Der Krypto-Markt befindet sich in einer tiefen Depression. Seit Anfang Oktober sind rund zwei Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung aus Bitcoin, Ethereum und den großen Altcoins geflossen, während unter Anlegern “extreme Angst” herrscht. Zwar zeigte sich der Markt zuletzt im Zuge des Iran-Konflikts leicht erholt, ausgerechnet während die Aktienmärkte unter Druck geraten. Doch reicht das für eine Trendwende? Wie groß ist das weitere Abwärtspotenzial für Bitcoin, Ethereum und Co. und welche Kursmarken rücken nun in den Vordergrund? BTC-ECHO hat die Top-KI-Modelle ChatGPT, Gemini und Claude AI um ihre Prognosen gebeten, inklusive möglicher Worst-Case-Szenarien.
Bitcoin und der Altcoin-Sektor: Gemeinsam in den Krypto-Abgrund?
Der Krypto-Bullenmarkt der Jahre 2024/2025 kam gänzlich ohne ein Phänomen aus, das viele Anleger in den vorherigen Zyklen elektrisierte: Die Altcoin-Season. In vergangenen Bullenruns folgte auf eine starke Bitcoin-Rally oft eine Phase, in der Kapital in verschiedenste Altcoins floss, die den BTC-Kurs dann für einige Wochen oder Monate deutlich outperformten. Projekte wie Ethereum, Solana oder Cardano markierten dabei regelmäßig neue Allzeithochs.
Im aktuellen Zyklus blieb diese Dynamik jedoch weitgehend aus. Während Bitcoin bis auf 126.000 US-Dollar kletterte, handelten viele Altcoins klar unter ihren Höchstkursen. Entsprechend hoch blieb auch die Bitcoin-Dominanz, die zeitweise sogar bis zu 65 Prozent erreichte – ein mehrjähriger Höchststand.
“Die Kursrückgänge wirken wie der Übergang in eine klassische Bärenmarktphase”, lautet die Einschätzung von ChatGPT. Der Absturz von rund 126.000 auf bis zu 60.000 US-Dollar bei Bitcoin liege im historischen Rahmen früherer Zykluskorrekturen.
Die Abkühlungsphase nach dem Hoch dauerte dem OpenAI-Chatbot zufolge meist rund ein Jahr, bevor sich ein neuer Boden bildete. “Typisch für diese Phase sind mehrere kräftige Zwischenrallys, die schnell wieder abverkauft werden.” Sollte sich dieses Muster erneut zeigen, könnte sich die Schwächephase noch über weite Teile des Jahres ziehen.
Bei Altcoins fallen die Bewegungen traditionell stärker aus. Projekte wie Ethereum, Solana oder XRP verlieren in Bärenmärkten oft mehr als Bitcoin, da Kapital zuerst aus riskanteren Assets abgezogen wird. Eine vollständige Entkopplung bleibt jedoch unwahrscheinlich. Der meistgenutzte Chatbot der Welt betont: “Bitcoin bleibt weiterhin der Taktgeber des Marktes.” Gleichzeitig dürfte sich die Spreizung innerhalb der Altcoins verstärken.
Gemini wertet die aktuelle Korrektur als “gesunde Abkühlung nach der Rekordjagd”. Eine schnelle Rückkehr zum Allzeithoch sei unwahrscheinlich. Vielmehr deute die Datenlage auf eine Seitwärtsbewegung hin, die bis tief in das vierte Quartal 2026 reichen könnte.
Bei Altcoins wie Ether oder Solana sieht die Google-KI weiterhin eine starke Bindung an die Krypto-Leitwährung: “Bitcoin bleibt der Dirigent des Marktes”. Zwar würden Altcoins in Aufschwüngen häufig stärker zulegen, in Krisenzeiten jedoch auch schmerzhaftere Verluste verzeichnen. Eine echte Entkopplung bleibe 2026 ein Mythos.
“Die Preisbewegungen deuten darauf hin, dass der Krypto-Bärenmarkt bis in die zweite Jahreshälfte 2026 andauern könnte”, meint auch Claude AI. Regulatorische Unsicherheiten und makroökonomische Herausforderungen würden einen langen Abwärtstrend begünstigen. Hinsichtlich der Kursentwicklungen sei eine Entkopplung zwischen Bitcoin und Altcoins kurzfristig möglich. “In Bärenmärkten fallen Altcoins oft stärker und erholen sich langsamer”, so die Einschätzung des Anthropic-Chatbots. Anleger sollten sich also auf hohe Volatilität einstellen und die Marktbewegungen genau beobachten.
Wie stark die Krypto-Kurse noch korrigieren könnten
“Historisch gesehen verlieren Kryptowährungen in Bärenmärkten häufig zwischen 60 und 85 Prozent vom Hoch”, erklärt ChatGPT. Vom Rekord bei 126.000 US-Dollar aus gerechnet könnte Bitcoin also im Worst-Case-Szenario in eine Zone zwischen 50.000 und 40.000 US-Dollar fallen. Ethereum reagiere meist noch volatiler. Rückgänge von 70 Prozent waren in früheren Zyklen keine Seltenheit, was Kurse deutlich unter früheren Höchstständen bedeuten würde.
