Robinhood hat im zweiten Quartal mit Prognosemärkten mehr Geld verdient als mit dem Handel von Kryptowährungen und Aktien. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stiegen die transaktionsbasierten Erlöse im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 776 Millionen US-Dollar.
Den größten Beitrag lieferten Event-Kontrakte mit 156 Millionen US-Dollar. Der Krypto-Handel brachte 100 Millionen US-Dollar ein und lag damit 38 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Aktienhandel steuerte 129 Millionen US-Dollar bei. Insgesamt ist der Nettoumsatz auf 1,31 Milliarden US-Dollar gestiegen. Der Quartalsgewinn beläuft sich auf 573 Millionen US-Dollar und fällt damit 48 Prozent höher aus als im zweiten Quartal 2025.
Finanzchef Shiv Verma sprach von einem Rekordquartal: “Wir haben Rekordumsätze erzielt und neue Höchststände bei den Handelsvolumina von Aktien, Optionen und Event-Kontrakten erreicht, während wir unseren Marktanteil weiter ausbauen.”
Robinhood Chain mit ersten Erfolgen
Das Handelsvolumen im Krypto-Geschäft lag bei 40 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind 22 Milliarden US-Dollar der Krypto-Börse Bitstamp, die Robinhood im vergangenen Jahr übernommen hatte.
Robinhood bietet seit Oktober 2024 Prognosemärkte an und startete im März 2025 eine eigene Plattform für Event-Kontrakte. Die Produkte stammen von den Partnern Kalshi und ForecastEx. Im Juni folgte mit Rothera eine eigene, von der US-Aufsichtsbehörde CFTC lizenzierte Handels- und Clearingplattform.
Auch die neue Robinhood Chain entwickelt sich nach Angaben des Unternehmens zügig. CEO Vlad Tenev erklärte im Earnings Call, die Blockchain habe einen „großartigen Start“ hingelegt. Dezentrale Börsen hätten bereits ein Handelsvolumen von mehr als zwölf Milliarden US-Dollar abgewickelt. Zudem sei sie „die schnellste Blockchain gewesen, die 100 Millionen Transaktionen erreicht hat“. Inzwischen liege die Zahl „deutlich über 150 Millionen Transaktionen“.
Robinhood will Prognosemärkte ausbauen
Robinhood hatte zuletzt bereits deutlich gemacht, welche Rolle Prognosemärkte künftig spielen sollen. Nach Informationen des Wall Street Journal verhandelte das Unternehmen mit der Krypto-Börse Crypto.com über die Einbindung weiterer Event-Kontrakte.
Analysten sehen darin erhebliches Wachstumspotenzial. Die Investmentbank Bernstein erwartet, dass Robinhood mit Prognosemärkten bis 2028 Einnahmen von 1,7 Milliarden US-Dollar erzielen könnte.
