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Krypto-Trends 2026: Darauf setzen Insider

Stablecoins, Künstliche Intelligenz oder doch DeFi? Wir haben Brancheninsider gefragt, welche Krypto-Themen für sie 2026 die größte Relevanz haben.

Sven Wagenknecht
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Mehrere Kryptowährungs-Münzen stapeln sich auf einem gläsernen Untergrund.

Beitragsbild: Shutterstock

| Neues Jahr, neue Krypto-Trends. Welche werden in diesem Jahr die Gespräche dominieren?

Jedes Jahr stellt sich die Frage, welche Themen im Krypto-Sektor dominieren werden. Deswegen haben wir gemeinsam mit Prof. Dr. David Florysiak von der IU Internationale Hochschule 42 Krypto-Insider danach gefragt, von welchen Themen sie sich in diesem Jahr am meisten versprechen. Die Umfrage ist Teil des aktuellen BTC-ECHO Insider Reports, der darüber hinaus auch Fragen zur Marktstimmung und der Bitcoin-Kurs-Erwartung beantwortet.

So haben die Krypto-Insider abgestimmt

Wie unsere Expertenumfrage zeigt, ist die institutionelle Adoption eines der Top-3-Themen für 2026. Wie sehr die Integration von Krypto in die institutionelle Infrastruktur vorankommt, kann besonders gut Konstantin Kraus beurteilen, der als Head of Institutional Partnerships bei Kraken einen tiefen Einblick in das Segment hat: “Aus meiner Sicht zeigt sich, dass sich der Markt an einem Wendepunkt befindet. Die Diskussion hat sich weg von der reinen Existenzberechtigung von Krypto hin zur Frage verlagert, wie digitale Vermögenswerte nachhaltig, reguliert und skalierbar in bestehende Finanzstrukturen integriert werden können. Institutionelle Investoren bewerten Krypto heute weniger als spekulatives Randphänomen, sondern zunehmend als eigenständige Assetklasse mit klaren Anforderungen an Marktinfrastruktur, Liquidität, Custody und Compliance.” 

Auch Dietmar Schantl-Ransdorf von Bitpanda Wealth betont die infrastrukturelle Dimension: “2026 markiert den Übergang von der Experimentierphase zur strukturellen Verankerung. Krypto wird zur funktionalen Infrastruktur – effizient, institutionell nutzbar und zunehmend relevant für digitale Selbstbestimmung.“

Der Trend-Sieger: Stablecoins 

Das mit Abstand relevanteste Thema für unsere Experten sind Stablecoins. Bereits im vergangenen Jahr waren sie das dominierende Thema bei professionellen Marktakteuren. Für Maximilian Bruckner, der bei dem Krypto-Verwahrer Zodia Custody das institutionelle Geschäft betreut, geht es inzwischen klar um die praktische Integration: “Unternehmen und Finanzinstitute werden Stablecoins zunehmend nutzen, um grenzüberschreitende Zahlungen und Abwicklungsprozesse effizienter zu gestalten und bestehende Reibungsverluste zu reduzieren.“ Aus seiner Sicht war die regulatorische Zuspitzung im Jahr 2025 dabei kein Hindernis, sondern eine Voraussetzung für Integration: “Die strengeren Regulierungen in den USA und der EU im Jahr 2025 haben für mehr regulatorische Klarheit gesorgt. Dadurch konnten Stablecoins schneller in zentrale Finanzprozesse integriert werden – etwa in Delivery-versus-Payment-Strukturen oder als tokenisierte Sicherheiten.“

Der fortschreitenden Stablecoin-Integration stimmt auch Henning Daut zu, der als Senior Vice President und Blockchain-Experte bei der Axel Springer Unternehmensberatung hy Kunden bei der Krypto-Integration unterstützt: “2026 markiert den Übergang von Krypto als Markt-Narrativ hin zu Finanz-Infrastruktur. Stablecoins, tokenisierte Assets und Onchain-Settlement werden Teil des operativen Kerns von Treasury, Payments und Capital Markets.“

Moritz Schild, Geschäftsführer vom börsennotierten Krypto-Fonds coinIX ergänzt diesen Befund um neue ökonomische Anreize: “Physisch besicherte Stablecoins und von Unternehmen emittierte Altcoins werden 2026 ihr Potential beweisen. Dabei wird die Möglichkeit, mit Stablecoins auch einen laufenden Ertrag zu generieren, eine besondere Rolle spielen.“

Vom Piloten zur kommerziellen Praxis

Auch Michael Geike, Managing Partner beim Krypto-Fonds 21 Oaks Capital, sieht eine signifikante Weiterentwicklung im Stablecoin-Sektor: “Stablecoins als globales Zahlungs-Rail: Stablecoins werden sich vom reinen Krypto-Use-Case zu einem zentralen Bestandteil internationaler Zahlungs- und Abwicklungssysteme entwickeln. Institutionelle On-Chain-Infrastruktur: Custody, Compliance, Settlement und Reporting werden professionalisiert und zunehmend von regulierten Anbietern dominiert.”

