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Strikte Regulierung Hat Singapur als Krypto-Paradies ausgedient?

Lange Zeit galt der asiatische Löwenstaat als Krypto-Paradies. Jüngst fährt die singapurische Regierung jedoch einen strengeren Kurs – Ist die goldene Zeit für Bitcoin und Co. vorbei?

Marlen Kremer
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Gardens by the Bay in Singapur

Beitragsbild: Shutterstock

| Der Löwenstaat galt lange als Krypto-Paradies für Unternehmen und Dienstleister. Ist die goldene Zeit vorbei?

Bunte Bäume, die nachts leuchten, ein wasserspeiender Löwe und ein als Boot geformter Infinity-Pool, der den besten Ausblick auf die Skyline in knapp 200 Metern Höhe verspricht. Singapur ist ein Hingucker.

Der asiatische Stadtstaat der Löwen nahm seit geraumer Zeit auch im Krypto-Space den Platz als Finanz-Paradies für Unternehmen und Dienstleister ein. So behaust Singapur mittlerweile Krypto-Unternehmen wie etwa CoinGecko oder Crypto.com.

Die singapurische Regierung geht seit Kurzem jedoch härter mit den Krypto-Unternehmen ins Gericht. Bereits im Januar dieses Jahres erließ die Monetary Authority of Singapore (MAS) – die singapurische Zentralbank und Finanzmarktaufsicht – neue Richtlinien, die die Vermarktung von Kryptowährungen wie Bitcoin drastisch einschränken sollten.

Der damals größte Krypto-Automatenbetreiber Daenerys & Co. wurde damit in die Knie gezwungen. Die Folge: In den Straßen Singapurs kann man keine Coins mehr aus dem Automaten ziehen.

“Brutal und unerbittlich hart”

“Wir haben keine Toleranz für schlechtes Verhalten auf dem Markt”, so Sopnendu Mohanty, Fintech-Chef Singapurs, in seinem jüngsten Statement gegenüber der Financial Times. Potenziellem Fehlverhalten in der Krypto-Szene möchte man demnach “brutal und unerbittlich hart” entgegnen. Eine Ansage, die zumindest teilweise auch dem jüngsten Terra-Crash geschuldet sein dürfte.

“Und genau das finde ich auch gut, dass man gegen schlechte Projekte, welche Singapur oft für die Offenheit ausgenutzt haben, vorgeht”, erklärt Dr. Julian Hosp, CEO von dem dort ansässigen Unternehmen Cake DeFi, gegenüber BTC-ECHO. “Dabei macht man es den guten Projekten, wie auch zum Beispiel uns bei Cake DeFi einfacher, da man als Kunde klar erkennen kann, dass alles passt.”

Ist der Wilde Westen für Bitcoin und Co. in dem asiatischen Inselstaat also vorbei? Ja, meint Hosp, in einer gewissen Weise schon: “Als Krypto-Paradies, wo man machen kann, was man will, hat Singapur sicher ausgedient.” Einen Freifahrtschein für Krypto-Dienstleister gibt es dort also nicht. Muss es aber auch gar nicht. Die Regeln seien nämlich “fair und klar und bieten somit einen guten Mix aus Business-Freundlichkeit und Kundensicherheit”, fügt Hosp hinzu. “Dies wird Singapur viel mehr als internationalen Krypto-Hub etablieren, da Kunden weltweit wissen werden, dass man den Unternehmen aus Singapur vertrauen kann.”

Muss Bitcoin und Co. dem Staat weichen?

Der ein oder andere dürfte indessen zunehmend besorgt in die Zukunft des einstigen Krypto-Schlaraffenlandes blicken. Drückt die staatliche Hand zu fest zu?

Während die größte Bank Südostasiens, DBS, jüngst einen Rückzieher in Sachen Krypto-Dienstleistungen machte, möchte die Regierung zusammen mit J.P. Morgan den DeFi-Sektor erkunden. Im Gespräch mit der Financial Times verriet Mohanty auch, dass er den Startschuss für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) innerhalb der nächsten drei Jahre erwarte.

Hosp erachtet CBDCs als zweischneidiges Schwert: “Persönlich sehe ich jede Art der CBDC, vor allem wenn sich keine Privatsphäre bietet, zwar positiv für Krypto als Gesamtes, da Leute so viel mehr auf das Thema aufmerksam gemacht werden, jedoch immer kritisch für die persönliche Freiheit.”

Ein Balanceakt, den die singapurische Regierung jedoch versuche, zu meistern: “Soweit ich das bei Singapur verstanden habe bisher, will man hier dem privaten und öffentlichen Sektor parallele Chancen geben, was ich sehr begrüße”, sagt Hosp.

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