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Gefährliche Abhängigkeit von Elon Musk Kann Krypto ohne Twitter?

Die Twitterübernahme von Elon Musk wird im Krypto-Space kontrovers diskutiert. Kann die Branche auf den Messaging-Dienst verzichten?

Tim Reindl
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Twitter

Beitragsbild: picture alliance

| Elon Musk hält bei Twitter die Fäden in der Hand.

Seit der Übernahme von Twitter hält Elon Musk eine der wichtigsten Kommunikationsplattformen der Welt in der Hand. In der Blockchain-Szene hat das eine alte Debatte entflammt: Wie wichtig ist der Technologie-Mogul für Krypto? Eine Gefahr – oder unverzichtbar?

Die Stellung von Elon Musk wird in der Community seit langer Zeit kontrovers diskutiert. Befürworter argumentieren, dass er durch seine enorme öffentliche Wirksamkeit und prinzipielle Sympathie für Bitcoin und Co. einen positiven Einfluss auf die Akzeptanz von Kryptowährungen hat. Die finanzielle Schlagkraft seines Technologieimperiums schwemmt institutionelles Geld in den Markt. Er ebnet den Weg für größere Investitionen anderer Unternehmen. Cardano-Gründer Charles Hoskinson äußerte sich noch vor der Übernahme optimistisch: “Wenn Elon Twitter kauft, wird er wahrscheinlich 200 Millionen Menschen mit Krypto in Berührung bringen. Er hat die Absicht, Krypto in irgendeiner Form zu integrieren”. Doch es gibt Gegenstimmen.

Elon Musk vs. Bitcoins Grundgedanke

Skeptiker führen starke Argumente ins Feld. Mag Elon Musk für Innovation und Fortschritt stehen, so steht er eben auch – oder vor allem – für zentralisierte Macht. Die Bündelung von Entscheidungsgewalt, die in der Person Elon Musk exemplarisch zum Ausdruck kommt, steht in einem krassen Kontrast zu dem Narrativ, das seit der Veröffentlichung des Bitcoin-Whitepapers fest in dessen Agenda verankert ist. Nämlich eine dezentrale und demokratische Verteilung von Macht. Die Legitimität des Bitcoin-Netzwerks speist sich zu einem wesentlichen Teil aus dem dezentralen Gedanken und ist folglich nur schwer mit derart monozentristischen Machtstrukturen kompatibel. Der ehemalige Leiter der Twitterabteilung für “Vertrauen und Sicherheit”, Yoel Roth, bezog hinsichtlich seines Rücktritts auf einer Konferenz in Florida Stellung: “Eine meiner Grenzen war überschritten, als es anfing, dass Twitter eher durch diktatorische Erlasse als durch Richtlinien gesteuert wurde”.

Twitter als Präzedenzfall?

Die Bedeutung von Twitter für den Krypto-Sektor ist nicht von der Hand zu weisen. Simon Hurtz vom Social Media Watchblog äußerte sich in einem Interview mit dem NDR diesbezüglich: “Obwohl es das mit Abstand kleinste Netzwerk ist, wenn man es mit Facebook, Instagram oder TikTok vergleicht, würde ich die Plattform trotzdem als die wichtigste – zumindest für Politik und Nachrichten – bezeichnen, weil es sich so sehr als Kommunikationskanal für Politiker:innen oder andere prominente Persönlichkeiten etabliert hat”. Dies gilt auch für große Persönlichkeiten im Krypto-Space. Ein wesentlicher Teil der Kommunikation der Szene findet heute über die Infrastruktur von Twitter statt.

Dezentrale Alternativen

Die Übernahme von Elon Musk war für einige Nutzer der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Accounts wurden gelöscht oder auf Alternativen umgeschwenkt. Besonders beliebt ist dabei die Lösung von “Mastodon“. Der Entwickler Eugen Rochko hatte das soziale Netzwerk 2016 gegründet. Das Open-Source-Projekt ist ähnlich wie Twitter ein Microblogging-Dienst. Der entscheidende Unterschied: Mastodon ist dezentral. Der Erfolg des Unternehmens steht und fällt mit der Akzeptanz der Plattform. Mastodon verzeichnet derzeit rund 230.000 aktive Nutzerprofile. Wie viele davon auf Krypto-Sympathisanten entfallen, ist leider nicht bekannt. Welche Plattform sich langfristig durchsetzt, entscheidet auch hier letztlich das Kollektiv.

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