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Behörden raiden größten Krypto-Lender Was steckt hinter der Razzia auf Nexo?

Polizisten stürmen die Büros des Kryptoverleihers. Der Vorwurf: Terrorismusfinanzierung. Das Unternehmen sieht eine “koordinierte Attacke”.

Giacomo Maihofer
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Nexo

Beitragsbild: Shutterstock

| Polizisten stürmen die Büros von Nexo, dem größten Kryptoverleiher.

Ein Dutzend Polizisten stürmt am 12. Januar 2023 die Büros von Nexo in Sofia, dem größten Kryptoverleiher der Welt. Der Vorwurf: Terrorismusfinanzierung, Geldwäsche und andere Straftaten. Nexo dementiert kurz darauf per Twitter alle Anschuldigungen, unterstellt den Behörden Korruption. Der CEO spricht gegenüber Bloomberg von einem “koordinierten Angriff”. Für den Lending-Riesen könnte die Razzia existenzbedrohend werden. Vor Wochen tauchten Gerüchte über eine mögliche Insolvenz auf. Und auch mit den US-Behörden ist man im Streit. Das ist bisher über den Fall bekannt.

Insgesamt 300 Beamte sind laut Angaben der bulgarischen Behörden involviert. Die Plattform sei für eine internationale Geldwäscheoperation genutzt worden, die mit Russland in Verbindung stehe. Einer der Kunden sei “Organisator terroristischer Aktivitäten”.

Nexo wehrt sich gegen Vorwürfe

Nexo hielt in einer Serie von Tweets dagegen. Das Unternehmen wies darauf hin, dass man stets mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeite. “Leider haben einige Aufsichtsbehörden bei der jüngsten Verfolgung von Kryptowährungen den Ansatz gewählt, erst zu treten und dann Fragen zu stellen. In korrupten Ländern grenzt das an Erpressung, aber auch das wird vorübergehen.”

Nexo ist der führende Lending-Dienst im Krypto-Bereich, mit über fünf Millionen Kunden. Und seit 2018 am Markt, bislang krisenfest. Das Unternehmen mit Sitz in Zug, dem “Krypto-Valley” in der Schweiz, brüstet sich damit, besonders stark reguliert zu sein. Das Kern-Geschäftsmodell: Nutzer können aus über 60 Tokens wählen und diese verleihen. Entweder gegen Cash oder sie erhalten Zinsen, teilweise zweistellig. Das verwaltete Vermögen fiel von 15 Milliarden US-Dollar in 2021 auf zwei Milliarden.

Die bulgarische Untersuchung erfolgt etwa vier Monate, nachdem Aufsichtsbehörden in acht US-Bundesstaaten Unterlassungsanordnungen gegen Nexo erlassen haben. Das Unternehmen habe zinsgebende Produkte angeboten, ohne die Anlageprodukte als Wertpapiere zu registrieren. Nexo erklärte letzten Monat, es plane, die in den USA angebotenen Produkte und Dienstleistungen auslaufen zu lassen. Die Begründung: “mangelnde regulatorische Klarheit”.

Kurz nach der Razzia kommt es zum Mini-Bankrun

Kurz nach Bekanntwerden der Razzia kam es bereits zu einem Mini-Bankrun. Über drei Millionen US-Dollar werden alleine kurz nach der Razzia von Nexo abgezogen. Schon vor einigen Wochen tauchten Gerüchte darüber auf, dass die Bilanz des Kryptoverleihers nicht ganz sauber sei. Wir berichteten.

Laut einem eigenen Audit bestehen fast 2,8 Milliarden US-Dollar an Zahlungsverpflichtungen. Laut Datenanalyst Cryptus Christ halte Nexo aber nur Assets im Wert von rund 365 Milliarden US-Dollar. Besonders brisant: Rund 315 Millionen US-Dollar davon sollen aus eigenen Nexo-Tokens bestehen. Auch diese Vorwürfe bestritt das Unternehmen damals.

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