Ähnliches gelte für Solana oder XRP: “Gerade bei großen Altcoins sind Verluste von 70 bis 90 Prozent historisch durchaus vorgekommen.” Das heißt: Ethereum könnte im Extremfall in eine Region um 1.500 bis 1.200 US-Dollar fallen, XRP in eine Zone um 0,80 bis 0,60 US-Dollar und Solana in einen Bereich zwischen 40 und 30 US-Dollar.
Auch Gemini sieht das Abwärtspotenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft. Während Bitcoin im Bereich von 55.000 bis 60.000 US-Dollar eine massive Unterstützung finde, könnten spekulativere Werte “in einer finalen Verkaufswelle nochmals Federn lassen”. Es handele sich derzeit um eine klassische Phase der Kapitulation, in der schwache Hände und überhebelte Positionen aus dem Krypto-Markt gespült werden.
Als mögliche Tiefststände nennt die KI für Ethereum 1.700 US-Dollar, für Solana 75 US-Dollar und für XRP rund 0,80 US-Dollar. Im Gegensatz zum systemischen Kollaps von 2022 wirke die aktuelle Korrektur aber eher wie eine “schmerzhafte Rückkehr zur ökonomischen Realität”.
“Die Krypto-Kurse könnten vom aktuellen Niveau noch deutlich fallen“, meint der KI-Assistent von Anthropic. Bitcoin könnte ihm zufolge in einem pessimistischen Szenario bis auf 50.000 US-Dollar sinken, was einer weiteren 30-prozentigen Korrektur entspräche. Ethereum könnte auf bis zu 1.500 US-Dollar zurückfallen, XRP auf 0,80 US-Dollar und Solana auf 60 US-Dollar. Der Grund: “Diese Altcoins zeigen in der Regel höhere Volatilität und reagieren empfindlicher auf Marktbewegungen”.
Ratschläge für Krypto-Anleger: Einmalanlage oder DCA, Bitcoin oder Altcoins?
“Bärenmärkte sind historisch oft die Phase, in der langfristige Investoren ihre besten Einstiegsgelegenheiten finden”, erklärt ChatGPT. Statt eines großen Einmalkaufs hält das OpenAI-Modell jedoch gestaffelte Käufe für sinnvoller. “Sparpläne oder regelmäßige Nachkäufe reduzieren das Risiko, den falschen Zeitpunkt zu erwischen.” Beim Fokus auf einzelne Assets bleibe Bitcoin aber glasklar die solideste Basis, denn Bitcoin sei “das stabilste Fundament im Krypto-Markt”.
Wer mehr Risiko eingehen will, könne auch große Altcoins beimischen. Ethereum oder Solana gelten dem Chatbot weiterhin als zentrale Infrastrukturprojekte, während spekulativere Coins im Bärenmarkt anfälliger blieben.
Gemini rät Anlegern zur Geduld und warnt vor übereilten Einmalkäufen. “Das Risiko eines weiteren Rücksetzers ist noch nicht vom Tisch, weshalb Sparpläne die beste Methode sind, um den Durchschnittspreis zu optimieren”, erklärt die Google-KI. In der Portfolio-Struktur bleibe Bitcoin der unangefochtene Anker. Bei Altcoins empfiehlt Gemini, den Fokus auf technologische Infrastruktur zu legen.
Neben den Klassikern Ethereum und Solana nennt das Modell Chainlink sowie Near Protocol als potenzielle Geheimtipps für 2026. “Projekte, welche die Brücke zwischen KI und Blockchain schlagen oder reale On-Chain-Daten liefern, werden sich am stärksten behaupten”, so die Hypothese. Wer nur auf Bitcoin setzt, verpasse die Innovationskraft der zweiten Reihe, habe aber auch ein geringeres Risiko.
Claude AI hingegen plädiert für eine hybride Strategie beim Markteinstieg. Während Sparpläne als psychologischer Anker dienen könnten, sieht die Anthropic-KI in der aktuellen Phase das Potenzial für mutige Einmalkäufe. “Wer darauf wartet, dass der Sparplan über Jahre glättet, verpasst in diesem Marktstadium oft die einmaligen Chancen in den tiefroten Stunden“, so die Einschätzung. Claude empfiehlt daher eine Mischung aus kontinuierlichem Aufbau und punktuellen Spot-Käufen für 2026.
Bei der Auswahl der Anlagen dürfte Bitcoin die sichere Wahl sein, aber auch vielversprechende Altcoins wie Ethereum und Solana sollten in Betracht gezogen werden. Aber: “Bitcoin sollte mit einer Gewichtung von mindestens 60 Prozent das Fundament im Krypto-Portfolio bleiben”.
Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und dient ausschließlich zu Informationszwecken. Auch KI-Modelle liefern keine Prognosen mit Gewissheit.
