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Depeg Ahoi? Tether (USDT) rutscht ab – Verbindungen zum FTX-Fiasko?

Im Rahmen des jüngsten Krypto-Markt-Crashes hat sogar Stablecoin Tether (USDT) nachgegeben. Dabei dürfte das nicht passieren. Wie stabil ist der Stablecoin? Bestehen Verbindungen zwischen Tether, Sam Bankman-Fried, FTX und Alameda Research?

Phillip Horch
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Beitragsbild: Shutterstock

Tether (USDT) ist zum Zeitpunkt des Schreibens weniger als einen US-Dollar wert. Der Tether-Kurs liegt bei 0,9988 US-Dollar und fiel zeitweise sogar auf knapp 0,96 US-Dollar. Was eigentlich nicht sein darf. Denn das Versprechen hinter dem Stablecoin ist, dass er zu jedem Zeitpunkt einen US-Dollar wert ist.

Das garantiert unter anderem, dass man beim Trading schneller zwischen Fiatwährungen und US-Dollar wechseln kann. Wenn der USDT das jedoch nicht halten kann – man spricht hier von einem Depegging – kann das Verwerfungen am Krypto-Markt nach sich ziehen.

Was ist passiert?

Seit Binance-Chef Changpeng Zhao am 7. November angekündigt hatte, alle FTT-Token aufzulösen, überschlugen sich die Ereignisse. Das Gerücht, dass die Krypto-Börse FTX pleite ist, hält sich nicht nur hartnäckig, sondern scheint immer mehr zur Realität zu werden. Inzwischen hat Zhao gar angekündigt, dass Binance die FTX-Konkurrenz schlucken will.

Im Nachgang der Ereignisse hat der gesamte Krypto-Markt stark Federn gelassen. Kurzum: Wer heute kein rotes Portfolio hat, ist schon eine ganze Weile dabei. Der Bitcoin-Kurs hat in den letzten 24 Stunden über 10 Prozent nachgegeben, bei Ether sind es knapp 20 Prozent. Und der FTT-Kurs ist mit über 70 Prozent derart im Minus, dass es den Anschein hat, er wolle sich bis nach Australien durchgraben.

Was hat Tether (USDT) mit Sam Bankman-Fried zu tun?

Im Netz kursieren seit langem Gerüchte, dass der FTX-Chef Sam Bankman-Fried sowohl mit der Krypto-Börse BitFinex als auch mit dem Stablecoin Tether (USDT) verbandelt ist. Glaubt man etwa dem Krypto-Beobachter Bitfinex’ed, ist Bankman-Fried nicht nur einer der größten Tether-Kunden. Vielmehr soll er auch einer der größten Shareholder von BitFinex gewesen sein.

Als die Krypto-Börse jedoch Probleme mit dem Gesetz bekam (einer der Vorwürfe lautete Marktmanipulation), soll Sam Bankman-Fried beschlossen haben, eine Ausweichmöglichkeit zu suchen. Daraufhin soll er FTX gegründet haben.

Wie das Krypto-Magazin Scoop außerdem berichtet, war Alameda Research, der Krypto-Hedgefonds von Sam Bankman-Fried, zumindest zeitweise für ein Drittel aller gedruckten USDT verantwortlich.

Tether-Chef Paolo Ardoino bestreitet vom heutigen Zeitpunkt jedoch jede Verbindung zu FTX und Alameda:

Den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen darf man indes guten Gewissens bezweifeln. Sollten die Verbindungen zwischen Tether, FTX und Sam Bankman-Fried immer noch bestehen, würden sich einige Ereignisse der letzten Tage erklären lassen.

Tether, FTX und Sam Bankman-Fried

Betrachtet man die Tether-Marktkapitalisierung seit den Geschehnissen am 7. November, sieht man schnell, dass seitdem sehr viele USDT gedruckt worden sind. So hat die Tether-Marktkapitalisierung um knapp eine halbe Milliarde US-Dollar zugelegt, während der gesamte Krypto-Markt abgeschmiert ist. Nochmal: Seit die Verwerfungen am Markt begonnen haben, gibt es jede Menge neue USDT-Einheiten.

Sollte – hier bewegt man sich auf hochspekulativem Gebiet – Sam Bankman-Fried entgegen aller Aussagen doch noch mit Tether verbandelt sein, könnte der starke Anstieg an neuen Tether-Einheiten dazu dienen, einen Bailout zu bewerkstelligen. Schließlich hat FTX im Laufe der letzten Tage einen massiven Bankrun erlebt: KundInnen wollten dringend ihre Gelder abziehen. Da würden ein paar frisch gedruckte Tether gerade recht kommen. Doch woher kommen diese neuen Tether überhaupt?

Tether (USDT): Wie stabil ist der Stablecoin?

Wie wir hier ausführlich erläutern, sind die Füße, auf denen Tether steht, nicht sonderlich stabil. Die Deckung der gedruckten Coins wird immer wieder infrage gestellt, sodass seit langer Zeit die Möglichkeit eines De-Peggings im Raum steht.

Sollte sich der USDT-Kurs weiter von seinem 1-US-Dollar-Ziel lösen, könnte das verheerende Folgen haben. Wenn Tether, etwa aufgrund einer Investorenschwemme, die ihr Geld zurückwollen, unter Druck geraten würde, Gelder auszuzahlen, ist es fraglich, ob Tether diesen Forderungen nachkommen könnte. Sie müssten ihre USDT mit Verlust verkaufen, was zu weiteren Verwerfungen führen könnte. Darunter würde letztlich der gesamte Krypto-Markt leiden. Schließlich handelt es sich bei Tether um die Kryptowährung mit der drittgrößten Marktkapitalisierung (69 Milliarden US-Dollar).

Gewieft, wie das Unternehmen allerdings ist, hat es sich einen Notausgang in die Nutzungsbedingungen eingebaut. So sind sie nicht verpflichtet, eventuellen Forderungen direkt nachzukommen. Das bedeutet: Nur weil jemand eventuell echtes Geld für seine USDT fordern könnte, heißt das nicht, dass er oder sie es auch bekommt.

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