OneCoin, OneCoin-Anwalt vor Gericht: Neil Bush soll Cryptoqueen getroffen haben

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OneCoin-Anwalt vor Gericht: Neil Bush soll Cryptoqueen getroffen haben

Die gerichtliche Aufarbeitung des OneCoin-Skandals schreitet in den USA voran. Durch den mutmaßlichen Betrug sollen die Betreiber der Kryptowährung 4 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet haben. Gerichtsunterlagen belegen nun, dass es einst zu einem Treffen zwischen der OneCoin-Gründerin Ruja Ignatova und dem Bruder des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush gekommen war. Ob diese Information dem angeklagten OneCoin-Anwalt Mark Scott helfen wird, bleibt indes fraglich.

Mark Scott muss sich in der Causa OneCoin vor einem US-Gericht verantworten. US-Ermittler halten die Kryptowährung für ein betrügerisches Pyramidensystem. Dem OneCoin-Anwalt Scott werfen sie folglich vor, 400 Millionen US-Dollar für die Betreiber von OneCoin gewaschen zu haben. Scott und seine Anwälte beharren hingegen auf seiner Unschuld. Ihre Argumentation: Scott habe nichts von der mutmaßlich kriminellen Natur von OneCoin gewusst.

Das Portal law360 berichtete mit Verweis auf Gerichtsunterlagen, dass Scotts Anwälte jüngst Neil Bush hervorzauberten, um dieses Argument zu untermauern. Der Investor entstammt einer hoch angesehenen Familie, schließlich bekleideten sowohl sein Bruder George W. Bush als auch sein Vater George H. W. Bush das Amt des US-Präsidenten. Neil Bush nahm einst jedoch an einem Geschäftstreffen teil, bei dem auch die verschwundene OneCoin-Gründerin und „Cryptoqueen“ Ruja Ignatova anwesend war. Seine Teilnahme ließ er sich mit 300.000 US-Dollar vergüten. Scott und sein Anwalt Arlo Devin-Brown behaupten nun, dass die Anwesenheit von Bush dem gesamten OneCoin-Projekt Legitimität verliehen haben soll. Mehr noch: Erst Bushs Verbindung zur Kryptowährung habe dem zunächst skeptischen Scott das nötige Gefühl von Sicherheit gegeben. Folglich forderten sie, dass Bush als Zeuge vorgeladen wird.

Neil Bush traf tatsächlich OneCoin-Gründerin

Die US-Behörden wissen schon länger von dem Treffen zwischen Bush und der OneCoin-Gründerin Ignatova. Das FBI hatte den Bruder des ehemaligen US-Präsidenten schon zweimal in dieser Sache befragt. Scotts Anwälte lasen in der Gerichtsverhandlung aus einer Abschrift dieser Interviews.


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Demnach kam es zu dem Treffen, weil Bush Geschäftsverbindungen mit dem wohlhabenden Chinesen Dr. Hui Chi Ming und dessen Firma Hoifu Energy unterhielt. Hui war damals im Zentrum eines 60-Millionen-US-Dollar-Geschäftes. Es ging um ein Darlehen für den Kauf eines Ölfelds in Afrika, „ein sehr großer Teil des Kaufpreises“ hätte in OneCoin bezahlt werden sollen. Im Rahmen dieses Geschäfts kam es in Hongkong zu einem Treffen zwischen Bush, Hui und Ignatova. Laut dem FBI-Bericht hätte Bush ein Anrecht auf 10 Prozent des Erlöses gehabt, falls Hui die ihm angebotene Kryptowährung erfolgreich verkauft hätte. Der Deal kam allerdings nicht zu Stande.

Bushs Anwalt David Gerger bestätigte vor Gericht, dass es zu dem Treffen kam. Er bejahte auch, dass Bush Geschäftsbeziehungen zu Hui unterhielt. Allerdings wies er die von Scotts Anwälten aufgestellte Behauptung zurück, wonach Bush gar als Aufsichtsratmitglied bei Hoifu Energy tätig war. Letztlich betonte Gerger, dass Bush an nichts von dem, was Scott tat, einen Anteil hatte. Er argumentierte zudem, dass eine erneute Aussage von Bush nichts Inhaltliches zu den FBI-Berichten hinzufügen würde. Der Richter stimmte dem zu. Bush wird somit nicht als Zeuge vorsprechen müssen.

Cryptoqueen weiterhin auf freiem Fuß

Gleichzeitig läuft in den USA ein Prozess gegen Konstantin Ignatov, den Bruder der Cryptoqueen. Anders als Scott legte Ignatov allerdings ein umfassendes Geständnis ab. Auch im Prozess gegen den OneCoin-Anwalt trat er als Zeuge der Anklage auf. Wegen seiner Beteiligung an OneCoin drohen Ignatov bis zu 90 Jahren Haft. Unterdessen befindet sich seine Schwester weiterhin auf freiem Fuß. Ihr Bruder gab vor Gericht an, nichts über ihren aktuellen Aufenthaltsort zu wissen. In den USA ist auch Ruja Ignatova wegen Geldwäsche und Betrug angeklagt.

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