Nach dem milliardenschweren Hackerangriff auf Binance zeigt eine neue Studie, die BTC-ECHO vorliegt, wie groß die Sicherheitsrisiken bei Krypto-Anbietern sind. Die Wiener Firma Risikomonitor untersuchte dafür 78 Plattformen und fand mehr als vier Millionen kompromittierte Kundenzugänge.
Mehr als eine Million Binance-Logins betroffen
Allein auf die Krypto-Börse Binance entfallen fast 1,1 Millionen gestohlene Logins, gefolgt von Coinbase mit etwas mehr als 800.000. Verantwortlich dafür ist sogenannte Infostealer-Schadsoftware, die auf den Geräten der Kunden Zugangsdaten abgreift. Solche Programme können Passwörter und aktive Anmeldesitzungen auslesen, sodass Angreifer unter bestimmten Umständen sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen können.
Seit 2011 dokumentiert die Studie außerdem 85 Sicherheits- und Betrugsvorfälle bei 72 der 78 Plattformen und einen finanziellen Schaden von insgesamt 14,8 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind neben klassischen Hackerangriffen auch Datenlecks und Unternehmenspleiten wie die von FTX oder Celsius. Der kürzlich erfolgte Binance-Hack mit einer Schadenssumme in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar Ende Oktober ist dabei der größte erfasste Einzelfall und macht allein schon 42,6 Prozent aller Gelder aus.
Fast 12.000 verdächtige Internetadressen
Neben der Schadsoftware sind gefälschte Webseiten ein großes Sicherheitsproblem für Anleger. Insgesamt identifizierten die Forscher 11.945 Internetadressen, die bekannte Krypto-Marke nachahmen und teilweise fürs Phishing genutzt werden. Doch auch die offiziellen Webseiten der Krypto-Börsen wiesen erhebliche Sicherheitsmängel auf. Von 45 untersuchten Startseiten verfügten neun über keine grundlegenden Schutzfunktionen, die verhindern sollen, dass schädliche Skripte im Browser ausgeführt werden. Unter ihnen waren auch Binance, HTX und Ledger.

