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Nach BitcoinNeuer Wertspeicher: Institutionelle Investoren steigen in Ethereum ein

Neben Bitcoin etabliert sich Ethereum immer mehr als beliebte Anlageklasse unter professionellen Investoren. Die “Großen” erkennen allmählich die Wertspeicherfunktion der zweitgrößten Kryptowährung an.

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Ethereum (ETH)

Quelle: Shutterstock

Die Krypto-Investorenbasis hat sich im Laufe der vergangenen Jahre deutlich ausdifferenziert. Lenkten in den ersten Jahren noch meist Kleinanleger die Geschicke am Krypto-Markt, hat sich das spätestens im letztem Jahr grundlegend geändert. Bislang konnte vor allem Bitcoin von dem Umstand profitieren, dass institutionelle Investoren und mit ihnen das “Big Money” den Markt digitaler Vermögenswerte zunehmend infiltrieren. Doch im Windschatten der größten Kryptowährung rückt insbesondere Ethereum in der Gunst der Großinvestoren immer weiter nach vorne.

Zu dem Ergebnis kommt der am 22. Januar publizierte Jahresabschlussbericht der Krypto-Börse Coinbase. Der Report fächert die Anlagestrategien institutioneller Kunden im Jahr 2020 auf und gibt einen fundierten Einblick in die Entwicklung des DeFi-Markts sowie Krypto-relevanter Regularien. In Bezug auf Ethereum ist die bemerkenswerteste These wohl die, dass die zweitgrößte Kryptowährung zunehmend als Store of Value, also als Wertspeicher genutzt wird.

Ethereum-Performance überholt Bitcoin

Die Zuwendung zu Ethereum erklärt sich schon allein vor dem Hintergrund der Wertentwicklung. Im direkten Vergleich stellt die aufs Jahr gerechnete Rendite von Ethereum selbst die von Bitcoin in den Schatten. Während Ethereum ein Jahresplus von 487 Prozent vorzuweisen hat, ist Bitcoin “nur” um 321 Prozent gestiegen. Die Marktkapitalisierung ist 2020 sogar um über 500 Prozent von 14 auf 85 Milliarden US-Dollar und mit ihr die Marktdominanz von 8 auf 16 Prozent gestiegen.

Da nimmt es nicht wunder, dass “eine wachsende Zahl (institutioneller Kunden) auch Positionen in Ethereum eingingen”. Das Verständnis für die Netzwerkeffekte von Ethereum habe sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Institutionelle Investoren haben demnach “die potenziellen Vorteile von Anwendungen, die auf Ethereum aufgebaut sind”, zu verstehen gelernt. Als Katalysator dafür, führt der Bericht die 2020 boomende Entwicklung dezentraler Finanzen (DeFi) an.

Das Argument für den Besitz von Ethereum, das wir am häufigsten von unseren Kunden hören, ist eine Kombination aus i) seinem sich entwickelnden Potenzial als Wertaufbewahrungsmittel und ii) seinem Status als digitales Gut, das für die Transaktionen im Netzwerk benötigt wird.

Die stete Ethereum-Einbindung in DeFi-Anwendungen zeigt sich demnach überdeutlich am erhöhten Transaktionsdurchsatz. Wie der nachfolgenden Grafik zu entnehmen ist, ist die Anzahl der täglichen Transaktionen seit Anfang 2020 erheblich gestiegen. Dadurch operiert das Ethereum-Netzwerk immer wieder am Rand seiner Leistungskapazitäten.

Zudem blickt der Bericht mit Verweis auf die raschen Fortschritte bei der Entwicklung von Ethereum 2.0 optimistisch in die Zukunft und attestiert der zweitgrößten Kryptowährung noch auszuschöpfendes Wachstumspotenzial. Auch wenn Ethereum 2.0 vermutlich erst in ein paar Jahren abgeschlossen wird, trägt der Staking-Testlauf doch bereits erste Früchte.

Ether-Schwund

Ohne, dass dies im Report groß Erwähnung findet, hat die gestiegene Nachfrage nach Ethereum unter Großinvestoren zudem zur Folge, dass die Ether-Börsenrücklagen konstant rückläufig sind. Wie Glassnode festhält, sind allein in der vergangenen Woche über eine Million Ether von den Exchanges abgezogen worden.

Der Ether-Ausverkauf sei den Blockchain-Analysten nach “ein starkes bullisches Signal, da es auf das Vertrauen in die Fähigkeit von ETH zum Wachstum in naher und längerer Zukunft hindeutet.” Insgesamt belegen die Indikatoren ein auf lange Sicht wachstumsfreundliches Marktumfeld, in dem Ethereum sein noch schlummerndes Steigerungspotenzial ausspielen kann. Erst Recht, wenn das große Upgrade näher rückt und das Netzwerk sein Skalierungsproblem löst.

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