Nach Partnerschaft “Zensur-anfällig, politisiert und manipulativ” – harsche Kritik an Cardano
Daniel Hoppmann

von Daniel Hoppmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Frau mit verschlossenen Augen und abgeklebten Mund.

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Eine Partnerschaft zwischen Cardano und Coinfirm, veranlasste Weiss Crypto zu heftiger Kritik. Doch was war passiert?

Für Cardano (ADA) hätte die Woche kaum besser laufen können. Zunächst startete man mit einem neuen Allzeithoch, verdrängte daraufhin BNB vom Krypto-Treppchen und zu alldem steht auch noch die lang erwartete “Alonzo” Hard Fork vor der Tür, die endlich Smart Contracts bei dem Krypto-Projekt einführen wird. Bei all den positiven Meldungen rund um den Ethereum-Konkurrenten sorgte eine Nachricht dann doch vereinzelt für Aufregung.


Grundlage war die Verkündung einer Partnerschaft zwischen Cardano und dem Blockchain-Analyse-Unternehmen Coinfirm. In Zukunft werde man den AML- und CFT-Service der Plattform zu Überwachungszwecken innerhalb des eigenen Netzwerks einsetzen, erklärte das Projekt in einem Blog-Beitrag. Damit wollte man internationalen Standards der FATF oder auch der “6. EU Geldwäscherichtlinie” entsprechen. Die Regelwerke legen unter anderem Vorgaben zur Verhinderung und Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung fest. Ein notwendiger Schritt, den jede Kryptowährung auf dem Weg zur Massen-Adoption gehen müsse, so die Erklärung der Cardano Foundation.

“Enttäuschender, schlechter Schritt für Cardano”

Diese Meinung teilten jedoch nicht alle. So veröffentlichte Weiss Crypto – eine Firma, die unter anderem Krypto-Assets bewertet – auf Twitter einen Thread über sieben Seiten, auf dem man die Kooperation kritisierte. Zusammenfassend schätzt das US-Unternehmen die Zusammenarbeit zwischen Cardano und Coinfirm als “enttäuschenden, schlechten Schritt” ein und begann seine Kritik mit einem Vergleich zum Banken-System, das durch exzessive Regulierungen “zu Tode gewürgt” worden sei. Cardano stünde als “freies und dezentrales Netzwerk nun kurz davor, durch “Politisierung, Zensur- und Manipulations-Anfälligkeit” korrumpiert zu werden.

Die Sinnhaftigkeit des Krypto-Space bestehe jedoch darin, ein neues Finanz- und Ökosystem aufzubauen, “frei von der Kontrolle und Repression derer, die unsere Weltwirtschaft an den Rand des totalen Scheiterns gebracht haben”, meint Weiss Crypto. Die Cardano-Partnerschaft bewirke nun jedoch genau das Gegenteil:

Dieser Schritt bewirkt nun das genaue Gegenteil. Es ist allgemein bekannt, dass die sogenannten “AML-Gesetze” von den Hohepriestern der Finanzwelt erlassen werden, um sicherzustellen, dass ihnen nichts entgeht. (…) Die Finanzeliten werden NIEMALS die Krypto-Industrie akzeptieren. Wenn ihr nach ihren Regeln spielt, wird das nur euren Untergang bedeuten.

Weiss Crypto auf Twitter

Trotzdem sei die Einhaltung von rechtlichen Rahmenbedingungen wichtig. Diese sollten jedoch nicht vom Netzwerk selbst, sondern von den einzelnen Projekten erfüllt werden. Der Basis-Layer müsse neutral und unpolitisch bleiben, betont das US-Unternehmen.


Cardano-Gründer reagiert

Durch die heftige Kritik an Cardano sah sich Gründer Charles Hoskinson gezwungen, zu reagieren. In einer Videobotschaft verteidigte er die Partnerschaft. “Der Sinn und Zweck des Netzwerks bestand schon immer darin, Layer, Module und Ökosysteme aufzubauen, die die Einhaltung lokaler Vorschriften ermöglichen”.

Weiter meint der Cardano-Gründer:

Während es den Basis-Layer des Systems nicht kümmert, ob man aus den USA, China, Japan oder sonst woher kommt, kann man Identität und Metadaten und alle möglichen anderen Dinge hinzufügen, und diese anderen Dinge geben einem die Möglichkeit, mit seinem Geschäftsfeld konform zu sein, ob reguliert oder nicht.

Und genau deshalb sind diese Partnerschaften so wichtig. Sie schaffen Klarheit und liefern eine Menge geschäftlicher und technischer Anforderungen. Sie ermöglichen uns, die Software für jeden überall besser zu machen und Cardano in allen Branchen, ob reguliert oder nicht, mehr Akzeptanz zu verschaffen.

Cardano-Gründer Charles Hoskinson

Weiss Crypto fordert Hoskinson zum Diskurs auf

Allgemein fällt die Resonanz auf den Thread durchwachsen aus. Ein Großteil der Nutzer stärkt der Cardano-Partnerschaft den Rücken und fragt sich, wie eine globale Adoption von Krypto- und Blockchain-Projekten vonstattengehen solle, wenn keine AML- oder KYC-Richtlinien eingehalten würden. Man müsse auch bereit sein, Kompromisse mit der traditionellen Finanzwelt einzugehen, siehe Binance.

In der Zwischenzeit hat auch Weiss Crypto auf Hoskinsons Antwort reagiert. Darin bedankte man sich für das Feedback und lud den Cardano-Chef zu einem Diskurs per Video Call ein. Zu Redaktionsschluss ging Charles Hoskinson bisher noch nicht auf den Vorschlag ein.


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