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Kein PoW-Verbot MiCA: EU beschließt Bitcoin-Regulierung

Die “Markets in Crypto-Assets” (MiCA) ist beschlossene Sache. Damit bekommt Bitcoin und der Krypto-Markt eine einheitliche EU-weite Regulierung.

Phillip Horch
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

MiCA – Um was geht es?

Mögliche Änderungen der “Markets in Crypto-Assets” (MiCA) hatten in den letzten Monaten immer wieder für Unruhe im Krypto-Space gesorgt. So diskutierte man unter anderem in der Europäischen Union etwa über die Möglichkeit, dass ab 2025 keine Dienstleistungen mehr erbracht werden dürften, die auf dem Bitcoin-Konsensmechanismus Proof of Work basierten: Diskussionen um ein Bitcoin-Verbot durch die EU kamen auf.

Im Juni kam es dann zu weiteren Diskussionen um eine Änderung der MiCA-Richtlinien. So hieß es in einer Forderung etwa, dass Kryptowährungen in ihren White Papern Informationen dazu bringen müssten, welche Umwelt- und Klimaauswirkungen der jeweilige Konsensmechanismus mit sich bringen würde. Bei Bitcoin ist das allerdings problematisch, da niemand weiß, wer das White Paper geschrieben hat und Satoshi Nakamoto sich vermutlich nicht dazu bewegen lassen würde, sein langjähriges Schweigen aufgrund einer EU-Verordnung zu brechen.

Außerdem kam die Forderung auf, Krypto-Anbieter in der EU dazu verpflichten, Informationen über die Umwelt- und Klimaeinflüsse der Assets prominent auf der eigenen Plattform darzustellen. Ein Bitcoin-Verbot aufgrund der MiCA-Änderungen war wieder auf dem Tisch. Die Empörung in der Krypto-Community war dementsprechend groß.

Nun jedoch ist innerhalb der EU eine Einigung bezüglich der MiCA-Richtlinien erfolgt.

EU schafft mit MiCA einheitliches regulatorisches Rahmenwerk

Die neue MiCA-Regelung hat vor allem zum Ziel, Geldwäsche durch Bitcoin und andere Kryptowährungen zu bekämpfen. Wie man der Pressemitteilung entnehmen kann, liegt ein besonderes Augenmerk hier auf Stablecoin-Anbietern wie dem Herausgeber des höchst umstrittenen Tether (USDT), aber auch USDC. Sie sind fortan verpflichtet, über genügend Reserven verfügen, um großen Anstürmen Stand halten zu können.

Umweltbilanz von Krypto-Firmen im Visier

Doch auch die mehrfach angesprochene Umweltbilanz von Kryptowährungen wird durch MiCA adressiert. Krypto-Firmen sind demnach in der Pflicht, ihren Energie-Verbrauch sowie den Umwelt-Einfluss ihrer Assets auf die Umwelt anzugeben.

Kryptowährungen wie Bitcoin, die offiziell kein Unternehmen hinter sich haben, sind davon offenbar nicht betroffen. Das befürchtete Proof-of-Work- und Bitcoin-Verbot ist damit vom Tisch.

Non-fungible Token (NFT) sind indes in der neuen MiCA-Verordnung nicht erfasst. Die EU-Komission will innerhalb der nächsten 18 Monate entscheiden, ob hier zusätzliche Regelungen nötig sind.

“Unhosted Wallets”: EU sagt Anonymität den Kampf an

Schließlich soll es auch deutlich schwieriger werden, anonyme Krypto-Transaktionen durchzuführen. Exchanges sind ab sofort angehalten, Transaktionen von “Unhosted Wallets” ab einer Höhe von 1.000 Euro zu melden. Dabei handelt es sich also um private Transaktionen etwa von Hardware Wallets oder auch Hot Wallets im privaten Besitz.

Die jüngsten Entwicklungen in diesem sich rasch entwickelnden Sektor haben die dringende Notwendigkeit einer EU-weiten Regelung bestätigt. MiCA wird die Europäer, die in diese Vermögenswerte investiert haben, besser schützen und den Missbrauch von Krypto-Vermögenswerten verhindern und gleichzeitig innovationsfreundlich sein, um die Attraktivität der EU zu erhalten. Diese wegweisende Verordnung wird dem wilden Westen der Kryptowährungen ein Ende setzen und die Rolle der EU als Standardsetzer für digitale Themen bestätigen.

Bruno Le Maire, französischer Wirtschaftsminister

Was bedeutet MiCA für Bitcoin und den Krypto-Markt?

Mit der MiCA-Verordnung kommen auf Exchanges und Krypto-Dienstleister zwar einige Hürden zu. Auch müssen Investoren und sonstige Kryptonauten unter Umständen etwas besser auf die Höhe ihrer Transaktionen achten, sofern sie pseudonym bleiben wollen.

Allerdings sendet eine einheitliche europäische Regulierung auch ein deutlich positives Signal. Der Krypto-Markt wird insgesamt sicherer, was in letzter Konsequenz mehr Menschen dazu bewegen könnte, sich Bitcoin und Co. zu nähern. Andere Jurisdiktionen, allen voran die USA, dürften vermutlich nachziehen.

Gegenüber BTC-ECHO sagt Robert Kopitsch vom Verband Blockchain for Europe: “Wir sind froh, dass wir bald Rechtssicherheit in Bezug auf wichtige Aspekte im Bereich der Krypto-Assets haben. Es gibt klare Definitionen, versierte CASP-Regeln, eine vernünftige Aufsichtsregelung und einen Umsetzungszeitplan.” Darüber hinaus ermögliche MiCA “das Gedeihen von DeFi, was ebenfalls sehr positiv ist.”

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