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Alternative Bezahlsysteme Myanmar: Opposition erklärt Tether zum Zahlungsmittel

Adaptions-News mal anders. Denn während die herrschende Militärdiktatur Kryptowährungen verboten hat, kürt die Oppositionsbewegung Tether (USDT) zum offiziellen Zahlungsmittel.

Anton Livshits
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Myanmar

Beitragsbild: Shutterstock

Seit dem Militärputsch vom 1. Februar 2021 herrschen in Myanmar bürgerkriegsähnliche Zustände. Um ihren anhaltenden Widerstand gegen die Militärjunta zu finanzieren, erkannte das oppositionelle National Unity Government (NUG) den Stablecoin Tether (USDT) als offizielles Zahlungsmittel an.

Die Entscheidung für Tether verkündete der NUG-Finanzminister Tin Tun Naing jüngst via Facebook. Dort schlug er Tether für die “Verwendung im Inland” vor, “um die derzeitigen Handels-, Dienstleistungs- und Zahlungssysteme zu vereinfachen und zu beschleunigen.” Weitere Details nennt der Post nicht, allerdings ist davon auszugehen, dass das NUG nach sicheren und privaten Zahlungssystemen sucht, die nicht der Aufsicht des Militärregimes und ihrer Zentralbank unterstehen.

Mit Tether gegen Myanmars Militärdiktatur

Das NUG versteht sich als einzige legitimierte Vertretung des Volkes von Myanmar. Diese Parallelregierung entstand dabei aus einem Zusammenschluss demokratischer Kräfte, die der inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi nahestehen. Nach Jahren des friedlichen Widerstandes gegen die damalige Militärregierung war Suu Kyi maßgeblich am Demokratisierungsprozess in Myanmar beteiligt. Zuletzt war sie faktische Regierungschefin. Nachdem das Militär im Februar erneut die Macht an sich gerissen hat, steht Suu Kyi unter Hausarrest. Die Junta geht seitdem brutal gegen Demonstrant:innen vor. Bei anhaltenden Protesten starben in dem südostasiatischen Staat mehr als 1.000 Menschen.

Der Kampf gegen die Junta muss indessen finanziert werden. Das NUG verkauft deshalb sogenannte “Frühlingsrevolution Spezial-Staatsanleihen” an Bürger:innen Myanmars, die sich im Ausland aufhalten. Laut Bloomberg nahm die Parallelregierung mit dem Verkauf innerhalb von 24 Stunden 9,5 Millionen US-Dollar ein. Wie viel Geld die Anleihen seitdem in die NUG-Kassen spülten, ist unklar, als Zielbetrag sind allerdings eine Milliarde US-Dollar angesetzt.

Ob die Akzeptanz von Tether durch das NUG mit dem Verkauf der Anleihen zusammenhängt, ist nicht vollkommen ersichtlich. Auszuschließen ist dies jedoch nicht. Denn das NUG plant, die Anleihen bald auch innerhalb von Myanmar zum Verkauf anzubieten. Für derartige Transaktionen scheinen dezentrale Kryptowährungen wie gerufen. Mit ihrem Fokus auf Tether stellt sich das NUG weiterhin gegen die Zentralbank Myanmars. Unter Aufsicht der Militärregierung verbot diese im Mai den Handel und Besitz sämtlicher Kryptowährungen.

Das NUG wurde vom EU-Parlament als offizielle Regierung Myanmars anerkannt. Finanzielle Unterstützung ist damit allerdings nicht verbunden. Großbritannien und die USA verhingen derweil vor wenigen Tagen neue Sanktionen gegen das herrschende Militärregime.

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