Marktupdate 

Bitcoin fällt auf die 75.000 US-Dollar Marke

Zwei Tage nach der Wahl hat sich die Stimmung komplett gedreht. Ausgerechnet das Ergebnis, das den Markt am Mittwoch beflügelte, bereitet nun Sorgen.

Ludwig Schlick
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Eine Bitcoin-Münze vor einem roten Hintergrund

Beitragsbild: Shutterstock

| Der Tech-Ausverkauf an der Wall Street erfasste auch den Krypto-Markt

Die Erholung nach den US-Zwischenwahlen hielt gerade einmal einen Tag. Am Donnerstag brach der Nasdaq um 5,52 Prozent ein, der stärkste Tagesverlust seit 19 Monaten. Der S&P 500 verlor 4,36 Prozent und damit rund 2,9 Billionen US-Dollar an Marktwert.

Diese negative Gesamtstimmung, prallte natürlich nicht unberührt an Bitcoin ab, von über 80.000 US-Dollar schmierte der Kurs auf bis zu 75.100 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte September ab. Am Freitagmorgen notiert der BTC-Kurs bei rund 76.000 US-Dollar, Ethereum verlor mit 7,7 Prozent noch deutlicher und steht bei etwa 2.220 US-Dollar.

Der KI-Handel kippt

Noch am Mittwoch nach dem Wahlsieg der Demokraten, sah die Lage vielversprechend aus. Doch nun scheint es so als hätte sich die Marktstimmung gedreht. Anleger fürchten jetzt, dass ein demokratisch kontrollierter Kongress die Regulierung von künstlicher Intelligenz verschärft und den Bau neuer Rechenzentren erschweren könnte.

Am härtesten traf es entsprechend die Zulieferer. Der Halbleiterindex SOX brach in der Spitze um 12,3 Prozent ein, der größte Tagesverlust seit März 2020. Nvidia verlor neun Prozent, Micron 17 Prozent und SanDisk sogar 22 Prozent. Der VIX (Volatilitätsindex) sprang um rund 60 Prozent nach oben.

Auch Krypto-Aktien bekamen ordentliche einen mit, Strategy und Coinbase verloren jeweils etwa zehn Prozent, die Mining-Unternehmen Bitdeer und Keel Infrastructure rund 20 Prozent.

Eine Milliarde an Liquidationen

Verstärkt wurde die Bewegung durch den Derivatemarkt. Binnen 24 Stunden lösten sich gehebelte Positionen im Wert von gut einer Milliarde US-Dollar auf, wovon überwiegend Longs betroffen waren und über 210.000 Retail-Händler.

Hinzu kam ein Mechanismus, der bei breiten Abverkäufen regelmäßig greift. Hedgefonds, die über mehrere Anlageklassen hinweg investieren, verkauften ihre Bitcoin-Bestände, um Nachschussforderungen aus dem Aktiengeschäft zu bedienen. Weil sich Bitcoin jederzeit und in großen Mengen veräußern lässt, steht er in solchen Momenten als Erstes zum Verkauf.

Mit Blick auf den heutigen Handelstag wird es spannend zu sehen, wie sich Bitcoin verhält. Ein wesentlicher Faktor kommt hinzu: Heute laufen Bitcoin-Optionen im Nominalwert von rund 2,65 Milliarden US-Dollar aus. Nach unten gilt die Marke von 75.000 US-Dollar als nächstes Unterstützungszone, nach oben liegt der Widerstand im Bereich von 78.000 bis 80.000 US-Dollar.

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