Bitcoin-Kursprognosen in Millionenhöhe sind schön und gut, aber das Zukunftsszenario von Michael Selig, Chef der US-Derivateaufsicht CFTC, geht noch deutlich weiter. Er sieht kommen, dass Haushaltsgeräte künftig selbstständig Geld verdienen und Finanzgeschäfte abschließen.
CFTC-Chef spricht über Krypto-Kühlschränke
Auf dem ersten “Frontier Forum” der CFTC in Washington erklärte Selig, es sei “keine Science-Fiction mehr”, sich einen Kühlschrank vorzustellen, der mit Erträgen aus dem Ethereum-Staking oder dem Start eines eigenen Memecoins Lebensmittel einkauft. Diese Programme könnten eigenständig Vermögenswerte verwalten und Handelsmöglichkeiten erkennen für die sie entsprechende Transaktionen durchführen.
Die Blockchain-Technologie erlaubt ihnen dabei, Kryptowährungen ohne traditionelle Banken oder Broker zu halten und zu übertragen. Darüber hinaus verweist Selig darauf, dass die Menschheit KI-Systemen schon heute Zugang zu sämtlichen Bereichen des alltäglichen Lebens ermöglicht. Banken und Wertpapierkonten sind davon nicht ausgenommen.
Wer haftet, wenn ein KI-Agent durchdreht?
Die bisherigen Regeln richten sich dabei nahezu ausschließlich an identifizierbare Anleger oder alternativ an Finanzunternehmen. Das wirft die Frage auf, wer eigentlich die Verantwortung für solche autonome KI-Agenten übernimmt, wenn sie riskante Geschäfte abschließen. Für diese Frage brachte Selig gleich eine neue Form der Identitätsprüfung ins Spiel die er als “Know Your Agent” bezeichnet. Angelehnt an das “Know Your Customer”-Prinzip, könnte damit überprüft werden, in wessen Auftrag ein KI-Agent handelt.
Außerdem sieht der CFTC-Chef erhebliche Risiken für die globalen Finanzmärkte. Wenn zahlreiche KI-Agenten auf Grundlage ähnlicher Modelle dieselben Handelssignale auswerten, könnten sie zeitgleich große Handelsbewegungen an Krypto-Börsen vollziehen. Aber nicht alles ist schlecht. Selig sieht in den neuen Systemen auch die Chance, verdächtige Handelsaktivitäten schneller erkennen zu können und kleineren Anlegern Analysemöglichkeiten zu geben, die bislang den großen Playern vorbehalten waren.
