Norwegen beendet Mining-Subventionen

Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Kuhlmann

Max Kuhlmann ist ein Universalist: Als Politikwissenschaftler, Kinderbuchautor, Qi-Gong-Lehrer, Werbesprecher und Erzieher hat er Einblick in viele Welten. Das verbindende Element all dieser Welten ist das Geldsystem, weshalb es aus seiner Sicht so wichtig ist, sich für ein gerechtes Geldwesen einzusetzen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich daher mit diesem Thema, wobei sein derzeitiger Fokus auf den Digitalwährungen rund um Bitcoin liegt.

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Quelle: Shutterstock

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Ab Januar 2019 wird Bitcoin-Mining in Norwegen nicht mehr von der Regierung unterstützt. Dies berichtete die größte norwegische Zeitung Aftenposten am 21. November. Konkret profitierten die Bitcoin-Miner bisher von einem Steuererlass, der den Strompreis für die Mining-Unternehmen extrem drückte. Durch dessen Aufhebung erhöht sich der Preis für Elektrizität von umgerechnet etwa 0,04 Euro um das Vierfache auf etwa 0,17 Euro pro Kilowatt. 

Es ist keine gute Woche für norwegische Mining-Unternehmen. Dem krassen Kurssturz des Bitcoin von über 30 Prozent nach monatelanger Seitwärtsbewegung folgt nun der nächste Dämpfer: Bitcoin Mining wird ab dem kommenden Jahr nicht mehr subventioniert.

Laut Berechnungen des deutschen Bitcoin Miners Northern Bitcoin betragen die durchschnittliche Mining-Kosten in Norwegen etwa 7.700 US-Dollar pro Bitcoin. Die Elektrizität dafür werde vor allem durch günstige, erneuerbare Energien und einem speziell auf die Fjorde Norwegens zugeschnittenen Wasserkühlsystem gewonnen. Als offiziellen Grund für das Ende der Förderung nannten staatliche Quellen den Umweltschutz.

Die Stimmen zum Geschehen

„Norwegen kann nicht weiterhin Steuervorteile gewähren für eine derartig umweltschädigende Form der Energiegewinnung – und das nur um Bitcoin zu generieren. Das verschlingt Unmengen an Elektrizität und stößt zudem noch Treibhausgase aus“,

sagte der norwegische Parlamentarier Lars Haltbrekken.


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Roger Schjerva, ein Sprecher des norwegischen Lobbyverbandes für Informations- und Kommunikationstechnik ICT Norway, kritisierte die Maßnahmen scharf:

„Das ist schockierend! Die Rahmenbedingungen wurden ohne jegliche Diskussionen, Beratung, geschweige denn einem Dialog mit der Industrie geändert. Seither konnte sich Norwegen durch hohe politische Stabilität und Zuverlässigkeit der rechtlichen Rahmenbedingungen auszeichnen. Doch plötzlich spielt die Regierung russisches Roulette mit ihrer Glaubwürdigkeit.“

Doch es gibt auch positive Stimmen aus der Blockchain-Ökonomie selbst. Jon Ramvi, CEO des Blockchain-Beratungsunternehmens Blockchangers, meinte zu den Vorgängen:

„Dies ist ein Sieg für die Menschen in Norwegen und unsere natürlichen Ressourcen. Weniger Mining in Norwegen wird den Strompreis für die hier lebenden Menschen und die landeseigenen Unternehmen senken. Das bedeutet, dass anstelle von Bitcoin Minern die Menschen vor Ort von den Ressourcen des Landes profitieren werden.“

Weiterhin verweist er auf den wahren Zweck von Mining:

„Mehr Miner machen das Netzwerk weder schneller noch helfen sie bei dessen Skalierbarkeit. Ihre einzige wirkliche Funktion ist es, das Netzwerk sicherer zu machen. Durch mehr Miner braucht man mehr Rechenleistung, um das Netzwerk zu hacken. (…) Wie dem auch sei: Das Bitcoin-Netzwerk hat sich seit über einem Jahr als extrem sicher herausgestellt. Daher benötigen wir nicht noch mehr Miner.“

Die Gratwanderung zwischen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit auf der einen Seite und Umweltschutz auf der anderen, ist altbekannt. Norwegen ist nicht der einzige Akteur, der sich gegen die Miner stellt. Es bleibt die Hoffnung, dass künftige, innovative Ansätze den Spagat zwischen beiden Polen schaffen können.

Update: Ursprünglich war im Artikel von einem Anstieg der Stromkosten um das 42-fache die Rede – Grund war eine Verwechslung von Kronen und Öre. Ein Preis von 1,7 Euro pro kWh hätte sicherlich den Todesstoß für die norwegische Mining-Industrie bedeutet. Das Wegfallen der Subventionen ist für Norwegens Bitcoin Miner zwar schmerzhaft, doch der daraus resultierende Anstieg der Strompreise ist noch zu verkraften. Vielen Dank an die Community für diesen Hinweis! 

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