Finanzielle Freiheit Palästina: CBDC als Mittel zur finanziellen Emanzipation
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Palästina

Quelle: Shutterstock

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Palästina versucht, eine digitale Währung zu schaffen, um Freiheit über seine Finanzen zu gewinnen und sich von Israel zu emanzipieren. Entsprechende Studien laufen bereits, doch einige Fachleute sind skeptisch.

Das Wettrüsten in Sachen digitaler Zentralbankwährungen (CBDC) geht weiter. Medienberichten zufolge arbeitet nun auch die palästinensische Währungsbehörde an der Ausgabe einer solchen. Feras Milhem, der Gouverneur der Behörde, erklärte gegenüber Bloomberg Television, dass zwei Studien über Kryptowährungen durchgeführt werden. Die digitale Währung soll zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt für inländische und internationale Zahlungen zum Einsatz kommen. Deren Ziel soll es sein, ein höheres Maß finanzieller Unabhängigkeit zu erreichen. 


Es gibt neben Palästina mittlerweile eine ganze Liste von Staaten, die sich mittels Kryptowährungen von anderen Wirtschaftsmächten zu emanzipieren trachten. Auch eine stabile CBDC würde ihnen ermöglichen, deren Sanktionen zu umgehen. 

Unter diesen Ländern nimmt Palästina allerdings eine Sonderstellung ein. Zwar erkennen 138 der 193 Länder der Vereinten Nationen (UN) das Land als souverän an. Zu denjenigen, die dies nicht tun, zählen jedoch sowohl Israel als auch die USA. Zwei Länder also, die politisch nicht gerade unbedeutend sind. Israel übt derzeit militärische und finanzielle Kontrolle über Palästina aus. Die USA wiederum haben mit ihrer Sanktionspolitik eine starke Waffe, um wirtschaftlich instabile Länder zu kontrollieren.

Palästina seit 70 Jahren ohne eigene Landeswährung

Dies ist für Palästina umso problematischer, als das Land über keine eigene Währung verfügt. Die Geschäfte werden zumeist in israelischen Schekel, jordanischen Dinar oder US-Dollars abgewickelt. Wie man es dreht und wendet, die palästinensische Wirtschaft ist immer von einer Drittmacht abhängig. Eine eigene CBDC wäre somit ein eminent wichtiger Schritt in Richtung finanzieller Souveränität. Einige Analysten sehen diese Pläne jedoch mit Skepsis.


Die makroökonomischen Bedingungen lassen es gar nicht zu, eine palästinensische Währung – als CBDC oder anderweitig – als Zahlungsmittel zuzulassen

, so Raja Khalidi, Direktor des Palestine Economic Policy Research Institute, gegenüber Bloomberg.

Doch die Lage in Palästina ist prekär. Die israelischen Anti-Geldwäsche-Gesetze haben den palästinensischen Banken einen Überfluss an israelischen Schekel beschert. Die Beschränkungen, wie viele Schekel die Banken pro Monat nach Israel zurücküberweisen können, haben für viele eine unhaltbare finanzielle Situation geschaffen. Barry Topf, ehemaliger Seniorberater des Gouverneurs der Bank of Israel, versicherte seinerseits, dass die palästinensische CBDC zwei der Hauptfunktionen von Geld nicht erfüllen werde:

Sie wird nicht den Schekel oder den Dinar oder den Dollar ersetzen. Sie wird sicherlich kein Wertaufbewahrungsmittel oder eine Rechnungseinheit sein.

Andere Währungsräume kennen diese Probleme aus Palästina nicht. Die Europäische Zentralbank erklärte kürzlich, die Privatsphäre bei Einführung des digitalen Euro zu achten. China steht kurz vor der Einführung eines digitalen Yuan, der laut Expertenmeinung auch auf dem Rücken von Ethereum möglich ist. 


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