Ethereum-Mining: Die umweltschonende Variante aus Island

Ethereum-Mining: Die umweltschonende Variante aus Island

Es ist so simpel wie genial: Eine Mathelehrerin aus Island nutzt überschüssige Energie von Farmern zum Ethereum-Mining. Die Isländerin Hannesdóttir kauft den Landwirten ihren überschüssigen Strom ab und betreibt damit Mining-Anlagen, meist sogar in den Räumen der Bauern selbst. Die Mining-Rigs wiederum heizen die Gebäude auf, wodurch die Landwirte Heizkosten sparen. Es ist eine Win-Win-Win-Situation. Denn der dritte Gewinner dürfte die Umwelt sein.

In der Kleinstadt Sandgerði schafft es eine Mathelehrerin mit minimalen Mitteln, in dem hart umkämpften Mining-Geschäft konkurrenzfähig zu sein. Etwa 10.000 US-Dollar in Ethereum schürft die kleine Anlage in dem Küstenstädtchen monatlich. Ganz nebenbei verwertet sie dabei überschüssige Energie und liefert somit einen vielversprechenden Ansatz, um den ausufernden Stromverbrauch des Mining-Geschäfts etwas einzudämmen. Sollte das Modell um sich greifen, könnten viele Kleinunternehmer plötzlich wieder mit den großen Mining-Riesen mithalten. Es wird offenbar auch Zeit für derartige Ansätze. Denn speziell in Island warnen Politiker bereits vor den Folgen des Mining-Geschäfts auf die Umwelt. Das Land ist aufgrund von seiner leicht zu gewinnenden, geothermischen Energie ein beliebtes Ziel für große Mining-Unternehmen.

Wie erklärt man isländischen Bauern Maschinen, die Geld produzieren?

Eines der größten Probleme war es offenbar, den heimischen Bauern das Konzept zu erklären. Maschinen, die überschüssige Energie nutzten, um Geld herzustellen und gleichzeitig auch noch die Räume während des harten isländischen Winters beheizen, klangen einfach zu gut, um wahr zu sein. Viele der Landwirte hatten sich zudem noch nie mit Mining befasst. Doch die Mischung aus überschüssigem Strom und viel Platz für die Anlagen machte die Bauernhöfen zum idealen Standort für das Projekt. Der Ansatz von Hannesdóttir ist genial. Dennoch sollte man nicht den Fehler machen, ihr puren Altruismus zu unterstellen. Denn wie sie selbst sagte: „Wir wollen profitabel sein. Und wenn wir können, möchten wir dabei auch noch etwas für die Umwelt tun.“ Ihre Prioritäten sind also klar geordnet.

Wie würden Mining-Riesen reagieren?

Sollte dieses Modell um sich greifen, wäre dies sicherlich insbesondere für Landwirte interessant. Es stellt sich natürlich die Frage, wie die Branchenriesen darauf reagieren würden. Würden sie das Modell kopieren oder wäre es nicht profitabler, die eigenen Mining-Hallen auszubauen und technologisch weiter aufzurüsten? Ob der Ansatz, in Fläche eingesetzt, tatsächlich zu einer Konkurrenzsituation für Bitmain & Co. führen würde, ist fraglich. Dennoch lohnt es sich, derartige Gedanken weiterzuverfolgen. Denn der Grundansatz, das Mining wieder in die Hände der Community zu legen anstatt es bei einigen, wenigen Unternehmen zu zentralisieren, ist sicherlich unterstützenswert.

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