Core Scientific stellt das Bitcoin-Mining bis zum Jahresende vollständig ein. Finanzchef Jim Nygaard kündigte in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Donnerstag an, man erwarte den Abschluss der Abwicklung im vierten Quartal und gehe 2027 als reiner Anbieter von Rechenzentrumsfläche in das neue Jahr.
Im dritten Quartal brachte das Mining laut Bilanz noch 12,3 Millionen US-Dollar ein, ein Jahr zuvor waren es 57,4 Millionen. Das Hosting fremder Miner schrumpfte von 8,7 auf 5,2 Millionen. Zusammen also 17,5 Millionen des Gesamtumsatzes von 232,9 Millionen US-Dollar. Sehr Rentabel dürfte das Mining-Geschäft also nicht mehr sein, deshalb der Entschluss.
Vom Nebengeschäft zum Kerngeschäft
Begonnen hatte der Umbau 2024 mit einem Hosting-Vertrag für den KI-Anbieter CoreWeave. Damals präsentierte Core Scientific das Geschäft ausdrücklich als Ergänzung und betonte, die Mining-Kapazitäten erhalten zu wollen. Ende 2025 war dann von einem Ausstieg bis 2028 die Rede, nun geht es zwei Jahre schneller.
Allein im ersten Quartal 2026 schrieb das Unternehmen 266,5 Millionen US-Dollar auf Mining-Anlagen ab und begründete das mit schwächeren Bitcoin-Kursen und einem historisch niedrigen Hashpreis. Im zweiten Quartal kam ein Verlust von 41,9 Millionen hinzu, als Core Scientific seinen Liefervertrag mit Block und Proto auflöste.
Ob der Zeitpunkt aktuell der richtige ist dürfte spannend bleiben. Gestern erst verlor der Nasdaq 5,5 Prozent, ausgelöst unter anderem von Zweifeln am Bau weiterer Rechenzentren und zukünftiger regulatorischer Unsicherheit. Kritisiert werden vor allem steigende Strompreise und die Belastung lokaler Infrastruktur.
