Sweatcoin-Gründer “STEPN ist ein Schneeballsystem”

Sweatcoin soll Menschen zu mehr Bewegung animieren. Wie das Move-to-Earn-Projekt funktioniert und warum es sich vom Konkurrenten STEPN unterscheidet.

Daniel Hoppmann
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Sweatcoin-Gründer Oleg Fomenko

Beitragsbild: BTC-ECHO

| Sweatcoin-Gründer Oleg Fomenko

Ohne Schweiß keinen Preis, so könnte das Motto von Sweatcoin lauten. Seit 2014 ermutigt das dahinterstehende Unternehmen Sweat Economy mit Sitz in Großbritannien Menschen dazu, mehr Sport zu treiben. 150 Millionen Nutzer verzeichnet die App laut eigenen Angaben. Seit September 2022 gibt es eine eigene Kryptowährung, die auf der Blockchain von NEAR läuft: SWEAT. Den Coin können Nutzer verdienen, indem sie sich bewegen. Move-to-Earn nennt sich dieses Konzept.

Die Idee ist nicht neu. Projekte wie STEPN erlebten im Frühjahr 2022 einen echten Hype, der mittlerweile fast gänzlich erloschen ist. Für Oleg Fomenko, Co-Founder von Sweat Economy, ist diese Konkurrenz jedoch nicht mehr als ein “Schneeballsystem”. Warum er das so sieht, wie sich sein Projekt unterscheidet und was eigentlich mit den erhobenen Daten passiert, erklärt Fomenko im Gespräch mit BTC-ECHO.

BTC-ECHO: Heute schon gelaufen?

Oleg Fomenko: Nein, leider nicht (lacht). Gestern war ich erst spät zu Hause. Wenn ich heute früh aufgestanden wäre, um zu laufen, hätte ich weniger als fünf Stunden Schlaf gehabt. Aber ab kommender Woche werde ich definitiv wieder laufen gehen. Ich habe einen Hund, der den Auslauf braucht.

Was genau ist Sweatcoin?

Sweatcoin ist unsere Web2-Lösung, die wir bereits 2014 gelauncht haben. Damit incentivieren wir unsere Nutzer, sich zu bewegen und so Sweatcoins zu verdienen. Die können sie dann in unserer App z. B. für Rabattgutscheine oder andere Produkte einlösen, aber nicht handeln.

Eigentlich wollten wir schon damals auf die Blockchain-Technologie setzen, um unseren Nutzern den Handel der Token zu ermöglichen. Das Problem war nur, es gab keine, die schnell genug für unsere Ambitionen gewesen wäre. Ich meine, wir haben knapp 150 Millionen Nutzer [Anm. d. Red.: Diese Zahl lässt sich nicht unabhängig überprüfen.]. Da hat es eine Weile gedauert, bis wir mit NEAR die richtige Lösung gefunden haben. Seit knapp einem Jahr gibt es nun unsere Web3-Lösung SWEAT, die eine ganz neue Bewegungsökonomie schafft.

Wie kann ich mit SWEAT Geld verdienen?

Im Grunde ganz einfach: Du bewegst dich und verdienst dadurch SWEAT, die direkt in deine Wallet gemintet werden. Alles, was du brauchst, ist unsere App. Die Token kannst du dann entweder an eine NEAR-Wallet schicken oder in unseren “Grow Jars” staken. Es gibt aber auch die Möglichkeit, SWEAT über unseren Partner MoonPay zu kaufen.

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Wie nachhaltig ist denn dieses Konzept?

Sehr nachhaltig, wir laufen profitabel. SWEAT gibt es erst seit einem Jahr, trotzdem haben wir bereits einen Umsatz im hohen einstelligen Millionenbereich erzielt. Im Web2-Bereich ist das nochmal deutlich mehr. Außerdem bieten wir auf unsere Grow Jars auch keine exorbitanten Renditen wie 900 oder 300 Prozent, sondern nur 12 Prozent.

Aber wie stellt ihr sicher, dass die Leute sich auch tatsächlich bewegen?

Wir nutzen die Daten von Smartphones und pflegen diese dann in unsere Systeme ein. Ganz wichtig ist natürlich, dass die Daten direkt vom Hardware-Sensor des Geräts stammen und nicht manipuliert wurden. Dafür haben wir ein eigenes Verifikationsmodell entwickelt, das wir über die letzten neun Jahre auf unsere Nutzer trainiert haben.

Und was passiert mit den Daten?

Die Daten lagern verschlüsselt auf einem Server in Irland. Wir haben sie nie verkauft und werden das auch in Zukunft nicht tun. Was wir uns vorstellen können, ist, dass irgendwann eine Drittpartei Audits bei uns durchführen wird, um zu bestätigen, dass jeder SWEAT tatsächlich aus physischer Aktivität erzeugt wurde. Dazu überlegen wir aktuell einen Button einzubauen, den User anwählen können, um ihre Daten zur Analyse zur Verfügung zu stellen.

Wir haben zwar Partnerschaften mit dem National Health Service in Großbritannien oder auch verschiedenen Versicherungen. Denen geben wir aber keine Daten preis, auch wenn sie es versuchen.

Dadurch, dass unsere Server in Irland sind, müssen wir uns auch an die Datenschutzgrundverordnung halten. Allein deshalb sind die Daten geschützt, weil wir strenge Auflagen erfüllen müssen.

Wenn wir über Move-to-Earn reden, fällt mir als erstes STEPN ein. Was unterscheidet euch von dem Projekt?

Ich bin STEPN wirklich dankbar, dass sie Move-to-Earn auf die Karte gebracht haben. Dennoch glaube ich, dass sie ihr Business-Modell und ihre Tokenomics nicht richtig durchdacht haben.

Wir haben mit Sweatcoin bereits 2014 angefangen, Leute für Bewegung zu incentivieren. Da gab es noch kein Move-to-Earn, wie wir das heute kennen. Wir hatten neun Jahre Zeit herauszufinden, wie das Modell funktionieren kann.

STEPN unterscheidet sich von uns auch insofern, als du bei ihnen erst einmal einen NFT kaufen musst, um überhaupt loslegen zu können. Wenn dein Umsatz aber nur daherkommt, dass du diese Tickets verkaufst, wo wird dann deine Rendite erwirtschaftet? Es kommt von der nächsten Person, die sich einen NFT kauft. Das ist strenggenommen die Definition eines Schneeballsystems.

Also ist STEPN für dich ein Schneeballsystem?

Es ist die klassische Definition davon. Die lautet: Der Ertrag eines Früheinsteigers wird erwirtschaftet durch den Umsatz der Investoren, die ihm nachfolgen. Das ist die Definition eines Schneeballsystems und das ist genau, was STEPN auch tut.

Vielen Dank für das Gespräch.

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