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Visa-CEO: Kein Kooperationspartner ist Libra verbindlich beigetreten

Mit der Libra Association hatte Facebook gehofft, einiges an Kritik an den eigenen Währungsplänen entschärfen zu können. Die namhaften Kooperationspartner sollten schließlich zeigen, dass Facebook in Sachen Libra nicht der Alleinentscheider sei. Äußerungen des CEOs von Visa stellen dies nun jedoch in Frage. Keines der vermeintlichen Mitglieder soll Libra verbindlich beigetreten sein.

Anton Livshits
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Quelle: Shutterstock

Bereits im vergangenen Monat enthüllte Facebook die Pläne für seine geplante Kryptowährung. Damals gab der Social-Media-Konzern bekannt, dass ein Zusammenschluss verschiedener Unternehmen für die Verwaltung von Libra zuständig sein soll. 28 Unternehmen sollen demnach bereits der Libra Association beigetreten sein, darunter auch der Kreditkartenvertreiber Visa. Alfred F. Kelly, Jr., der CEO des Unternehmens, hat einer derartigen Sachlage jedoch jüngst eine weitestgehende Absage erteilt.

Während eines Earning Calls für das 3. Quartal 2019 fragte der Analyst Bryan C. Keane, bis zu welchem Grad Visa in das Libra-Projekt involviert sei. Kelly nutzte diese Frage, um die tatsächliche Lage der Libra Assoication klarzustellen:

Wir haben also eine unverbindliche Absichtserklärung für den Beitritt zu Libra unterzeichnet. Wir sind eines von – ich glaube, es sind 27 Unternehmen, die dieses Interesse bekundet haben. Also ist noch niemand offiziell beigetreten.

Laut Kelly halten die Diskussionen zwischen Visa und Facebook demnach noch an. Die endgültige Beitrittsentscheidung hänge von einer Vielzahl von Faktoren ab, „darunter natürlich die Fähigkeit der Association, alle erforderlichen regulatorischen Anforderungen zu erfüllen.“ Für ein bindendes Urteil sei es daher schlichtweg zu früh: „[E]s gibt einfach eine riesige Menge, die noch geklärt werden muss“. Gleichzeitig betonte Kelly allerdings Visas grundlegendes Interesse an dem Währungsprojekt von Facebook.

Visa & Co. bewahren Handlungsspielraum

Die Aussagen von Kelly lassen sich auch als eine vorsichtige Distanzierung von Libra verstehen. Schließlich gerieten Facebooks Währungspläne auf beiden Seiten des Atlantiks ins politische Kreuzfeuer. Mehrere US-Verbrauchverbände formulierten diesbezüglich einen Appell an Visa und die übrigen Mitglieder der Association. Darin baten sie die beteiligten Konzerne, sich von Libra zurückzuziehen.

Laut den Verbraucherschützern sei es lediglich die Angst vor der Marktmacht von Facebook, die die Kooperationspartner bei der Stange halten würde. Im Lichte der Äußerungen des Visa-CEO erscheint eine derartige Einschätzung nun voreilig. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass die vermeintlichen Mitglieder einen gewissen Manövrierraum bewahrt haben. Hegen somit selbst Visa & Co. Zweifel an den Plänen von Facebook?

Die New York Times berichtete zudem bereits vor einem Monat, dass einige der angeblichen Assocication-Mitglieder bloß unverbindliche Absichtserklärungen unterschrieben hätten. Damals berief sie sich auf anonyme Informanten aus den Chefetagen sieben verschiedener Libra-Partner. Die Äußerungen von Kelly bestätigen nun diesen Bericht. Bereits die New York Times benannte Zweifel gegenüber Libra und ihrem skandalbehafteten Mutterkonzern als wesentlichsten Grund für die Zurückhaltung der Unternehmen.

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