Dem stimmt auch Ingo Czok, Geschäftsführer des Stablecoin- und Krypto-Softwaredienstleisters nupont, zu: ”2026 wird das Jahr, in dem die Crypto Adoption bei Big Corporate massiv zulegen wird, weil die Use-Cases evident sind und die Infrastruktur zwischenzeitlich Enterprise Grade erreicht hat.“

Die Entwicklungen beschränken sich jedoch nicht auf Stablecoins. Auch das tokenisierte Giralgeld rückt verstärkt in den Fokus – ein Bereich, den sowohl Bankenverbände als auch insbesondere J.P. Morgan in den USA aktiv vorantreiben. Oliver Naegele, Founder der Blockchain HELIX AG, kommentiert diese Entwicklung wie folgt: “Commercial Bank Money Token CBMT öffnet den Markt für Unternehmen und Banken, die im Finanzmarkt in die Tokenisierung als Standard einsteigen werden.“

Tether, Circle und Co.: 1 Billion US-Dollar Marktvolumen noch in diesem Jahr

Mit der operativen Verankerung wachsen auch die Volumina. Bernhard Wenger, Head of Northern Europe bei dem Krypto-ETF- und ETP-Anbieter 21Shares, skizziert für 2026 klare Zielmarken: “Für 2026 haben wir unter anderem die folgenden Thesen aufgestellt: Die Blockchain-Technologie etabliert sich endgültig als globale Finanzinfrastruktur, indem Stablecoins die Marke von 1 Billion USD überschreiten und die Tokenisierung von Sachwerten (RWA) auf über 500 Milliarden USD anwächst. Flankiert wird diese Entwicklung durch ein Erstarken des dezentralen Finanzwesens (DeFi) auf über 300 Milliarden USD TVL sowie durch Prognosemärkte, die ein Volumen von 100 Milliarden USD erreichen werden.“

Die Gegenposition: “Mit Schäufelchen im Stablecoin-Sandkasten”

Vor diesem breiten Konsens des Stablecoin-Aufstieges setzt Dr. Joachim Schwerin, leitender Ökonom bei der Europäischen Kommission und geschätzter Bitcoin- und Blockchain‑Experte, einen klaren Gegenakzent. Er hält die starke Fokussierung auf Stablecoins und CBDCs für überzeichnet und sieht die eigentliche Wertschöpfung an anderer Stelle: “Der künstlich aufgebauschte Gegensatz zwischen Stablecoins und CBDCs – die beide kein Potential für eine Vormachtstellung auf dem Markt haben – weicht dem zunehmenden Aufkommen seriöser Geschäftsmodelle, die aus Nachfragesicht attraktiver sind: Tokenisierung von Assets aller Art durch Geschäftsbanken für Industrieunternehmen, die zunehmende Dezentralisierung tokenbasierter Energiemärkte und ein wachsender Fokus auf digitale Wertschöpfungsketten einschließlich Identitätsmanagement, digitalen Produktpässen und automatisierten Zahlungen. Blockchain wird erwachsen in Europa, während weite Teile der Welt noch mit Schäufelchen im Stablecoin-Sandkasten spielen.“

Der Blick in die USA: Zwischen Clarity Act und Wall Street

Die USA setzen nicht nur bei den Schlagzeilen, sondern auch bei der Kursentwicklung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen den Ton. Große Erwartungen richten sich dabei auf den noch ausstehenden Clarity Act, von dem sich viele Marktteilnehmer einen deutlichen Entwicklungsschub versprechen. Mit dessen Verabschiedung wäre der regulatorische Rahmen in den USA endgültig klargezogen. Dr. Alex von Frankenberg, ehemaliger Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds und bekennender Bitcoin-Enthusiast, formuliert es wie folgt: “Insbesondere der Clarity Act wird dazu führen, dass das Finanzsystem ‚renoviert‘ wird, d. h. traditionelle Systeme und Prozesse durch Blockchain-Lösungen nach und nach ersetzt werden.“

Wie wichtig bei dieser Transformation die großen amerikanischen Wall-Street-Akteure sind, unterstreicht Dr. Duc Au, Dozent an der FOM Hochschule und Head of Innovation bei der WM Gruppe, mit dem Vorstoß der New York Stock Exchange: “Die große Blockchain-Adoption in Finance lässt nach wie vor auf sich warten (insbesondere in Deutschland). Aber die Entwicklungen gehen global gesehen in die richtige Richtung, siehe z. B. NYSE und dem Announcement einer 24/7-Trading-Plattform für digitale Assets oder das Voranschreiten des Chainlink-Ökosystems zur essenziellen Onchain-Datenbereitstellung.“

KI und Prediction Markets

An der Schnittstelle von Krypto und Künstlicher Intelligenz entstehen zusätzliche Nachfrageimpulse. Patrick Tobler, CEO von der NFT-Plattform NMKR, beschreibt einen grundlegenden Rollenwechsel: “Agent-to-Agent > User-to-Protocol. Krypto wird der Settlement- und Identity-Layer für autonome AI-Systeme.“

Auch Florian Döhnert-Breyer, Managing Director des Krypto-Fonds F5 Crypto Capital, sieht Fortschritte an der Schnittstelle zwischen KI und Krypto: “Krypto und KI haben bislang kaum harmoniert, doch ein hochinteressanter Ansatz zur Bereitstellung dezentraler Rechenleistung, wie ihn das Projekt Gonka in Anlehnung an das dezentrale Bitcoin Mining verfolgt, könnte erstmals einen sinnvollen Anwendungsfall schaffen, bei dem Krypto reale KI-Nachfrage nach Rechenleistung und Energie bedienen kann.“

Ein weiterer Fokus liegt auf Prediction Markets, die zuletzt durch den Einstieg von Coinbase in Partnerschaft mit Kalshi neue Aufmerksamkeit erhalten haben: “Prediction Markets boomen, allen voran Polymarket und Kalshi: Auf Polymarket wurden 2025 laut CoinGecko Wetten von über 60 Mrd. USD eingesetzt; mehr als viermal so viel wie im Vorjahr.“

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