Die US-Regierung geht gegen ein mutmaßliches Versicherungsnetzwerk vor, das nach Angaben des Finanzministeriums mit den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) verbunden ist. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) setzte am Mittwoch die Persian Gulf Marine Insurance Company und die HormuzSafe Marine Services Authority auf die Sanktionsliste. Beide Unternehmen seien im iranischen Finanzsektor tätig.
Nach Angaben des US-Finanzministeriums mussten Handelsschiffe beim Passieren der Straße von Hormus eine genehmigte Versicherung abschließen. Das Netzwerk habe dabei Einnahmen für die IRGC generiert. Zusätzlich belegte OFAC acht weitere Unternehmen aus Irans sogenannter Schattenflotte mit Sanktionen und erklärte acht Schiffe zu blockiertem Eigentum.
Iran soll mit Bitcoin-Zahlungen Sanktionen umgangen haben
Laut OFAC akzeptierte HormuzSafe Bitcoin und weitere Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Die Plattform habe damit geholfen, Sanktionen zu umgehen und zugleich Einnahmen für die Revolutionsgarden erzielt. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte: “Die Vereinigten Staaten werden nicht zulassen, dass der Iran den Welthandel als Geisel nimmt.” Er wirft Teheran vor, den internationalen Schiffsverkehr zur Finanzierung der IRGC zu missbrauchen.
Bereits im Mai waren Screenshots der Website von HormuzSafe aufgetaucht. Dort wurde eine „digitale Versicherung“ für Schiffsladungen beworben, deren Policen in Bitcoin bezahlt werden konnten.
Straße von Hormus bleibt strategisch wichtig
Die staatlich beeinflusste iranische Nachrichtenagentur Fars hatte berichtet, die Plattform könne Schiffsversicherungen und Haftungsnachweise ausstellen und potenziell mehr als zehn Milliarden US-Dollar an Einnahmen erzielen.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Rund ein Fünftel des globalen Ölhandels passiert die Meerenge. Versuche, den Schiffsverkehr dort wirtschaftlich zu kontrollieren oder zusätzliche Einnahmen zu erzielen, haben deshalb unmittelbare Bedeutung für die internationalen Märkte.
