Kurs-Update 

XRP-Wale auf Vierjahreshoch: Zieht der Kurs nach?

Großinvestoren kontrollieren inzwischen den höchsten Anteil am XRP-Angebot seit 2022. Was bedeutet das für die weitere Kursentwicklung?

Moritz Draht
Teilen
XRP-Münzen

Beitragsbild: Shutterstock

| Große XRP-Wallets kontrollieren inzwischen 68,5 Prozent des Angebots

Am Krypto-Markt überwiegen aktuell wieder die Kursgewinne. Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank steigt Bitcoin auf rund 80.900 US-Dollar, Ethereum und auch der XRP-Kurs legen auf Tagessicht knapp zwei Prozent zu. Mit rund 1,32 US-Dollar notiert der Ripple-Coin zwar weiterhin deutlich unter seinen früheren Höchstständen, Großinvestoren scheint das jedoch nicht abzuschrecken.

Laut Daten von Santiment kontrollieren die größten XRP-Wallets inzwischen einen so hohen Anteil des Angebots wie seit November 2022 nicht mehr. Könnte die zunehmende Konzentration auf eine bevorstehende Kurserholung hindeuten?

XRP-Wale bauen Bestände aus

Wallets mit mindestens zehn Millionen XRP halten laut Santiment inzwischen insgesamt 46,87 Milliarden Token. Das entspricht rund 68,5 Prozent des Angebots. Zuletzt lag dieser Anteil vor knapp vier Jahren auf einem vergleichbaren Niveau.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass große XRP-Adressen ihre Bestände trotz der jüngsten Kursschwäche ausgebaut haben. Allerdings lässt sich aus den Wallet-Daten nicht unmittelbar auf die Zahl der beteiligten Investoren schließen. Auch Börsen und andere Verwahrer können große Mengen XRP auf einzelnen Adressen halten. Ein steigender Anteil der größten Wallets ist deshalb nicht automatisch mit einer wachsenden Nachfrage institutioneller Anleger gleichzusetzen.

XRP-Kurs: Erste Anzeichen einer Stabilisierung

Im Vierstundenchart zeigt sich XRP zuletzt etwas erholt. Bei rund 1,32 US-Dollar notiert der Kurs knapp über dem exponentiell gleitenden Durchschnitt der vergangenen 20 Vierstundenperioden (EMA 20) bei 1,313 US-Dollar. Auch der Relative-Stärke-Index (RSI) spricht mit 56 Punkten für eine leichte Verbesserung der technischen Lage. Allerdings hat der jüngste Anstieg bereits etwas an Schwung verloren, wie das MACD-Histogramm erkennen lässt. Für eine überzeugende Trendwende reichen die bisherigen Kursgewinne daher noch nicht aus.

Entscheidend ist zunächst die Marke von 1,30 US-Dollar. Sie bildet zusammen mit dem EMA 20 eine wichtige kurzfristige Unterstützung. Auf der Oberseite liegt die erste Hürde bei rund 1,344 US-Dollar. Darüber folgt das Oktober-Zwischenhoch bei 1,388 US-Dollar.

Ob XRP diese Marken überwinden kann, hängt auch vom weiteren Marktumfeld ab. Am Abend steht die Zinsentscheidung der Federal Reserve an. Vor allem die anschließenden Aussagen zum geldpolitischen Kurs könnten für neue Schwankungen am gesamten Krypto-Markt sorgen.

Wie geht es für den XRP-Kurs weiter?

Bullishes Szenario

Gelingt XRP ein nachhaltiger Anstieg über 1,344 US-Dollar, könnte sich die Erholung fortsetzen. Dafür wäre insbesondere ein Vierstundenschlusskurs oberhalb dieser Marke wichtig. Nimmt gleichzeitig das Handelsvolumen zu, wäre zunächst ein erneuter Anlauf auf das Zwischenhoch bei 1,388 US-Dollar denkbar.

Sollte auch dieser Widerstand überwunden werden, könnte XRP bis auf etwa 1,42 US-Dollar steigen. Das würde die kurzfristige Ausgangslage deutlich verbessern. Solange der Kurs allerdings unter 1,344 US-Dollar bleibt, fehlt dafür noch die Bestätigung.

Neutrales Szenario

Am wahrscheinlichsten erscheint derzeit eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung. XRP könnte sich dabei zwischen 1,30 und 1,34 US-Dollar einpendeln. Die jüngsten Kursgewinne wären in diesem Fall zunächst eine Stabilisierung, ohne dass sich bereits eine klare neue Richtung abzeichnet.

Für dieses Szenario spricht der moderate RSI ebenso wie die zuletzt nachlassende Aufwärtsdynamik. Solange die Unterstützung bei 1,30 US-Dollar hält, bleibt die kurzfristige Erholung intakt. Größere Kursgewinne wären aber erst nach einem Ausbruch über die obere Begrenzung der Spanne zu erwarten.

Bärisches Szenario

Fällt XRP dagegen nachhaltig unter 1,30 US-Dollar, würde sich das Chartbild wieder eintrüben. Eine erste mögliche Unterstützung liegt dann bei rund 1,274 US-Dollar, wo derzeit das untere Bollinger-Band verläuft.

Sollte auch dieser Bereich keinen Halt bieten, wäre ein weiterer Rückgang in Richtung 1,20 US-Dollar möglich. Die jüngste Erholung hätte sich dann als vorübergehend erwiesen.

Disclaimer: Die charttechnischen Informationen wurden mit Hilfe von Softwaretools und KI-Systemen erstellt. Es handelt sich hierbei nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen.

Das könnte dich auch interessieren