OneCoin-Anwalt wegen Geldwäsche in Millionenhöhe verurteilt

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Quelle: Shutterstock

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Viele halten OneCoin für den größten Krypto-Scam der Geschichte. Über 4 Milliarden US-Dollar sollen die Betreiber der Kryptowährung mit ihm eingenommen haben. In den USA laufen nun Prozesse gegen einige der Verantwortlichen. Eine Jury fällte nun ein Urteil gegen den OneCoin-Anwalt Mark Scott.

Eine Jury hat im Prozess gegen den OneCoin-Anwalt Mark S. Scott ein Urteil gesprochen. Laut dem Portal law360 befanden die Geschworenen eines Gerichts in Manhattan den Anwalt am 20. November für schuldig. Er soll Geldwäsche für das Krypto-Unternehmen und dessen verschwundene Gründerin, „Cryptoqueen“ Ruja Ignatova, betrieben haben.


Scott nutzte demnach diverse Scheinfirmen und Offshore-Konten um 400 Millionen US-Dollar zu waschen. Diesen Service ließ sich der OneCoin-Anwalt mit 50 Millionen US-Dollar vergüten. Von den Geldern erwarb er eine Yacht und mehrere Luxushäuser. In ihren Abschlussplädoyers vom 19. November hatten die Vertreter der Staatsanwaltschaft die überwältigende Beweislage gegen Scott betont. Dieser soll „besessen“ von Geld gewesen sein.

Der Richter setzte das Datum für die Verkündung des Strafmaßes auf den 21. Februar. Scott wird bis dahin unter Hausarrest bleiben. Einen Antrag der Anklage auf sofortige Gefängnishaft lehnte der Richter ab, die Anzeichen für Fluchtgefahr reichten hierfür nicht aus.

Scotts Anwälte pochten auf seine Unschuld

Unterdessen beharrten Scott und seine Anwälte bis zum Schluss auf seiner Unschuld. Sie wollten die Jury davon überzeugen, dass Scott nichts von der kriminellen Natur von OneCoin gewusst habe.

Um dieses Argument zu untermauern, holten die Anwälte sogar Neil Bush, den Bruder des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, hervor. Neil Bushs einstige Teilnahme an einem gemeinsamen Geschäftstreffen mit der Cryptoqueen Ignatova soll OneCoin einen ausreichenden Anschein von Legitimität verliehen haben.

Zudem verwiesen Scotts Anwälte immer wieder auf Robert Courtneidge, einem Experten für Kryptowährungen bei Locked Lord, Scotts ehemaliger Anwaltskanzlei. Auch er soll Scott die Legalität von OneCoin bestätigt haben. Die Kanzlei selbst distanzierte sich derweilen von Scott. Sie machte deutlich, dass Scotts kriminelle Aktivitäten nach seiner Zeit bei der Kanzlei geschehen waren:

Scott, der für etwas mehr als ein Jahr bei uns war, wurde fast zwei Jahre nach seinem Ausscheiden von der US-Regierung wegen Geldwäsche angeklagt. Wir wussten nichts von seinen persönlichen Aktivitäten außerhalb der Firma, und wir haben uneingeschränkt mit den Behörden kooperiert und mit ihnen zusammengearbeitet.

Letztendlich gelang es Scotts Anwälten nicht, die Jury von seiner Unschuld zu überzeugen. Sie kündigten jedoch an, dass Scott in Berufung gehen wird.

OneCoin-Gründerin weiterhin verschwunden

Neben Scott muss sich auch Konstantin Ignatov wegen der Causa OneCoin vor einem US-Gericht verantworten. Anders als Scott legte Ignatov allerdings ein Geständnis ab. Dem Bruder der Cryptoqueen drohen nun bis zu 90 Jahre Haft. Jene bleibt unterdessen verschollen. Nach Angaben ihres Bruders soll sie über Wien und Athen geflohen sein. Ignatov soll weiterhin gesagt haben, dass seine Schwester unter dem Schutz eines „reichen und mächtigen“ Russen stehe.

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