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Nach Sturz Move-to-Earn-Projekt STEPN (GMT) geht die Puste aus

Mit dem Launch des Move-to-Earn-Protokolls SWEAT steht auch STEPN wieder im Rampenlicht. Was wurde aus dem Krypto-Projekt?

Dominic Döllel
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Hürdenlauf, Symbolbild für STEPN Kurs-Sturz

Beitragsbild: Shutterstock

| Nach einem Sturz ist das Rennen oft vorbei – auch im Krypto-Space.

Wie eine unüberwindbare Barriere beim 400-Meter-Hürdenlauf auf den Olympischen Spielen stellte sich Mitte Mai der Dominoeffekt des Terra-Zusammenbruchs dem Move-to-Earn-Protokoll STEPN in den Weg. Der resultierende Sturz: äußerst schmerzhaft, vor allem für den GMT-Kurs.

Der Lauf an die Spitze

Seit seiner Einführung im Dezember wuchs das Kryptoprojekt STEPN rasant. Das Versprechen war einfach: Gelaufene Schritte in Krypto-Geld umwandeln, das Konzept heißt Move to Earn. Noch im Mai hatte man den Entwicklern zufolge 800.000 täglich aktive Nutzer, die zum großen Teil aus Japan, den USA und Europa kamen.

Das System funktioniert so: Am Anfang muss eine Wallet, beispielsweise Metamask, verbunden und Kryptowährungen auf den STEPN-Account eingezahlt werden. Nutzer kaufen sich dann ein paar Sneaker, rein digital als NFT. Dieser verfügt über “Energie”, die täglich aufgeladen wird. Sie wandelt gelaufene Zeit in die Kryptowährung GMT um. Mit dieser kann man seinen Schuh verbessern und reparieren – oder man verkauft sie über eine Krypto-Exchange.

Wer mehr als zwei Paar virtuelle Schuhe besitzt, kann mit seinen erlaufenen GMT wiederum neue Sneaker erzeugen. Diese lassen sich dann auf dem STEPN-eigenen Marktplatz verkaufen. Der GMT-Preis stieg auf der Höhe des Move-to-Earn-Hypes auf bis zu 4,11 US-Dollar. Für einen Schuh musste man zwischenzeitlich mehrere tausend US-Dollar hinlegen. STEPN nimmt dabei pro Handel eine Gebühr von sechs Prozent. Zeitweise generierte das Projekt so drei Millionen US-Dollar Umsatz pro Tag.

STEPN: Ein Ponzi Scheme?

Doch genau dieses Verdienst-Modell stand schon öfter in der Kritik. Auf Twitter gab es bereits im Mai erste Warnungen: STEPN sei ein Ponzi Scheme. Damit die auf Solana gebauten Token und NFTs preislich ansteigen, muss die Nachfrage an virtuellen Schuhen immer höher bleiben als das Angebot. Es dürfen also weder zu viele noch zu wenig neue Nutzer nachkommen. Sonst sinkt der Preis für NFT-Sneaker und GMT.

STEPN steuert den Zufluss neuer Spieler mithilfe von Einladungen. Im Mai verkündete man etwa, die GPS-Funktion für chinesische IP-Adressen aussetzen zu wollen. Steuerung wie dieses stellt ein künstlich hergestelltes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sicher. Seit mehreren Wochen kamen dann durchschnittlich nur noch 1.000 Nutzer pro Tag hinzu. Damit war das Angebot irgendwann höher als die Nachfrage. Dementsprechend ist auch der GMT-Preis nach starkem Abverkauf kontinuierlich gesunken.

Solana zunehmend in der Kritik

Ein weiterer Faktor, der für den Abverkauf verantwortlich war, ist die Blockchain hinter STEPN: Solana. Mit ihr wollte man Spieler vor allem durch die geringen Transaktionskosten und Mint-Gebühren anlocken. Auch die hohe Skalierbarkeit sollte überzeugen.

Die SOL-Chain gilt allerdings nicht als die stabilste. Allein in der ersten Jahreshälfte kam es zu fünf Netzwerkausfällen. BTC-ECHO berichtete. Für auf Solana basierende Projekte ist das alles andere als gute Publicity.

Dass der STEPN-Hype abgeflacht ist, liegt aber nicht grundsätzlich an der Technik oder der Blockchain des Move-to-Earn-Projekts. Seit dem Terra-Kollaps ist der gesamte Krypto-Space zweistellig eingebrochen. Der Markt konnte sich bisher nicht erholen. Das liegt auch an der schlechten makroökonomischen Lage, die sich weiter zuspitzt. Ein weiterer Grund für das drohende Scheitern von STEPN: Konkurrenz.

Move to Earn: Konkurrenz für STEPN

Mit dem Launch ihrer schon länger angekündigten Kryptowährung SWEAT Community (SWEAT) macht “Sweatcoin” STEPN Konkurrenz. Inmitten des Sommerlochs ging die zugehörige Wallet an den Start. Das Ziel: 120 Millionen Nutzer. Der Website zufolge haben bereits 13 Millionen User die dazugehörige Wallet heruntergeladen. Zum Vergleich: Derzeit soll es nur knapp 100.000 STEPN (GMT) Halter geben.

Ein Grund für die steigende Nachfrage nach SWEAT bei verschwindendem Interesse an STEPN: die Komplexität des STEPN-Ökosystems. Denn Anfänger können durch das Gewirr aus Krypto, NFTs und Minting-Prozess abgeschreckt werden. Bei SWEAT muss lediglich eine Verbindung zum GPS-Tracking des Smartphones bestehen: Sobald man losgeht und die App installiert hat, verdient man die entsprechenden Token.

STEPN: Der Hype ist vorbei

Im August war der Fußballverein Atlético Madrid noch eine Partnerschaft mit STEPN eingegangen. “Fans, die NFTs kaufen, können auf exklusive Produkte und Erlebnisse zugreifen”, hieß es. Derzeit läuft der #STEPNEMBER, der User auffordert, viel zu laufen. Mit derartigen Marketing-Aktionen will man wieder mehr Nutzer gewinnen und den Preis steigern.

Das Gegenteil scheint der Fall: Der GMT-Kurs ist allein in diesem Monat um knapp 22 Prozent gefallen. Am 13. September kamen nur noch 588 neue “Spieler” hinzu. Ob das Move-to-Earn-Protokoll nach dem Sturz einen Marathon durchhält, ist da fraglich.

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