Das Londoner Stablecoin-Startup Velocity hat weitere zehn Millionen US-Dollar eingesammelt. Zu den Investoren zählen Visa , Circle und Ripple. Damit steigt die Series-A-Runde auf insgesamt 48 Millionen US-Dollar, die Bewertung liegt bei 200 Millionen. Neu an Bord sind Visa und Circle, dazu Haun Ventures, Translink Capital und Mirana Ventures. Ripple hatte sich bereits an der ursprünglichen Runde beteiligt. Diese brachte im Juli 38 Millionen US-Dollar ein, angeführt von Dragonfly und FirstMark, und war laut Queathem überzeichnet.
Velocity wurde 2025 gegründet und kommt damit auf rund 58 Millionen US-Dollar Gesamtfinanzierung. Das Unternehmen baut Infrastruktur, mit der Zahlungsdienstleister und Banken Stablecoins für Abwicklung und Treasury nutzen können, ohne ihre bestehenden Systeme auszutauschen. Queathem arbeitete zuvor bei Worldpay, wo jährlich über zwei Billionen US-Dollar abgewickelt werden.
Visa investiert gegen die eigene Verdrängung
Spannend ist hier Visas Rolle: Velocity sieht Stablecoins nicht als Kartenersatz, sondern als Schicht darunter. Für den Kunden ändert sich beim Bezahlen nichts – die eigentliche Abwicklung läuft im Hintergrund über Blockchain-Rails.
“Stablecoins spielen eine zunehmend wichtige Rolle dabei, wie sich Werte durch das Visa-Ökosystem bewegen”, erklärte Rubail Birwadker, bei Visa zuständig für Wachstumsprodukte und strategische Partnerschaften.
Velocity-Manager Matt Larson erwartet, dass Nutzer davon nichts mitbekommen. Es werde kaum dazu kommen, dass alle plötzlich Stablecoin-Wallets nutzten. Verschieben dürfte sich stattdessen alles, was rund um die Kartennetzwerke an Finanzierung und Abwicklung läuft.
Der Markt gibt ihm vorerst recht. Stablecoins kommen inzwischen auf über 300 Milliarden US-Dollar im Umlauf und werden längst nicht mehr nur genutzt, um Dollar zwischen Börsen zu bewegen.
