Etappensieg bei Klage Tether und Bitfinex aus dem Schneider?
Elias H.

von Elias H.

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Tether kann einen Etappensieg für sich verbuchen. Dabei ist die Anklage damit noch nicht vom Tisch.

“Wir danken Richterin Failla für ihr sorgfältiges Gutachten, das viele Mängel aufseiten der Anklagebank aufdeckte”. Mit diesen Worten reagierte das angeklagte US-amerikanische Unternehmen Tether Operations Limited in einem Blogpost auf die jüngste Entscheidung der Bezirksrichterin Katherine Polk Failla. Es geht um eine Sammelklage gegen Tether und Bitfinex. Wie das Gericht jüngst in einem 127-seitigen Dokument mitteilte, werden einige Anklagepunkte nun abgewiesen – zur großen Erleichterung von Tether.


Denn Tether veröffentlichte unmittelbar auf das Fall-Update des Gerichtes einen Blogpost. In dem zeigt sich das Unternehmen zufrieden, zuversichtlich und geht sogar so weit zu äußern, dass bereits der gesamte “Fall zum Scheitern verurteilt” sei. Doch schaut man sich das Gerichtsdokument genauer an, dann handelt es sich nicht um einen endgültigen Sieg – sondern eher um einen Teilerfolg.

Denn unter dem Punkt “Conclusion” schreibt das Gericht:

Die Anträge der Beklagten auf Abweisung werden teilweise gewährt und teilweise abgelehnt. Die Anklagepunkte drei, acht, neun, zehn, und zwölf werden abgewiesen. Anklagepunkt sechs wird teilweise abgewiesen. Die Anträge der Antragsgegner auf Abweisung der Klage werden in Bezug auf die Anklagepunkte eins, zwei, vier, fünf, sieben und elf abgelehnt.

Katherine Polk Failla, Bezirksrichterin der Vereinigten Staaten

Insgesamt gibt es 12 Anklagepunkte. Wie aus dem obigen Fazit ersichtlich ist, werden 5 davon gänzlich abgewiesen und ein Anklagepunkt teilweise. Damit bleiben noch sechs Anklagepunkte zur gerichtlichen Bearbeitung übrig. Die angeklagten Parteien sind dabei Tether und Bitfinex. Jene Beklagten werden dabei angewiesen, bis zum 28. Oktober eine Antwort auf die Neuerungen in der Klage einzureichen. Die Ankläger, eine Gruppe von Krypto-Investoren, die sich durch Tether geschädigt sahen, werden dazu angehalten, bis zum 18. November ein gemeinsames Statusschreiben und einen aktualisierten Fallmanagementplan einzureichen.


Inhalt der Klage gegen Tether

In dem am 28. September veröffentlichten Dokument äußerte sich das US-amerikanische Gericht auch zum Anklagepunkt selbst. Die Angeklagten stehen in dem Verdacht, getimte Käufe von Kryptowährungen mit dem Stablecoin Tether begangen zu haben. Dadurch wollten die Beklagten dem Markt das trügerische Gefühl geben, dass eine große Nachfrage nach Kryptowährungen bestehe, so das Gerichtsdokument. Durch diese vorgegaukelte und künstliche Nachfrage seien bestimmte Kurse in die Höhe getrieben worden, so die Ankläger. Dadurch soll es zu einer Blase am Krypto-Markt gekommen sein.

Auch die Angeklagten werden in dem Dokument genauer benannt:

(…) iFinex Inc, BFXNA Inc, BFXWW Inc, Tether Holdings Limited, Tether Operations Limited, Tether Limited, Tether International Limited, DigFinex Inc, Giancarlo Devasini, Ludovicus Jan van der Velde, Philip G. Potter, Reginald Fowler, Crypto Capital Corp, Bittrex, Inc, und Poloniex, LLC werden als die “Angeklagten” bezeichnet.

Gerichtliches Dokument vom 28. September

Vergleich im Februar

Bereits im Februar 2021 kam es zu einem Vergleich der Generalstaatsanwaltschaft New York, Tether und iFinex (Betreiber der Krypto-Börse Bitfinex). Wie BTC-ECHO berichtete, soll sich Bitfinex damals heimlich 850 Millionen US-Dollar bei Tether geliehen haben. Bitfinex, so der Vorwurf, musste sich das Geld leihen, um Verluste zu vertuschen. So äußerte sich auch die Generalstaatsanwältin Letitia James, dass Bitfinex und Tether rechtswidrig massive finanzielle Verluste vertuscht haben sollen – mit dem Ziel, ihr betrügerisches System am Laufen zu halten. Tether sei nie, wie vom Unternehmen angegeben, vollständig durch US-Dollar-Reserven gedeckt gewesen, so Letitia James.

Dabei verdonnerte der Februar-Vergleich die Angeschuldigten zu einer Strafzahlung von 18,5 Millionen US-Dollar. Weiter wurde Tether dazu angehalten, alle drei Monate Berichte über die hinterlegten Reserven vorzulegen. Auch wenn diese Klage mit einem Vergleich beendet wurde. Der Ausgang der Zivilklage ist noch nicht entschieden, obwohl sich eine der Parteien schon siegessicher wähnt.


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