähe des Flughafens von Delhi festgenommen. Ein australischer Staatsbürger hat angeblich ein Krypto-Ponzi-Programm im Wert von 14 Millionen US-Dollar aufgebaut. Insgesamt sollen 1.500 Menschen von dem Betrug betroffen sein.

Der Verdächtigte befand sich seit dem Zusammenbruch seines betrügerischen Ponzi-Systems Ende des Jahres 2018 auf der Flucht. In Maharashtra in Indien wollte er mit dem Gewinn aus seinem Betrug ein neues Unternehmen aufbauen. Ganz glatt gingen seine Pläne dann aber doch nicht, sodass er Indien in Richtung Dubai verlassen wollte. Dazu ist es indes nicht gekommen, da die indische Polizei ihn bereits vor dem Antritt des Fluges in seinem Hotel festnehmen konnte.


Der Verdächtigte stammt aus Shivpuri in Indien und wanderte im Jahr 2007 nach Australien aus. Dort betrieb er ein Sicherheitsgeschäft in Sydney. Nebenbei soll er am Aufbau von Plus Gold Union Coin (PGUC) beteiligt gewesen sein. Dabei handelt es sich um ein Kryptowährungs- und börsenbasiertes Ponzi-System. Seine Komplizen Brijesh Raikwar, Seema Raikwar und Rupesh Rai wurden bereits Ende Juni festgenommen.

Illegales, aber erfolgreiches Ponzi-Schema

Bei Plus Gold Union Coin handelt es sich um eine dezentrale Plattform mit einem selbstregulierenden Finanzsystem. Hier konnten die Teilnehmer durch das Minen von digitalen Währungen Gewinne generieren. Der mutmaßliche Täter und sein Team veranstalteten in Melbourne und Sydney Seminare, um Investoren anzulocken. Die Betrüger zielten damit vor allem auf indische Expats in Australien ab. Zu den Betroffenen zählen über 1.500 Investoren aus 22 Ländern. Darunter finden sich auch Opfer aus Frankreich, Deutschland, Japan, Indonesien, Bangladesch, Kolumbien, Sri Lanka, Finnland und Nigeria.

Der Krypto-Ponzi-Schwindel flog auf, nachdem etwa 25 Investoren aus dem indischen Bundesstaat Madhya Pradesh Anzeige gegen PGUC eingereicht hatten. Rajib Sharma, ein indischer Expat aus Australien, berichtete in einem Artikel der Times of India: „Wir werden mit der Botschaft und anderen Behörden Kontakt aufnehmen, um in diesem Fall aktiv zu werden. Es ist ein massiver Erfolg, dass das länderübergreifende Betrugssystem aufgedeckt wurde.“

Geschickt aufgebautes Lügensystem führt Opfer hinters Licht

Der Betroffene Sharma soll insgesamt 52.000 US-Dollar in das Ponzi-System investiert haben. Einen Großteil des Betrags in bar. Sharma führt dazu aus:

Alles sah echt aus … eine schöne Website mit unserem persönlichen Dashboard und Präsentationen der Veranstalter, die auf ein prognostiziertes Wachstum hinwiesen.

Der Verdächtigte bewarb die PGUC als Hybrid Crypto mit großen Renditechancen. Sie gaben dabei an, ein europäisches Unternehmen mit Hintergrund im Metallabbau zu sein. Deepika Shinde, ein Mitglied des Spezialteams, das diesen Fall untersucht, gab an, dass der mutmaßliche Täter wusste, dass er für eine gefälschte Kryptowährung wirbt.

Er hat mit den Leuten zusammengearbeitet, die dieses Programm gestartet haben. Und er wusste bereits im Dezember 2017, dass PGUC eine gefälschte Währung ist. Aber er hat weiter dafür geworben und einen Teil des Gewinns erzielt,

sagte Shinde.

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