Regulierungs-ECHO Pilotversuche, Strategien, Unklarheit – Staatliche Krypto-Adaption schleicht dahin
David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Wer Großes im Sinne hat, der muss sich auch mit kleinen Erfolgen zufriedengeben. Dies wissen europäische Krypto-Enthusiasten aus erster Hand. Angesichts skeptischer Staatslenker und Währungshüter darf ein verlängerter Pilotversuch oder ein genehmigter Förderantrag hier häufig schon als Sieg verbucht werden. Auf der anderen Seite des Atlantiks wird derweil gefeiert – in Kanada hat der erste Bitcoin-ETF den prüfenden Blicken der Regulatoren Stand gehalten.

BerChain will Berlin als Krypto-Hauptstadt etablieren

Auf Bundesebene sind Blockchain-Technologien zur Stunde noch eine Randnotiz. In Berlin wiederum mausern sich Krypto-Unternehmen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Die Metropole ist Deutschland unangefochtene Krypto-Hauptstadt, hier schlägt das Herz der deutschen Szene. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, ist der Berliner Senat eine Partnerschaft mit dem Verband BerChain eingegangen. Gemeinsam will man Unternehmen, Gründer und Kreative an die Spree locken, die Szene vernetzen und das “Berliner Blockchain-Ökosystem auf die nächste Stufe bringen”.


Wer hat’s erfunden? – Schweizer können Steuern mit Bitcoin und Ethereum bezahlen

Während es hierzulande in puncto Krypto-Adaption zumeist allenfalls zu Strategien und Erklärungen reicht, sind unsere Nachbarn im Süden ein Stück weiter. Seit geraumer Zeit setzt die Schweiz alles daran, sich als Krypto-Vorreiter Europas zu etablieren. Besonders der Kanton Zug will sich an der Pole-Position absetzen. Den Anspruch, das Crypto-Valley Europas zu sein, untermauert die Region nun mit einem weiteren Vorstoß: Ab sofort ist es den ortsansässigen Bürgern möglich, ihre Steuern auch per Bitcoin oder Ethereum zu bezahlen.  

Schwedische Notenbank verlängert CBDC-Piloten

Gut Ding will Weile haben. Diese Volksweisheit scheint sich auch die schwedische Notenbank zu Herzen zu nehmen. Gemeinsam mit Accenture forscht man in Stockholm schon lange an den Möglichkeiten einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC). Nun verlängern die Partner die gemeinsame Kooperation bis 2022. Ob, wie und wann dabei die bereits spekulierte E-Krone herauskommt, ist derzeit jedoch unklar. Sicher ist sich die Riksbank jedoch, dass die Nutzung von Bargeld in Schweden auch in Zukunft zurückgehen wird. Darauf will man vorbereitet sein.

Bitcoin-ETF: Kanada feiert Nordamerika-Premiere

Während sich auf den Schreibtischen der US-Wertpapieraufsicht SEC jedes Jahr die Anträge stapeln und dabei doch der Daumen der Regulatoren zuletzt stets nach unten zeigte, haben die Kollegen in Kanada nun grünes Licht gegeben. Hier dürfen sich Anleger nun auf die baldige Markteinführung des ersten Bitcoin-ETFs auf dem nordamerikanischen Kontinent freuen. Beobachter hoffen bereits, auf einen Dominoeffekt in Richtung USA.


Handlungsbedarf – SEC-Kommissarin Peirce verlangt klares Krypto-Regelwerk

Dass ein solcher durchaus eintreten könnte, unterstrichen zuletzt die Äußerungen von SEC-Kommissarin Hester Peirce. Sie betonte, die Zeit sei reif für ein Bitcoin-ETP. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters mahnte die Krypto-Expertin nun erneut Handlungsbedarf gegenüber Kryptowährungen. Denn angesichts lückenhafter Regulierung bräuchten Unternehmen Klarheit. Der Führungswechsel im Weißen Haus und an der Behördenspitze biete hierzu die passende Gelegenheit.

SEC-Anklage – Doch keine Einigung in der Causa Ripple?

Dass das politische Stühlerücken nicht zuletzt jedoch auch selbst zu Unklarheit für Unternehmen führt, das zeigt die Causa Ripple. Eigentlich hatten die SEC und das Unternehmen von CEO Brad Garlinghouse eine außergerichtliche Verständigung ihres Rechtsstreits verabredet. Nun verkündeten beide Parteien, eine solche Einigung sei nicht möglich. Grund hierfür sei unter anderem, dass ein Großteil der Gespräche noch während der Trump-Ära stattgefunden hätten. Viele für den Fall zuständige Beamte hätten der SEC seitdem den Rücken gekehrt.

Weltpolitik & der Krypto-Space: Auch Krypto-Unternehmen müssen Sanktionen bedenken

Derweil werden auch weitere Krypto-Unternehmen in Mitleidenschaft weltpolitischer Spannungen gezogen. Der Zahlungsdienstleister BitPay muss den US-Behörden nun über eine halbe Million Dollar an Strafen zahlen. Grund für die Rüge sind Handelsaktivitäten mit Kunden auf der Krim, in Kuba, Nordkorea, dem Iran, Sudan und in Syrien. Damit habe das Unternehmen US-Wirtschaftssanktionen gebrochen. Dabei unterstreicht der Fall um ein Weiteres: Auch Online-Dienstleister müssen die Handelsbarrieren bedenken.


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