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Krypto-Regulierung Singapur kündigt harten Krypto-Kurs an

Das einstige Bitcoin-Paradies Singapur zieht regulatorische Konsequenzen aus den jüngsten Geschehnissen am Krypto-Markt. Man werde der Branche auf die Finger schauen.

Anton Livshits
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Singapur

Beitragsbild: Shutterstock

| Singapur will den Krypto-Space hart regulieren.

Singapur hat einen strikten Kurs bei der Regulierung von Bitcoin-Diensten angekündigt. Der oberste Fintech-Beauftragte des Inselstaates versprach, “brutal und unerbittlich hart” gegen Fehlverhalten in der Branche vorzugehen. Sopnendu Mohantys Statement steht im Lichte des Terra Crashs und der aktuellen Flaute am Krypto-Markt.

Der Beamte von Singapurs Zentralbank und Regulierungsbehörde Monetary Authority of Singapore äußerte sich hierzu gegenüber der Financial Times am 23. Juni. Dabei stellte er das Wertversprechen von Kryptowährungen infrage:

Viele Kryptowährungen haben uns vorgeworfen, nicht freundlich zu sein. Meine Antwort war: freundlich, wofür? Freundlich für eine reale Wirtschaft oder freundlich für eine irreale Wirtschaft?

Laut Mohanty habe man keine Toleranz für wirtschaftliches Fehlverhalten. Dabei fährt das Land – das einst als Krypto-Hotspot galt – schon seit geraumer Zeit einen restriktiven Kurs. Bereits im Januar sollten Bitcoin und Co. aus dem öffentlichen Raum verschwinden. Neben restriktiven Regeln bei der Werbung für Krypto-Dienste, bedeutete diese Richtlinie das Aus für Krypto-ATMs.

Unternehmen wie die Venture-Capital-Firma Three Arrows Capital haben das Land konsequenterweise bereits verlassen. Seit Ende April steht fest, dass Three Arrows nun in Dubai seine Zelte aufbaut. Der Terra-Crash traf das Unternehmen jüngst schwer.

Singapur erteilt Krypto-Genehmigung

Diesen restriktiven Maßnahmen zum Trotz erteilt die Monetary Authority of Singapore auch weiterhin Genehmigungen für den Betrieb von Krypto-Diensten in Singapur. Am 22. Juni erhielt die Bitcoin-Börse Crypto.com eine derartige Lizenz. Im Anbetracht des regulatorischen Klimas wertete Unternehmensmitbegründer Kris Marszalek den Schritt als Vertrauensbeweis für seine Plattform. Eine Genehmigung bekamen weiterhin die Krypto-Dienstleister Genesis und Sparrow.

Singapur hat damit insgesamt 14 Krypto-Lizenzen herausgegeben. Dem stehen laut der Strait Times 196 laufende Anträge gegenüber. Die weltweit größte Bitcoin-Börse Binance befindet sich unterdessen nicht darunter. Sie zog ihren Antrag bereits im vergangenen Dezember zurück und stellte ihren Betrieb in Singapur zum Februar ein.

Der Inselstaat setzt auf CBDCs

Abseits der volatilen Kryptowährungen haben Singapurs Finanzhüter unterdessen das Potenzial hinter der Blockchain-Technologie erkannt. Sopnendu Mohanty versprach der Financial Times deshalb, unter Hochdruck an der Einführung einer digitalen Zentralbankwährung zu arbeiten. Er hofft auf einen Start in den nächsten drei Jahren.

Singapurs stellvertretender Premierminister stellte sich jüngst ebenfalls hinter die Blockchain. Als er in einer Videobotschaft für das Point Zero Forum in Zürich die Krypto-Genehmigung von Crypto.com bekannt gab, betonte er außerdem den Nutzen der Technologie für den internationalen Zahlungsausgleich:

Die grenzüberschreitende Zahlungsabwicklung läuft heute in der Regel über einige wenige Intermediäre und ist meist an feste Betriebszeiten der Verrechnungsbanken und -systeme gebunden. Es gibt also viel, was wir mithilfe der Blockchain-Technologie tun können, um die Effizienz, Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit von grenzüberschreitenden Transaktionen zu verbessern.

Singapur will also weiter auf digitalisierte Zahlungssysteme setzen, nur eben unter staatlicher Aufsicht.

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