Yao Qian CBDC in China laut Experten auf dem Rücken von Ethereum möglich
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Digitaler Yuan

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Blockchain-Experte Yao Qian skizziert, wie die CBDC Chinas strukturiert sein könnte. Die Ethereum-Blockchain sieht er als mögliche Basis. Auch auf das Diem-Netzwerk ließe sich vorteilhaft zugreifen.

Auf der Frühjahrstagung des International Finance Forum (IFF) 2021 sprach Yao Qian, der Leiter des Büros für Wissenschafts- und Technologieaufsicht bei der China Securities Regulatory Commission (CSRC). In der Szene ist Yao wahrlich kein Unbekannter, genießt er doch den Ruf als Chinas “Crypto Dad”. Er gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Blockchain-Branche des Landes. Seiner von dem Portal 8btc wiedergegebenen Einschätzung nach kann eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) direkt auf dem Ethereum-Netzwerk laufen. Auch eine Nutzung des von Facebook unterstützten Blockchain-Zahlungssystems Diem sei möglich. Die operative Architektur einer CBDC legte Qian folgendermaßen dar:


Wir können uns vorstellen, dass die digitale Währung der Zentralbank direkt auf Blockchain-Netzwerken wie Ethereum oder Diem läuft. So kann die Zentralbank ihre Backend as a Service-Dienste nutzen. Die CBDC steht damit direkt und ohne Zwischenhändler zur Verfügung.

Gerade der Aspekt mit Diem überrascht, denn in einer am 19. Mai vergangenen Jahres herausgegebenen Erklärung erklärte die Kommunistische Partei noch, dass sie sich mit ihrer CBDC in direkte Konkurrenz zum Facebook Coin Libra (so der damalige Name des Projekts) stelle.

CBDC laut Yao keine direkte Konkurrenz zum US-Dollar

Insgesamt skizzierte Yao in seinem Vortrag sieben Aspekte, die bei der Erforschung und Entwicklung eines CBDC beachtet werden müssen. Dazu zählen die technische Route, die Wertattribute, die operative Architektur, die Verzinsung, die Verteilung, die Implementierung von Smart Contracts und regulatorische Fragen. Bei letzterem Punkt sei es besonders wichtig, ein “Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften” zu finden. 


Yao war an der Spitze der Forschungsabteilung für digitale Währungen der People’s Bank of China (PBOC), bevor er im September 2019 durch Mu Changchun ersetzt wurde. In seiner Rede machte er jedoch deutlich, dass er nur seine persönlichen Ansichten hinsichtlich der Struktur der CBDC zum Ausdruck brachte. Ob die PBOC die Lage ähnlich beurteilt, vermochte er nicht zu sagen. Hochinteressant ist neben dem technischen Aspekt noch eine weitere Äußerung Yaos, die eine mögliche Schwächung des US-Dollar betrifft. 

Obwohl einige globale Stablecoins wie Libra darauf abzielen, die Schwachstellen grenzüberschreitender Zahlungen zu lösen, ist die Schwächung des internationalen Währungsstatus des US-Dollars nicht unbedingt das Ziel der CBDC. Die Digitalisierung von Staatswährungen selbst hat ihre inhärente Logik.

Zur allgemeinen Lage hinsichtlich Kryptowährungen in China äußerte sich Yao nicht. Zuletzt hatte es aus China eine Flut von eher schlechten Nachrichten für  die Krypto-Szene gegeben. So hat die Regierung einen härteren Kurs gegenüber Bitcoin-Minern angekündigt. 


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